[WestG] [AUS] Pompejanische Wandmalereien als Spiegelbild des Luxus, 16.08.-25.11.2007, Haltern am See

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Jun 21 11:24:10 CEST 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 15.06.2007, 11:05


AUSSTELLUNG

Pompejanische Wandmalereien als Spiegelbild des Luxus 
Neue Ausstellung kommt im Sommer

In welchem Luxus die anspruchsvollen Römer vor 2000 Jahren 
schwelgten und wie sie ihren Reichtum in Szene setzten, zeigt 
erstmals in Deutschland die neue Ausstellung "Luxus und 
Dekadenz" mit 170 Exponaten, darunter zahlreiche Wandmalereien, 
Goldschmuck und Marmorskulpturen. Der Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert die Schau über das römische 
Leben am Golf von Neapel vom 16. August bis 25. November im 
LWL-Römermuseum in Haltern am See. Die Ausstellung geht 
anschließend nach Bremen, Nijmegen (Niederlande), München und 
nach Japan.

Mildes Klima, atemberaubende Ausblicke, fruchtbares Ackerland 
und Sonne satt - am Fuße des Vesuv ließ es sich gut leben. Das 
wusste vor 2000 Jahren die römische Oberschicht zu schätzen und 
ließ sich am Golf von Neapel in prunkvollen Stadthäusern und 
Villen nieder, ein pompöser Luxus, der auch seinerzeit Kritiker 
auf den Plan rief. Eine kleine Reihe zu den Themen der 
Ausstellung gibt einen ersten Ausblick:

Griechisch war in 
"Iphigenie auf Tauris" - Goethes Bühnenstück von 1786 haben 
Generationen von Schülern in langen Deutschstunden interpretiert 
und mühsam in seine Einzelteile zerlegt. Was manchen 
Deutschschüler vor Verzweiflung die Haare raufen lässt, hat den 
Dichterfürsten Goethe in den Bann gezogen: die Geschichte von 
Agamemnons Tochter Iphigenie, deren Schicksal zuvor dem antiken 
Dichter Euripides den Stoff für seine Erzählung geliefert hat. 
Nicht weniger fasziniert von dem mythischen Verwirrspiel waren 
die wohlhabenden Römer, die sich vor 2000 Jahren am Golf von 
Neapel niederließen, um der Muße und dem Genuss, aber auch der 
Kunst zu frönen.

Sich in der griechischen Kultur auszukennen und dies auch zu 
zeigen, stand bei den antiken Kunstliebhabern hoch im Kurs. So 
wurden die großflächigen Wände der Prachtvillen oft mit 
Wandmalereien verziert, die mythologische Themen behandelten und 
damit das Wissen der Villenbesitzer über die griechische Kultur 
demonstrieren sollten.

Mit prächtigem Anstrich Iphigenie auf Tauris oder Szenen aus dem 
Leben des Herkules an die Wand zu malen, war vor 2000 Jahren 
also durchaus in Mode. Nicht selten übernahmen die römischen 
Künstler die Motive dabei aus Musterbüchern, aus denen sich die 
betuchten Kunden ihre Bilder wie aus einem Katalog aussuchen 
konnten. Es gab darunter auch profane Motive: Da sich die Räume 
mit Wandmalereien auf relativ preiswerte Weise verschönern und 
künstlich vergrößern ließen, fanden sich an vielen Wänden 
farbenfrohe Szenerien, etwa von idyllischen Landschaften, 
geselligem Leben oder Fantasiebauwerken.

Wie sich vor 2000 Jahren Wände mit Malereien verschönern ließen, 
zeigt die Ausstellung im LWL-Römermuseum anhand eines Filmes 
sowie mehr als 40 frisch restaurierten Fresken wie z.B. das 
Fresko eines liegenden Flötenspielers, das im oberen Bereich mit 
einem Stuckfries verziert ist. Einige der Fresken sind zum 
ersten Mal überhaupt in Deutschland zu sehen.


INFO

LWL-Römermuseum
Weseler Straße 100
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 9376-0
Fax: 02364 9376-30
E-Mail: roemermuseum at lwl.org 
URL: www.roemermuseum-haltern.de