[WestG] [AKT] Bilanz 2006: Mehr Besucher in den 17 LWL-Museen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Jan 23 10:03:37 CET 2007
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 17.01.2007, 13:14
AKTUELL
Bilanz 2006: Mehr Besucher in den 17 LWL-Museen
Die 17 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL)
verzeichneten 2006 einen Besucheranstieg um fast 100.000.
Insgesamt erlebten 1,286 Millionen Menschen im vergangenen Jahr
in den LWL-Einrichtungen Kultur (2005: 1,193). "Grund für diesen
Anstieg sind vor allem die beiden erfolgreichen
Sonderausstellungen über Canossa in der Paderborner Kaiserpfalz
sowie die Klima-Ausstellung, die noch bis Ende Mai im unserem
Archäologiemuseum in Herne zu sehen ist", so LWL-Direktor Dr.
Wolfgang Kirsch.
Das LWL-Museum in der Paderborner Kaiserpfalz stand 2006 ganz im
Zeichen der Canossa-Ausstellung, die der LWL gemeinsam mit dem
Erzbistum Paderborn und der Stadt Paderborn gezeigt hat. Obwohl
das LWL-Museum wegen des Auf- und Abbaus der Ausstellung im
restlichen Jahr nur kurz geöffnet hatte, kamen insgesamt über
188.000 Besucher (2005: 27.000).
Das LWL-Archäologiemuseum in Herne profitierte gleich von zwei
erfolgreichen Sonderausstellungen: Zu Beginn des Jahres waren
unter dem Titel "Von Anfang an" die wichtigsten Funde der
nordrhein-westfälischen Archäologen aus den vergangen fünf
Jahren. Noch bis zum 30. Mai zeigt das Museum in der Ausstellung
"Klima und Mensch", mit 800 Exponaten aus allen Kontinenten, wie
sich das Klima entwickelte und das Leben von Menschen, Tieren
und Pflanzen beeinflusste - von vor sechs Millionen Jahre bis
heute. Die beiden Ausstellungen sorgten dafür, dass sich die
Besucherzahl von 46.000 im Vorjahr auf 95.000 mehr als
verdoppelt hat.
Den erwarteten Rückgang musste dagegen das LWL-Römermuseum
Haltern (Kreis Recklinghausen) hinnehmen, das 2005 mit der
Sonderausstellung über die letzten Tage von Pompejis
Nachbarstadt Herculaneum einen Besucherrekord aufstellte. Nach
140.000 Besuchern im Vorjahr fiel die Zahl 2006 ohne große
Sonderausstellung mit 36.500 Besuchern nur leicht unter das
Niveau von 2004. Mit der Ausstellung "Luxus und Dekadenz in den
antiken Städten am Golf von Neapel" will das LWL-Museum in
diesem Jahr an die erfolgreiche Herculaneum-Ausstellung
anknüpfen.
Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in
Münster, das in diesem Jahr zahlreiche kleinere
Sonderausstellungen zeigte, musste einen leichten
Besucherrückgang von 63.000 auf knapp 61.000 hinnehmen. Mit
einer Begleitschau zu den "Skulptur-Projekten 2007", die das
LWL-Museum bereits zum vierten Mal ausrichtet, im Sommer und
einer große Ausstellung mit dem Titel "Jugendstil und
Expressionismus. Von Hermann Obrist zu Marc, Klee und Kirchner"
im Winter will das LWL-Museum seiner Besucherzahlen wieder
steigern.
Dem Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster gelang die
Steigerung der Besucherzahlen schon in diesem Jahr: Das neue
Programm für Kinder ab vier Jahren mit dem Hasen Felix im
Planetarium des LWL-Museums, das noch bis Ende Juni 2007 gezeigt
wird, die Festwoche rund um das 25-jährige Bestehen des
Planetariums und die Sonderausstellung "Versteinerte Schätze
Westfalens" sorgten dafür, dass die Besucherzahl von 110.500 auf
115.000 stieg.
Das besucherstärkste LWL-Museum war auch 2006 wieder das
Westfälische Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe). Mit 191.000
blieb die Besucherzahl nahezu konstant (2005: 191.500). Dazu
trug neben der Sonderausstellung "Ikarus Maschinen. Luftfahrt in
Ostwestfalen-Lippe", die der Kreis Lippe im LWL-Museum zeigte,
vor allem der Museumsadvent mit über 20.000 Besuchern bei.
Auch das LWL-Freilichtmuseum Hagen steigerte seine
Besucherzahlen leicht gegenüber dem Vorjahr von 150.500 auf
151.200. Die Sonderausstellung "Verlockungen. Die Kultur der
Frisur" lockte ebenso viele Besucher ins Museum wie der
romantische Weihnachtsmarkt, zu dem über 23.000 Interessierte
kamen.
Das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund schaffte 2006
die 100.000-Besucher Marke: Insgesamt kamen 102.000 Besucher
(2005: 86.000). Grund für diesen deutlichen Anstieg war die
Sonderausstellung "Aufbau West" und zahlreiche
Sonderveranstaltungen zur Fußball WM.
Da im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum 2006 das alle
zwei Jahre stattfindende und sehr besucherträchtige
"Dampffestival" nicht auf dem Programm stand, ging die
Besucherzahl zurück. Zusätzliche Öffnungszeiten während der
Fußball WM und die Ausstellung "Kumpel auf vier Beinen" über
Pferde im Bergbau sorgten dafür, dass der Rückgang von 28.000
(2005) auf 24.500 moderat ausfiel.
Die Ausstellung "Sprengstoff", die sich mit der Katastrophe vor
100 Jahren in der Wittener Roburitfabrik beschäftigt (läuft noch
bis zum 28. Januar) sorgte unter anderem dafür, das die
Besucherzahl im Wittener LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
von 30.000 auf 33.500 gestiegen ist.
Einen deutlichen Besucherrückgang musste das LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen)
hinnehmen: 2005 sorgte die "schwimmende Wanderausstellung auf
der Ostara" für die Rekordbesucherzahl von 100.000. Ohne
Sonderausstellung kamen 2006 knapp 70.000 Besucher.
Jeweils einen leichten Besucherrückgang verzeichneten die beiden
LWL-Industriemuseen Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis
Minden-Lübbecke) und die Ziegelei Lage (Kreis Lippe). In
Gernheim sank die Besucherzahl um rund 1.500 auf 26.500, in Lage
ging sie um rund 2300 auf 34.500 zurück. Noch bis zum 22. April
läuft im LWL-Museum die Ausstellung "Techniker der Endlösung
Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz", die zeigt, wie ganz
normale Firmen in den Holocaust verwickelt waren.
In das LWL-Textilmuseum Bocholt (Kreis Borken) kamen im
vergangen Jahr über 31.000 Besucher, das ist eine Steigerung von
fast 3.000 gegenüber dem Vorjahr. Neben der Sonderausstellung
"Schätze der Seidenstraße" war hier der Adventsmarkt ein
besonderer Besuchermagnet.
Einen Besucherrückgang musste dagegen das LWL-Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) hinnehmen: Mit rund
80.500 Besuchern ging die Zahl um 7.000 zurück. Hauptgrund dafür
war die verregnete Veranstaltung "Das Fest", zu der 2006
wetterbedingt nur 5.000 statt der sonst üblichen 20.000 Besucher
kamen. Außerdem waren Teile des Museums im Juli für die
Triennale vermietet, so das in dieser Zeit keine
Sonderveranstaltungen stattfinden konnten. Von Mai bis Juni
zeigt das LWL-Museum Fotos von Manfred Vollmer, der die
Stillegung der Henrichshütte mit der Kamera verfolgt hat. Die
Ausstellung "Motiv Industriekultur" stellt den Fotos Vollmers,
der als einer der qualifiziertesten Ruhrgebietsfotografen gilt,
von Realschülern bearbeitete Originale gegenüber.
Ein deutliches Plus bei den Besucherzahlen verzeichnete das
Westfälische Museum für Klosterkultur in Lichtenau (Kreis
Paderborn): Im letzten Jahr vor der ganzjährigen Öffnung kamen
44.000 Besucher ins Kloster Dalheim, im Vorjahr waren es 37.500.
Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes präsentiert
sich ab Pfingsten 2007 das LWL-Museum in neu hergerichteten
Museumsräumen. Die erste Sonderausstellung "Westfälische
Klosterkultur im Barock" (Mai bis Dezember) nimmt die zeitliche
Epoche zum Thema, in der zahlreiche Gebäude entstanden sind, die
heute das Aussehen Dalheims prägen.