[WestG] [TV/R] Bilderbuch Deutschland: Paderborn - Lob der Provinz, WDR Fernsehen, 07.05.2008
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Fr Apr 25 09:15:42 CEST 2008
Von: "Lernzeit" <Lernzeit at WDR.DE>
Datum: 24.04.2008, 18:58
Mittwoch, 7. Mai 2008
Bilderbuch Deutschland
14.15 - 15 Uhr, WDR Fernsehen
Paderborn - Lob der Provinz
Wie kaum eine andere Stadt beherrscht Paderborn den Spagat zwischen Laptop und Libori, Reliquienkult und High-Tech, Gottesdienst und Schützenfest. Der Film bietet Innenansichten einer Provinzstadt.
"Paderborn - das ist die Hölle!" Über das Image der Stadt machen die Paderborner selbst ihre Witze, allen voran der Kabarettist und Provinzforscher Erwin Grosche. Und doch hängt keiner so an seiner Heimatstadt wie Grosche selbst.
Seit den Tagen Karls des Großen, der Paderborn erfunden und als Bischofssitz aus der Taufe gehoben hat, werden die historischen Highlights der Stadt gezählt. Vom ersten Papstbesuch 799 bis zum zweiten im Jahre 1996. Die Paderborner verlieren nicht gern den Überblick, verstehen es zu warten und springen nicht auf jeden Modezug. Hier im Osten Westfalens setzt man auf Tradition und ist sich selbst Mode genug.
Wie ein echter Paderborner auftritt, weiß man mit Blick auf den Hohen Dom: groß, breit, mitten im Ort und am liebsten mit den Füßen in der Pader. Deutschlands kürzester Fluß ist gerade noch lang genug, um die Innenstadt zu umspülen und die Herstellung von Brot und Bier mit Paderwasser zu sichern. Das berühmte "Paderborner" steht traditionell so dicht aneinandergereiht im Backofen wie die Schützenbrüder vor dem Rathaus. Nicht umsonst heißt das Kastenbrot wie die Einwohner der Stadt.
Mit der Universität sind längst Wissenschaft und Forschung in die Bischofstadt eingezogen. Zudem beherbergt Paderborn das größte Computermuseum der Welt, und trotzdem glauben die Paderborner an Heilige und Wunder. Spitzenreiter seit fast 1200 Jahren ist der Wunderheilige Liborius mit dem Spezialgebiet Nieren- und Gallensteinleiden. Ohne ihren Libori können die Paderborner nicht überleben. Deshalb tragen sie den Steinheiligen jedes Jahr in einem goldenen Schrein durch die Straßen und feiern mit andächtiger Trinkfestigkeit neun Tage lang.
Film von Martina Müller
Erstsendung ARD/WDR: 13.2.2005