[WestG] [KONF] Symposium: Wie man die Echtheit von antiken Plastiken bestimmt, 17./18.02.2007, Bochum
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Feb 15 10:06:55 CET 2007
Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 12.02.2007, 11:46
SYMPOSIUM
Vorzeitig gealterte Kunst
Symposium an der RUB rüstet gegen Fälscher
Wie man die Echtheit von antiken Plastiken bestimmt
In Kunst zu investieren ist ein äußert kostspieliges Vergnügen.
Das Vergnügen bleibt jedoch schnell auf der Strecke, muss man
letztendlich feststellen, dass die angeblich 2000 Jahre alte
Bronzestatue eigentlich noch keine 20 ist. In keinem anderen
Bereich der Kunst wird derzeit soviel gefälscht wie bei antiken
afrikanischen und asiatischen Plastiken. Schuld daran ist unter
anderem fehlender Austausch der Geisteswissenschaften mit den
Naturwissenschaften: Eine engere Zusammenarbeit der
verschiedenen Disziplinen wie der Kunstgeschichte, der
Ethnologie und der Chemie könnte helfen der Fälschungsflut
entgegenzutreten. Miteinander in Dialog kommen Wissenschaftler
jetzt auf dem interdisziplinären und internationalen Symposium
"Original- Kopie- Fälschung", das die Stiftung Situation Kunst
und die Ruhr-Universität Bochum veranstalten. Das Symposium
(17./18. Februar 2007, Veranstaltungszentrum der RUB) steht in
engem Kontakt mit dem wissenschaftlichen Beirat Afrika unter der
Leitung von Prof. Ernst Pernicka (Curt-Engelhorn Zentrum für
Archäometrie, Mannheim).
Möglichkeiten und Grenzen
Neben der Präsentation von Verfahren, die helfen Authentizität
zu bestimmen, diskutieren die Teilnehmer auch über die Grenzen
der Methoden. Über die Aussagekraft "wissenschaftlicher" Tests
von Konservatoren referiert Oscar White Muscarella (New York).
Pieter Meyers (Los Angeles) präsentiert die
Authentifikationskunde asiatischer Metallartefakte, die in
erster Linie forensische Mittel nutzt - von Mikroskopie über die
Radiocarbon-Methode bis zur Thermolumineszenz. Weitere Themen
sind Kriterien, mit denen man prüfen kann, ob antike chinesische
Bronzestatuen echt sind (Dr. Tom Chase, Chevy Chase), die
aktuelle Situation bezüglich Analysen von Bronzewerken aus Benin
(Prof. Dr. Josef Riederer, Berlin) und die Rolle von
wissenschaftlichen Methoden während des Authentifizierens (Mark
Rasmussen, Stillwater). Ein Vortrag über nigerianische Bronze-
und Elfenbeinstatuen des späten 20. Jahrhunderts verknüpft die
Fragen zur antiken Kunst mit der Gegenwartskunst (Barbara W.
Blackmun, San Diego).
Auch für Laien interessant
Das Symposium richtet sich an Wissenschaftler, aber auch an
kunstinteressierte Laien, die sich Wissen darüber aneignen
möchten wie Originale zu erkennen sind. Vorträge und
Diskussionen laufen auf Englisch. Die Teilnahmegebühr beträgt 40
Euro; Studenten und Mitglieder des Vereins Situation Kunst
zahlen lediglich einen ermäßigten Beitrag von 15 Euro.
INFO
Stiftung Situation Kunst
Nevelstraße 29c
44795 Bochum
Tel.: 0234-2988901
das komplette Programm ist im Internet unter
http://www.situation-kunst.de zu finden.