[WestG] [AUS] Neue Ausstellungen im LWL-Freilichtmuseum: "Kinderarbeit - einst und jetzt", 13.04.-31.10.2008, Hagen

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Apr 9 11:27:00 CEST 2008


Von: "Uta Wenning-Kuschel" <Uta.Wenning-Kuschel at lwl.org>
Datum: 08.04.2008, 14:56


AUSSTELLUNG

Kinderarbeit - einst und jetzt 
Neue Ausstellungen im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes 
Westfalen-Lippe (LWL) zeigt ab dem 13. April die Ausstellung 
"Kinderarbeit - einst und jetzt", die das Museum Industriekultur 
Osnabrück zusammen mit terre des hommes Deutschland e. V. 
entwickelt hat. Der historische Teil schlägt die Brücke von der 
vorindustriellen Kinderarbeit in Deutschland bis zum Kinder- und 
Jugendschutz in der Bundesrepublik.

Der aktuelle Teil befasst sich mit der gegenwärtigen Situation 
von Kinderarbeitern aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Er 
zeigt Beispiele wie die Arbeit von Kindern in der 
Teppichherstellung, in Steinbrüchen oder Bergwerken. Zusätzlich 
ist die vom LWL-Freilichtmuseum Hagen neu erarbeitete 
Ausstellung "Abseits der Fabriken - Kinderarbeit in Westfalen im 
19. Jahrhundert" zu sehen.

"Der Schwerpunkt der eigenen Ausstellung liegt auf dem Handwerk 
und der Heimarbeit", erklärt Marco Stenzel, der die Ausstellung 
konzipiert und realisiert hat. Vor bestimmten Museumswerkstätten 
wie der Seilerei, der Bäckerei oder der Schuhmacherei erhalten 
die Besucher Informationen zur Arbeitswelt von Kindern im 
jeweiligen Handwerk. Drei Themeninseln in der Gelbgießerei, in 
der Polsterei und im Gasthof zur Post widmen sich ausführlich 
den Arbeitsverhältnissen in bestimmten Gewerben in Westfalen.

Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Bilder zeigen hier, wie Kinder 
schon ab fünf Jahren in der Nähnadelherstellung in Altena und 
Iserlohn (beides Märkischer Kreis) um 1800 eingesetzt wurden, 
welche Tätigkeiten bei der Hausweberei im Münsterland um 1850 
für Kinder typisch waren oder warum die Arbeit in der 
Zigarrenfertigung in Ostwestfalen um 1900 sehr 
gesundheitsschädlich war. "Die Ausstellung untersucht die 
wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Branche, erklärt, wie 
die Arbeiten der Kinder aussahen, und lässt Zeitgenossen 
berichten", erläutert Marco Stenzel.

Die Ausstellungen bieten den Besuchern die Möglichkeit, das 
Thema selbstständig oder im Rahmen einer Führung zu erkunden. 
Drei von der LWL-Museumspädagogin konzipierte Programme 
ermutigen gerade Kinder und Jugendliche, ihre eigene Lebenswelt 
mit der benachteiligter Gleichaltriger zu vergleichen, über das 
eigene Konsumverhalten nachzudenken und sich für Fairness 
einzusetzen.

Da entstehen neue Fragen, die auch beantwortet werden. Was ist 
eigentlich Kinderarbeit? Ist sie einfach oder schwer? Welche 
Kinder müssen arbeiten? In welchem Alter fängt das an? Weitere 
Veranstaltungen im Begleitprogramm der beiden Ausstellungen sind 
auch regelmäßige thematische Sonntagsführungen, ein Vortrag zur 
Kinderarbeit im indischen Bergbau am "Welttag gegen 
Kinderarbeit" (12.6.2008) und ein Aktionstag (14.9.2008).

Bei allen Aktivitäten sind die Hagener Arbeitsgruppe von terre 
des hommes sowie das AllerWeltHaus Hagen Kooperationspartner des 
LWL-Freilichtmuseums.

Die Ausstellungen zur Kinderarbeit sind bis zum 31. Oktober 2008 
zu sehen. Zu der Ausstellung des LWL-Freilichtmuseums Hagen gibt 
es eine Publikation mit dem Titel "Abseits der Fabriken - 
Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert" (64 Seiten, 
Paperback, ISBN 978-3-926190-20-8)


INFO

LWL-Freilichtmuseum Hagen
Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel.: 02331 7807-0
Fax: 02331 7807-120
E-Mail: freilichtmuseum-hagen at lwl.org 
URL: http://www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de