[WestG] [AKT] Westfalen, Sachsen und das Reich im Zeitalter des Investiturstreits unter Heinrich IV., 11.12.2007, Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 6 11:43:39 CET 2007


Von: "Christine Schedensack" <christine.schedensack at lwl.org>
Datum: 06.12.2007, 09:58 


AKTUELL

Vortrag
Dienstag, 11.12.2007, 20.00 (s.t.)
Prof. Dr. Paul Leidinger (Münster/Warendorf)
Westfalen, Sachsen und das Reich im Zeitalter des 
Investiturstreits unter Heinrich IV. (1056-1106) 
und Heinrich V. (1106-1125)

Im Rahmen der Vorträge des Vereins für Geschichte und 
Altertumskunde Westfalens spricht am kommenden Dienstag (11. 
Dezember) Prof. Dr. Paul Leidinger (Münster/Warendorf) über das 
Thema: "Westfalen, Sachsen und das Reich im Zeitalter des 
Investiturstreits unter Heinrich IV. (1056-1106) und Heinrich V. 
(1106-1125)". Die Zeit der beiden letzten salischen Herrscher 
war eine Epoche des Umbruchs, der sowohl das Verhältnis von 
Kirche und Reich wie das zwischen König und Fürsten betraf.

Er war mit bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gerade in 
Sachsen verbunden und bewirkte grundlegende Veränderungen in den 
landschaftlichen Gliederungen des Reichs, in deren Folge sich 
Westfalen, das bis dahin westliche Drittel des Herzogtums 
Sachsen, aufgrund einer zumeist königstreuen Einstellung seiner 
adligen Führungsschicht politisch von dem östlichen Sachsen 
abtrennte, das zum Kern der Fürstenopposition gegen das salische 
Königtum und Hort der päpstlichen Partei und der Gegenkönige 
wurde.

Der Vortrag wird diesen Prozess an wesentlichen Ereignissen seit 
1070 bis 1124, die auch den Bau von Burgen zur Sicherung des 
Landes nach sich zogen, verdeutlichen. Bedeutsam wurde dabei 
anlässlich eines Reichsheerzugs Heinrichs IV. gegen Sachsen 1075 
die Verleihung des Vorstreitrechtes zwischen Rhein und Weser an 
die mit dem salischen Haus verwandten Grafen von Werl-Arnsberg, 
mit dem Königsgeleit und Heeresaufgebot im genannten Raum 
verbunden war. Damit besaßen die Grafen von Werl-Arnsberg ein 
gleichsam herzogliches Recht, das zum Ansatzpunkt regionaler 
Herrschaft werden konnte, die in Konkurrenz zum sächsischen 
Herzogtum trat.

Eine Folge dieser Politik war die Ausbreitung des 
Westfalenbegriffs vom westlichen und mittleren Hellweg über den 
engrischen Raum Sachsens bis zur Weser im Osten. Zeitlich 
parallel dazu und mit den weltlichen Auseinandersetzungen teils 
verbunden, entwickelte sich der Kampf der 
königlich-westfälischen und sächsisch-gregorianischen Parteien 
um den Einfluss auf die westfälischen Bistümer, die - wie die 
Grafen von Werl-Arnsberg - im Wesentlichen eine Stütze der 
königlichen Seite blieben oder sich weitgehend auf ihre 
geistliche Stellung zurückzogen.

Der Eintritt ist frei.


INFO

Der Vortrag findet statt im Vortragssaal des 
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster
Domplatz 10
48143 Münster

Kontakt:
Christine Schedensack
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster
Fürstenbergstraße 15
48147 Münster
Tel.: 0251-591 5972
Fax: 0251-591 6820
E-Mail: christine.schedensack at lwl.org 
URL: www.altertumsverein-muenster.de