[WestG] [TV/R] Bilderbuch Deutschland: Die Emscher, WDR 08.07.2007
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Fr Jul 6 10:23:57 CEST 2007
Von: "Lernzeit" <Lernzeit at WDR.DE>
Datum: 06.07.2007, 10:03
TV/R
Sonntag, 8. Juli 2007
Bilderbuch Deutschland
11 - 11.45 Uhr, WDR Fernsehen
Die Emscher
Wiederholung: 9. Juli, ab 4 Uhr (WDR Fernsehen)
Wohl kein zweites deutsches Gewässer ist der Industrielandschaft so verbunden, so
unterworfen wie dieser Fluss, diese 77 Kilometer von Holzwickede nach Dinslaken, in
deren Einzugsgebiet rund 2,4 Millionen Menschen leben.
Das natürliche Flußbett wurde im Zuge der ökologischen und städtebaulichen Erneuerung
des nördlichen Ruhrgebietes fast überall durch ein Betonbett ersetzt.
Man hat den Flusslauf begradigt, kanalisiert, ja selbst die Mündung verlegt. Der Fluss, in dem
einst Forellen und Hechte schwammen, wurde zum "Köttelbecken" des Reviers. Auch darum ist
die Emscher so einmalig: das Gegenbild zum romantisch verklärten Rhein.
Und doch ist auch die Emscher Spiegel von Träumen und Sehnsüchten. In einer Zeit, da sich
die ganze Region zwischen Rhein und Ruhr - notgedrungen - nicht mehr nur über ihre
industrielle Seite definieren kann und in der Fremdenverkehrswerbung etwa verstärkt
auf den Freizeitwert setzt, tritt auch die Emscher wieder zu Tage, wird renaturiert, zum
Zentrum einer neuen Landschaft zwischen Spaß und Kultur.
Die Emscher passiert den Westfalenpark. Sie fließt unweit des Gelsenkirchener Parkstadions
vorbei (Schalke!) - aber auch an Europas größtem Einkaufszentrum, dem "Centro" in
Oberhausen. Die Emscher war gar Bestandteil der Bundesgartenschau und gibt einem
internationalen Pilotprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen den Namen: dem Emscher
Park, der "Werkstatt für die Zukunft von Industrie-Regionen". Erstmalig in der Geschichte
wird hier systematisch daran gearbeitet, eine von der Industrie verbrauchte Landschaft
von 300 Quadratkilometern nach ökologischen und ästhetischen Kriterien neu zu gestalten.
Der Film von Tilman Jens beschreibt diesen kleinen, selbst an der Mündung gerade einmal
7 Meter breiten Fluss, mit dem sich so viel Geschichte, so viele Zukunftshoffnungen
verknüpfen, der Idyll und Tristesse gleichermaßen verkörpert. Jens und sein Team
reisen von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein. Akteure des Films sind dabei
die Menschen, die mit dem Fluss leben. So unter anderem Taubenzüchter und
Windhund-Besitzer, die Mitglieder des Kleingartenvereins "Emschertal", die
Insassen des Jugendknasts in Meisenhof, dessen Areal die Emscher begrenzt.
Film von Tilman Jens
Erstsendedatum ARD/WDR: 28.12.1997
URL: http://www.lernzeit.de/sendung.phtml?detail=920990