[WestG] [AKT] LWL kuert Westfalens letzte Laubenhalle zum Denkmal des Monats, Porta Westfalica

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Mär 1 10:53:48 CET 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 27.02.2007, 10:05


AKTUELL

LWL kürt Westfalens letzte Laubenhalle zum Denkmal des Monats 
Sponsoren für dringend notwendige Restaurierung gesucht

Im 19. Jahrhundert waren Ausflugslokale mit einem Kaffeegarten 
in Westfalen-Lippe weit verbreitet. Doch in den 1960er Jahren 
änderte sich das Freizeitverhalten der Menschen und die 
Kaffeegärten verloren an Bedeutung. So auch der Kaffeegarten des 
renommierten "Kaiserhofes" mit seiner Laubenhalle unterhalb des 
Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Porta Westfalica (Kreis 
Minden-Lübbecke). Obwohl die offene Laubenhalle kaum noch 
genutzt wurde, pflegten die Eigentümer sie weiter. So blieb die 
Laubenhalle als einzige ihrer Art in ganz Westfalen-Lippe 
erhalten. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe 
(LWL) sie jetzt zum Denkmal des Monats Februar gekürt.

Doch der Zahn der Zeit hat auch an dieser hölzernen 
Gartenarchitektur genagt, die in diesem Jahr 110 Jahre alt wird. 
Die dringende Restaurierung übersteigt aber die finanziellen 
Möglichkeiten der Eigentümer, da sie die wiederhergerichtete 
Laubenhalle ja nur im Sommer bei gutem Wetter gastronomisch 
nutzen könnten. Die notwendigen Investitionen, wären somit nicht 
einmal annähernd zu erwirtschaften. Um zu verhindern, dass die 
Gartenarchitektur der Jahrhundertwende weiter verfällt, suchen 
die Eigentümer, die Stadt Porta Westfalica, die Stadt- und 
Kreisheimatpfleger und das LWL-Amt für Denkmalpflege in 
Westfalen nach Wegen für ein tragfähiges Finanzierungskonzept.
 
"Ideal wäre es, wenn sich ein Sponsor fände, der bei der Rettung 
des in Westfalen einzigartigen Baudenkmals helfen würde. Dann 
könnte die Laubenhalle saniert werden und gäbe ein attraktives 
Ambiente für einen Biergarten ab. Das wäre sicher ein reizvolles 
Ziel für Radtouristen und Besucher des Kaiser-Wilhelm-Denkmals", 
so LWL-Denkmalpflegerin Dr. Barbara Pankoke.

Der Kaffee- und Konzertgarten war gegen Ende des 19. 
Jahrhunderts ein echter Besuchermagnet: Vom nahegelegenen Minden 
aus konnte man mit der Straßenbahn direkt bis vor das Hotel 
"Kaiserhof" fahren. Auch viele Kurgäste aus Bad Oeynhausen kamen,
 um nach einem Besuch des Kaiser-Denkmals hier zu essen oder bei 
den Klängen einer Kapelle Kaffee zu trinken. Um den Besuchern 
den Aufenthalt noch angenehmer zu machen, errichtete das Hotel 
1897 auf seiner erhöhten Aussichtsterrasse die offene 
Laubenhalle. Nun konnten die Ausflugsgäste von Sonne und Regen 
geschützt die Aussicht auf die Weser genießen.

Die an der Südseite des Hotels gelegene Halle ist symmetrisch 
aufgebaut und durch einen erhöhten Mittelteil und zwei 
Eckpavillons gegliedert. Zum Hang hin verfügt die Halle über 
eine geschlossene Rückwand, die auf einer hohen Stützwand aus 
Bruchstein aufsetzt. Das Holzständerwerk der offenen Vorderseite 
ist mit Schnitzereien verziert. Ein Plan vom Anfang des 20. 
Jahrhunderts zeigt vor der Halle eine symmetrisch angelegte 
Gartenanlage in Stil des Neubarock. "Der derzeitige Zustand der 
Halle macht uns allerdings große Sorgen: Im vergangen Jahr ist 
ein Teil der Stützmauer eingebrochen, das Dach ist an mehreren 
Stellen reparaturbedürftig und das Holzständerwerk braucht 
dringend einen neuen Anstrich", nennt Pankoke nur die 
wichtigsten der nötigen Maßnahmen.