[WestG] [AKT] Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek: 100 Jahre Buchausleihe

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Okt 9 10:06:49 CEST 2007


Von: "Stadt Bielefeld" <info at presse-service.de>
Datum: 05.10.2007, 15:45


AKTUELL

Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek: 

"Benutzer können neben den erwachsenen Eingesessenen der Stadt 
Bielefeld auch Auswärtige sein, die sich wie jene den 
Leihbedingungen durch Namensunterschrift unterwerfen. Die 
Benutzung ist im allgemeinen unentgeltlich". So steht es in der 
ältesten bekannten "Leihordnung der Städtischen Bibliothek für 
Heimatkunde zu Bielefeld" - heute Landesgeschichtliche 
Bibliothek -, die vor 100 Jahren, am 7. Oktober 1907, vom 
Magistrat der Stadt verabschiedet wurde. Heute ist die 
Bibliothek als Bestandteil des Instituts Stadtarchiv und 
Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld im früheren Gebäude 
der Anker-Werke, Rohrteichstraße 19, untergebracht.

Die damalige Leihordnung zeigte eine große Freizügigkeit, die 
für die Benutzung der Landesgeschichtlichen Bibliothek von jeher 
kennzeichnend war, so Diplom-Bibliothekar Gerhard Preuß. Die 
Leihfrist betrug vier Wochen, Verlängerung war möglich - wie 
heute. Auswärtige Benutzer konnten sich Bücher, die sie 
vorbestellt hatten, auf eigene Kosten sogar per Post zusenden 
lassen und ebenso zurücksenden. Über die Benutzung der 
Bibliothek ist im "Jahres-Bericht … der Stadt Bielefeld für 
1907" zu lesen, dass es bei einem Bestand von etwa 4.000 Bänden 
immerhin 1.247 Entleihungen gab, und weiter heißt es: "Die 
Benutzer stellten ohne Werbung [!] alle Schichten und 
Berufsklassen der Bevölkerung." Die Bibliothek war also schon 
damals eine öffentlich zugängliche Ausleihbibliothek für 
jedermann und wurde auch als solche angenommen.

Zur positiven Besucherfrequenz trug ganz sicher auch die 
zentrale Lage der Bibliothek bei. Seit Oktober 1905 war sie 
nämlich im Erdgeschoss des damals neuen und heute alten 
Rathauses untergebracht. Zuvor wurde über schwache Nutzung 
geklagt. Geöffnet hatte sie 1907 regelmäßig Mittwoch und 
Sonnabend von 18.30 bis 19.30 Uhr, dank guter Nutzung ab Februar 
1908 zusätzlich montags zur gleichen Zeit. Diese Öffnungszeiten 
waren zwar sehr gering, aber außerordentlich publikumsfreundlich,
da in den Abendstunden gelegen. Man muss auch bedenken, dass 
die Bibliothek damals - obwohl in städtischer Trägerschaft - 
ehrenamtlich geführt wurde.

Heute hat die Landesgeschichtliche Bibliothek, wie die frühere 
Bibliothek für Heimatkunde seit 1972 heißt, einen jährlichen 
Zugang von bis zu 1.500 Bänden, darunter 421 laufend gehaltene 
Zeitschriften und andere periodisch erscheinende 
Veröffentlichungen. "Noch in diesem Jahr wird der 100.000. Band 
erwartet", kündigt Institutsleiter Dr. Jochen Rath an. Seit 
Beginn des Bestandsaufbaus werden hauptsächlich Publikationen 
über Westfalen erworben, wobei der Schwerpunkt auf Ostwestfalen 
liegt. Literatur über Bielefeld ist die besondere Spezialität 
der Bibliothek.

Die Landesgeschichtliche Bibliothek ist stolz auf ihre über 
100jährige liberale Ausleihtradition, die mit der Leihordnung 
von 1907 (auch zuvor wurde schon ausgeliehen) dokumentiert ist. 
Sie wird diese Tradition fortsetzen und wendet sich wie schon 
vor 100 Jahren an "alle Schichten und Berufsklassen der 
Bevölkerung", heute ausdrücklich auch an Schüler und 
Jugendliche. Wer Literatur über Bielefeld und die Region sucht, 
ist hier richtig. Der Katalog und damit große Teile des 
Bibliotheksbestandes sind unter der URL 
http://www.stadtbibliothek-bielefeld.de/webopac/index.asp im 
Internet recherchierbar. Buchausleihe und -rückgabe sind 
zusätzlich möglich über die Stadtbibliothek am Jahnplatz.


INFO

Rohrteichstraße 19
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/51 24 71 
Fax: 0521/51 68 44
E-Mail: stadtarchiv at bielefeld.de 
URL: www.bielefeld.de/de/biju/stadtar