[WestG] [KONF] Workshop zu "Quellen der Judenraete im besetzten Polen", 26.-28.06.2007, Bielefeld

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Jun 15 11:18:23 CEST 2007


Von: "Pressestelle Uni Bielefeld" <pressestelle at uni-bielefeld.de>
Datum: 14.06.2007, 13:56


WORKSHOP

Bielefelder Historiker auf den Spuren der NS-Vernichtungspolitik 
Workshop zu "Quellen der Judenräte im besetzten Polen" vom 26. 
Bis 28 Juni im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ)

Seit langem beschäftigen sich die Bielefelder (Nachwuchs-) 
Historiker Dr. Freia Anders, Katrin Stoll und Karsten Wilke mit 
der NS-Vernichtungspolitik im 2. Weltkrieg. Dazu gehört nicht 
zuletzt die Erforschung des so genannten Bielefelder 
Bialystok-Prozesses, dessen herausragender Stellenwert erst 
durch diese Arbeit nach und nach deutlich wird. Zwischen 1965 
und 1967 verhandelte die Schwurgerichtskammer am Landgericht 
Bielefeld gegen Mitarbeiter der Dienststelle des "Kommandeurs 
der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes für den 
Bezirk Bialystok" (KdS).

Die Angeklagten waren an der Deportation der jüdischen 
Bevölkerung aus den nordostpolnischen Ghettos in Bialystok und 
Umgebung in die Vernichtungslager beteiligt. Nur auf der 
Grundlage historischer Dokumente gelang es dem Gericht damals, 
den Angeklagten die Kenntnis von Ziel und Zweck der 
Deportationen nachzuweisen und die Täter der Beihilfe zum Mord 
schuldig zu sprechen. Dazu gehörten auch die Meldungen des 
Bialystoker Judenrats. Sie geben Einblicke in die 
Reaktionsweisen der jüdischen Ghettobevölkerung auf die deutsche 
Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und verdeutlichen eine 
große Bandbreite menschlichen Verhaltens angesichts der 
zunehmenden schrecklichen Gewissheit über den laufenden 
Massenmord.


INFO

Kontakt: 
Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Bielefeld
Pressesprecher Ingo Lohuis
Universitätsstraße 25
33615 Bielefeld, 
Tel.: (05 21)1 06-41 45/46
Fax: (05 21) 1 06-29 64
E-Mail: pressestelle at uni-bielefeld.de 
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