[WestG] [AKT] Von der Leichtigkeit des Gedenkens - Kritisches zu den "Stolpersteinen", 15.11.2007, Dorsten

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Nov 13 12:00:07 CET 2007


Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 12.11.2007, 21:47
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AKTUELL

Von der Leichtigkeit des Gedenkens - Kritisches zu den 
"Stolpersteinen"

Das Jüdische Museum lädt in dieser Woche zu einer kritischen 
Debatte über die Stolpersteine für Opfer des NS-Rassismus ein. 
Die "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Günter Demnig sind 
enorm verbreitet - in Hunderten deutscher Städte wurden diese 
kleinen Denk-Male inzwischen zum Gedenken an ermordete jüdische 
und andere Opfer der NS-Diktatur gesetzt. Auch in der Innenstadt 
von Dorsten wurde 2006 und zuletzt im Oktober 2007 eine Reihe 
solcher Steine zur Erinnerung an ehemalige jüdische Dorstener 
unter großer Anteilnahme von Schulklassen u.a. verlegt.

Die ungeheure Popularität dieses Ansatzes ist nicht zu übersehen;
doch entgegen mancher vereinfachter Sichtweise sind nicht alle, 
die Einwände gegen diese Form des Gedenkens formulieren, vom 
Motiv der Verdrängung und Leugnung der NS-Verbrechen geleitet. 
Die Referentin stellt einige kritische Fragen: Wie erinnern die 
Stolpersteine eigentlich genau an die Opfer? Werden wirklich 
produktive Lernprozesse durch sie angestoßen? Welche Gruppen 
werden so geehrt? Mit welchen Motiven beteiligen sich die 
Unterstützer/innen? Gibt es nicht noch weitere künstlerische 
Ausdruckformen des Gedenkens, die ebenso Unterstützung 
verdienen? Fördern die Stolpersteine wirklich das Nachdenken?

Die Referentin des Abends, Dr. Ulrike Schrader ist 
Literaturwissenschaftlerin und leitet die Begegnungsstätte Alte 
Synagoge in Wuppertal. Die Kinder- und Jugendliteratur zum 
Nationalsozialismus ist eines ihrer Spezialthemen. Zu ihren 
Veröffentlichungen gehören: "Niemand hat mich wiedererkannt..." 
Else Lasker-Schüler in Wuppertal (2003), "Blindenwerkstatt Otto 
Weidt. Arbeitsmappe für den Unterricht" (2004) und „Tora und 
Textilien. Zur Geschichte der Juden im Wuppertal" (2007).


INFO

Wann: 
Donnerstag 15. November 2007, 19:30 Uhr

Wo: 
Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Str.1
46282 Dorsten
Gebühr: 5 € (Mitglieder des Trägervereins 4 €)