[WestG] [AUS] Wahlkampf auf roemische Art, 16.08.-25.11.2007, Haltern am See

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Okt 2 11:42:27 CEST 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 01.10.2007, 12:31


AUSSTELLUNG

Wahlkampf auf römische Art

"Der blanke Stahl ist's, den sie lieben" - als der antike Autor 
Juvenal dies schrieb, wusste er, wovon die Rede war. Blanker 
Stahl, glänzende Rüstungen, tobendes Publikum, blutige Kämpfe - 
die Gladiatorenspiele der Römerzeit zogen die Menschen am Golf 
von Neapel in den Bann.

Die brutalen Kämpfe und Tierhetzen in den Arenen waren Höhepunkt 
der Unterhaltung, für die Oberschicht aber auch Mittel zum 
Zweck. Denn nach "Brot und Spielen" verlangte das Volk, wie 
Juvenal wusste, und nicht selten bezahlten politisch 
ambitionierte Römer die Spiele aus eigener Tasche, um sich damit 
Wohlwollen und Stimmen ihrer Wähler zu sichern. Das Amphitheater 
in Pompeji etwa, ein beliebter Austragungsort von 
Gladiatorenspielen, ließen die beiden höchsten Stadtbeamten 80 
v. Chr. auf eigene Kosten errichten - eine Investition, die auch 
politisch motiviert war.

Maueraufschriften, die in ihrer Funktion heutigen Plakaten und 
Flyern nicht unähnlich waren, sorgten dafür, dass der Name des 
großzügigen Spenders bald in aller Munde war. Eine Inschrift aus 
Pompeji vermeldet beispielsweise, dass der Politiker Aulus 
Clodius Flacchus prachtvolle Spiele mit Stieren, Stierkämpfern 
und Fechterpaaren ausrichtete und obendrein 10.000 Sesterzen an 
das Publikum verteilte.

Dass es bei den Gladiatorenkämpfen höchst brutal zuging, ist 
unumstritten. Dennoch waren auch Frauen von den blutigen Spielen 
fasziniert, was nicht zuletzt an der erotischen Ausstrahlung der 
Kämpfer lag. Die muskelbepackten Männer standen bei den Damen 
der römischen Oberschicht hoch im Kurs. Denn auch bei der 
Ausstattung der Kämpfer ließen sich die Ausrichter nicht lumpen: 
Je prächtiger der bronzene Panzer, desto besser.

Wie stattlich - und manchmal wenig zweckmäßig - die antiken 
Gladiatoren gekleidet waren, zeigt die Ausstellung im 
LWL-Römermuseum in Haltern: Reich verzierte Beinschienen sind zu 
sehen, zudem ein erhaltener Gladiatorenhelm. Die erotische 
Anziehungskraft der Kämpfer verdeutlicht zudem eine erhaltene 
Terrakottastatue, die einen Gladiator zusammen mit einem 
Fruchtbarkeitsgott darstellt.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise im LWL-Römermuseum:
Dienstags bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 19 Uhr

Erwachsene 5 Euro

Kinder und Jugendliche 2,50 Euro
(6 bis 17 Jahre)

Familien 10 Euro
(Eltern mit Kindern bis 17 Jahre)

Gruppen pro Person 4 Euro
(Erwachsene ab 16 Personen)

Schülerinnen und Schüler 2 Euro
(zwei Begleiter frei) bei Teilnahme an Führungen oder 
museumspädagogischen Programm im Rahmen einer 
Lehrveranstaltung

Ermäßigungsberechtigte 3 Euro
(mit Nachweis)

Audioguide deutsch/englisch 4 Euro
ermäßigt 3 Euro


INFO

LWL-Römermuseum
Weseler Straße 100
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 9376-38
URL: www.luxus-ausstellung.de 
URL: www.roemermuseum-haltern.de 

Begleitend zur Ausstellung erscheint im Verlag Philipp von 
Zabern ein reich bebilderter Katalog (300 Seiten mit 
320 Farbabbildungen). Die Museumsausgabe ist zum 
Preis von 24,90 Euro erhältlich.