[WestG] [AUS] 300 Jahre Carl von Linné. Auf den Spuren des Botanikers, 05.05.-31.12.2007, Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mai 25 11:15:55 CEST 2007


Von: "Pressestelle der  <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 24.05.2007, 14:46


AUSSTELLUNG

300 Jahre Carl von Linné
Auf den Spuren des Botanikers

Warum ist Carl von Linné so berühmt? Der Frage geht eine 
Posterausstellung im Pavillon des Botanischen Gartens der 
Universität Münster nach. Anlass der Ausstellung, die noch bis 
Ende des Jahres zu sehen ist, ist der 300. Geburtstag des 
schwedischen Naturwissenschaftlers. Linné hat die so genannte 
binäre Nomenklatur eingeführt, die bis heute gültig ist und eine 
eindeutige Benennung aller Lebewesen ermöglicht.

Die Ausstellung zeichnet Leben und Werk des 
Naturwissenschaftlers nach. Carl von Linné lebte von 1707 bis 
1778. Zur damaligen Zeit entsprach ein Medizinstudium einem 
Studium der Naturwissenschaften und war die einzige Möglichkeit, 
sich wissenschaftlich mit Pflanzen zu beschäftigen. Daher 
studierte der botanikbegeisterte Linné in Schweden Medizin. Nach 
seiner Promotion arbeitete er unter anderem als Arzt des 
Schwedischen Königshauses. 1741 wurde er als Professor der 
Medizin an die Universität Uppsala berufen und lehrte dort bis 
zu seinem Tod Medizin und Botanik.

Linnés Werk wirkt nach: Die binäre Nomenklatur aus lateinischen 
Gattungs- und Artnamen ist bis heute gültig und ermöglicht eine 
weltweit einheitliche Benennung von Tieren und Pflanzen. Der 
erste Teil des Namens bezeichnet die Gattung und ist bei 
Lebewesen, die eng verwandt sind und der gleichen Gattung 
angehören, identisch. Der zweite Teil des Namens ist für jede 
Art spezifisch, so dass sich eine einzigartige Kombination aus 
zwei Namensteilen für jede Art ergibt.

Ein Stein des Anstoßes war zu Lebzeiten Linnés sein Sexualsystem 
der Pflanzen. Linné ordnete alle Pflanzen abhängig von der 
Anzahl der "Geschlechtsorgane", also der Staubblätter und 
Stempel. Dabei zog er explizit Parallelen zur menschlichen 
Sexualität. Blüten mit neun Staubblättern und einem Stempel 
beschrieb er so: "Neun Männer im selben Brautgemach mit einer 
Frau". Das schockierte damals viele Botaniker. Auch heute wird 
das System nicht mehr verwendet, allerdings aus anderen Gründen. 
Es ist ein künstliches System und kategorisiert Pflanzen 
unabhängig von ihrer Verwandtschaft untereinander nach 
äußerlichen Merkmalen.

Seine Studenten sandte Linné als "Apostel" in die weite Welt, 
und sie schickten ihm von dort exotische Pflanzen und Tiere. Zum 
Dank verewigte er sie, indem er Pflanzengattungen nach ihnen 
benannte. "Allerdings überlebten nicht alle die Reisen in ferne 
Länder, sieben kehrten nie zurück", verrät ein 
Ausstellungsposter auch die Schattenseiten des Forschungsdrangs. 
Berühmte Zeitgenossen wie Goethe und der Philosoph Jean Jaques 
Rousseau waren von Linné begeistert. So soll Rousseau ihm die 
Nachricht übermittelt haben: "Sagt ihm, ich kenne keinen 
größeren Mann auf Erden." 1557 wurde Linné - der bis dahin den 
latinisierten Namen seines Vaters, Linnaeus, trug - als Carl von 
Linné zum Ritter geschlagen.

Wer sich im Botanischen Garten auf Spurensuche begibt, wird 
überall Hinweise auf das Werk Linnés finden. So steht hinter 
vielen Pflanzennamen ein L. für Linné - als Zeichen dafür, dass 
er es war, der diese Pflanzenart als erster eindeutig benannt 
hat.


INFO

Das Leben Linnés - Universität Uppsala
URL: http://www.linnaeus.uu.se/online/index-en.html