[WestG] [AKT] Die Eisen- und Stahlindustrie im westfaelischen Ruhrgebiet nach 1945, 13.02.2007, Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Feb 9 11:37:34 CET 2007


Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org> 
Datum: 07.02.2007, 13:41


AKTUELL

Vortragsveranstaltung des Vereins für Geschichte und 
Altertumsskunde Westfalens, Abt. Münster
Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Dortmund

"Strukturwandel an der Ruhr: Die Eisen- und Stahlindustrie im 
westfälischen Ruhrgebiet nach 1945"

Der Strukturwandel im Ruhrgebiet ist seit Jahrzehnten ein 
aktuelles Thema. Konjunkturen und Krisen stellten die Eisen- und 
Stahlindustrie immer wieder vor neue Herausforderungen. Am 
Dienstag, den 13.02. referiert der Historiker Dr. Karl-Peter 
Ellerbrock (Direktor des Westfälischen Wirtschaftsarchivs in 
Dortmund) zum Thema "Strukturwandel an der Ruhr: Die Eisen- und 
Stahlindustrie im westfälischen Ruhrgebiet nach 1945". Er 
beschließt damit die aktuelle Vortragsreihe des Vereins für 
Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster. Am 
Beispiel des Stahlstandortes Dortmund und seiner Unternehmen 
zeigt der Vortrag auf, dass die Geschichte der deutschen, aber 
auch der europäischen Eisen- und Stahlindustrie zugleich eine 
Geschichte von Fusionen und strategischen Allianzen ist, die 
unterschiedlich erfolgreich verlaufen sind.

Die Dortmund-Hörder Hüttenunion entstand 1951 im Zuge der 
Entflechtung und Neuordnung, wie sie von den Alliierten 
veranlasst wurde. Der Zusammenschluss mit Hoesch im Jahre 1966 
folgte dann dem Gebot der wirtschaftlichen Vernunft und 
bereitete zugleich die Gründung des ersten länderübergreifenden 
Unternehmensverbundes von Hoesch und Hoogovens zu Estel im Jahre 
1972 vor. Estel brach aber zehn Jahre später wieder auseinander; 
und dies nicht nur angesichts einer dramatischen Wende der 
Stahlkonjunktur, sondern vor allem, weil beide 
Unternehmenskulturen nicht zusammenwuchsen. Auch das Projekt 
"Ruhrstahl" von Hoesch und Krupp scheiterte ebenso wie die 
Vorschläge der von der Landesregierung eingesetzten 
Stahlmoderatoren.

Erst nachdem Krupp im Herbst 1991 ein Aktienpaket von Hoesch mit 
dem Ziel der Verschmelzung beider Unternehmen erworben hatte, 
waren die Weichen zur Überwindung der Strukturkrise bei Eisen 
und Stahl gestellt, die dann im Gegensatz zum bis heute 
staatlich subventionierten Bergbau aus eigener unternehmerischer 
Kraft erfolgte und in der 1999 vollzogenen Fusion mit Thyssen 
seinen vorläufigen Abschluss fand. Im verschärften globalen 
Wettbewerb rangiert ThyssenKrupp derzeit auf Rang zehn.


INFO

Ort:
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
48143 Münster
Tel. ++49/0251/5907-01
Fax ++49/0251/5907-210
landesmuseum at lwl.org 

Der Vortrag beginnt um 20.15 Uhr im Vortragssaal des 
Landesmuseums, Domplatz 10. Der Eintritt ist frei.

Kontakt: 
Christine Schedensack 
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, 
Abt. Münster 
Fürstenbergstraße 15 
48147 Münster 
Tel.: 0251-591 5972 
Fax: 0251-591 6820 
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org 
URL: www.altertumsverein-muenster.de