[WestG] [AKT] Am Samstag, dem 20. Januar 2007, ist Michael Zimmermann gestorben
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jan 23 10:27:46 CET 2007
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 23.01.2007, 10:02
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"
AKTUELL
Am Samstag, dem 20. Januar 2007, ist Michael Zimmermann
gestorben.
Michael Zimmermann wurde 1951 in Mülheim an der Ruhr geboren und
hat Geschichte, Sozialwissenschaften und Latinistik studiert. Er
war von 1978 bis 1980 als wissenschaftliche Hilfskraft in der
Fakultät für Katholische Theologie der RUB bei dem Projekt zur
Geschichte des Bergarbeiterviertels und von 1980 bis 1981 als
wissenschaftlicher Angestellter im Oral History-Projekt
"Lebensgeschichte und Sozialkultur im Ruhrgebiet 1930-1960" an
der Gesamthochschule Essen tätig. Er realisierte Anfang der
Achtziger Jahre diverse Buch- und Ausstellungsprojekte für die
IG Bergbau und Energie, das Recklinghäuser Kulturdezernat, den
Kommunalverband Ruhrgebiet und die Stadt Herne.
Die bekannteste Arbeit aus dieser Zeit ist sicherlich das für die
"Geschichte von unten" - Bewegung" prägende Hochlarmarker
Lesebuch. An der Universität Heidelberg arbeitete er in den
Jahren 1985/86 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt
"Verfolgungserfahrung deutscher Sinti und Roma unter dem
Nationalsozialismus". Er promovierte 1986 mit der Arbeit
"Schachtanlage und Zechenkolonie. Leben, Arbeit und Politik in
einer Zechensiedlung 1880 bis 1980" und war acht Jahre, von 1986
bis 1994 als Historiker an der Alten Synagoge Essen beschäftigt.
Seine 1996 publizierte Habilitation "Rassenutopie und Genozid.
Die nationalsozialistische 'Lösung der Zigeunerfrage'", die wohl
umfassendste und genaueste Arbeit, die es zu diesem Thema gibt,
wurde 1997 mit dem Habilitationspreis der Universität Jena
ausgezeichnet.
Seit 1994 war Michael Zimmermann Mitarbeiter für kulturfachliche
Grundsatzfragen im Dezernat für Bildung und Kultur der Stadt
Essen. Daneben engagierte er sich als Mitglied in zahlreichen
Kommissionen ("Sinti und Roma" der EKD; zur Neugestaltung der
KZ-Gedenkstätte Neuengamme sowie der KZ-Gedenkstätten in
Brandenburg; Mitglied in der Frankfurter Konzeptions-Kommission
für das Fritz-Bauer-Institut, zur Neukonzeption der Gedenkhalle
Oberhausen). Seit 1996 lehrte er als Privatdozent an der
Universität Jena und seit 2000 an der Ruhr-Universität Bochum am
Lehrstuhl für Zeitgeschichte. Michael Zimmermann war
Mitherausgeber der Zeitschriften WerkstattGeschichte und Romani
Studies, Mitglied im Beirat des Jüdischen Museums Westfalen in
Dorsten, des Arbeitskreises "Sinti und Roma" des Fritz Bauer
Instituts und auch im Forum Geschichtskultur an Ruhr und
Emscher.
Er hat die Arbeit des Forums Geschichtskultur kritisch begleitet
und konstruktiv angeregt. Er war Jury-Mitglied bei seinen
Geschichtswettbewerben sowie Autor zahlreicher Beiträge in der
Zeitschrift FORUM Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur,
für die er regelmäßig Studenten und Studentinnen als AutorInnen
empfahl.
Das Forum Geschichtskultur trauert sehr um Michael Zimmermann.
Er wird fehlen.
Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e .V.