[WestG] [AUS] Zeichen der Froemmigkeit in Westfalen, Telgte, ab 03.06.2007

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Do Mai 10 17:10:28 CEST 2007


Von: "Pressestelle Uni Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 10.05.2007, 17:03


AUSSTELLUNG

Was glauben wir?
Heimathaus Münsterland zeigt wertvolle Bücher aus der ULB

 Er gilt als eines der ersten reformatorischen Zeugnisse im
Münsterland: Der "Lippstädter Katechismus" aus dem Jahre 1524 wird
zusammen mit anderen alten Schätzen aus der Universitäts- und
Landesbibliothek (ULB) Münster vom 3. Juni bis 23. September 2007 in
der Sonderausstellung "Was glauben wir? Zeichen der Frömmigkeit in
Westfalen" im Heimathaus Münsterland in Telgte zu sehen sein.

Er stammt aus der Feder des Gelehrten Johannes Westermann und
beschäftigt sich mit der Auslegung der Zehn Gebote. Das erste
reformatorische Werke Westfalens verfasste der Autor volksnah in
niederdeutscher Sprache - unüblich, denn Latein war zu dieser Zeit
noch die vorherrschende Schriftsprache. Der protestantische
Katechismus gilt als Rarität: In ganz Deutschland existiert nach
Informationen Rainer Feldmanns, Leiter der Hauptabteilung
"Handschriften, Historische Bestände, Bestandserhaltung" der ULB,
nur noch ein Exemplar und das steht in der ULB Münster.

Katholische Gegenschriften folgten einige Jahrzehnte später. Im Jahr
1563 erschien der "Kleine Katholische Katechismus" ("Parvus
cathechismus catholicorum") als intellektuelles Gegenstück zum
"Lippstädter Katechismus". Der Autor und Gründer des ersten
Jesuitenkollegs Deutschlands, Petrus Canisius, verfasste es in
lateinischer Sprache. Erst 1597 legte der Westfale Johannes von Detten
auch ein sprachliches Adäquat zum Werk Westermanns vor: Der "Kleine
Katechismus" ist in der Volkssprache Niederdeutsch verfasst.

"Die Katechismen waren Gebrauchsliteratur", erklärt Feldmann.
Dementsprechend unprätentiös kommen auch ihre Einbände daher.
Einst nur aus Pergamentpapier bestehend, sind die religiösen Werke
im 20. Jahrhundert in Pappe gebunden worden. Zerlesene, speckige oder
fehlende Seiten zeugen von ihrer häufigen Nutzung. Sehenswert sind
vor allem die aufwendigen Illustrationen im Inneren der Bücher. Sie
werden in der Sonderausstellung neben anderen Zeugnissen der
westfälischen Frömmigkeit, wie zum Beispiel Rosenkränzen und
Gebetsbüchern, im Museum Heimathaus Münsterland und Krippenmuseum
in Telgte gezeigt.

Link: Universitäts- und Landesbibliothek Münster
(http://www.ulb.uni-muenster.de/)