[WestG] [AKT] Veranstaltungsprogramm fuer das zweite Halbjahr 2007, Geschichtsort Villa ten Hompel

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Aug 31 10:40:37 CEST 2007


Von: "Carmen Krybus" <KrybusC at stadt-muenster.de>
Datum: 31.08.2007, 08:42


AKTUELL

Veranstaltungsprogramm für das zweite Halbjahr 2007
Aktuelle Themen ergänzen hausinterne Forschung

Der Geschichtsort Villa ten Hompel lädt im zweiten Halbjahr 2007 
alle historisch Interessierten aus Münster und Umgebung zu 
seinem Veranstaltungsprogramm ein. Beginnend mit der Nacht der 
Museen am 1. September 2007 bieten die verschiedenen Angebote 
unterschiedliche Wege an etwas über die Geschichte zu erfahren.

In der Reihe der "Mittwochsgespräche" werden neueste 
Forschungsergebnis der Zeitgeschichte präsentiert. Die Kölner 
Historikerin Frau Dr. Cordula Lissner beginnt am 9. September 
2007 um 20 Uhr mit dem Thema "Emigration und Rückkehr nach 
1945". Eine weitere Historikerin, Dr. Claudia Moisel aus München 
wird im November über die Französische Konfliktgeschichte nach 
1945 sprechen. Höhepunkt der akademischen Reihe ist sicher der 
Vortrag des internatonal renommierten Geschichtswissenschaftler 
Dr. Raphael Gross vom Leo-Baeck-Institut in London und dem Fritz 
Bauer-Institut in Frankfurt. Sein Thema am 5. Dezember ist eine 
kritische Reflektion über den Begriff der "Treue im 
Nationalsozialismus und darüber hinaus". Im Anschluss an die 
Vorträge wird es in einem offenen Forum Gelegenheit zur 
Nachfrage und Diskussion geben.

Zum Themenbereich des Erinnerns und Gedenkens werden zwei 
Veranstaltungen angeboten: Im Rahmen des "Tag des Offenen 
Denkmals" wird Peter Schilling vom Verein "Spuren finden" das 
Projekt der Stolpersteine in Münster am 9. September 2007 
vorstellen. Inzwischen sind über 100 dieser kleinen 
Erinnerungsdenkmäler im Stadtgebiet von Münster nicht nur als 
Denkmal vor Ort verlegt worden, sondern es wurde die 
Lebensgeschichte der Verfolgten des Nationalsozialismus auch in 
Form von Gedenkblättern im Geschichtsort Villa ten Hompel 
hinterlegt. Am 13. Dezember wird es im Geschichtsort Villa ten 
Hompel wieder zu einer Veranstaltung kommen, bei der neue 
Gedenkblätter für frisch verlegte Stolpersteine verlesen werden. 
Diese Veranstaltungen sind besonders interessant, weil sie nicht 
nur das Gedenken an die historische Zeit der NS-Verfolgung 
nachvollziehbar machen, sondern auch Einblick in die Motivation 
der Person geben, die sich entschlossen haben, Pate oder Patin 
einer Stolperstein-Aktion zu werden.

Als Kooperationsveranstaltung mit dem Evangelischen Forum 
Münster e. V. wird am 12. September der Leiter des 
LWL-Medienzentrums Dr. Markus Köster über die Forschungen zur 
"Kindereuthanasie" berichten. Ebenfalls zum Begleitprogramm der 
Ausstellung des Evangelischen Forums Münster e.V. über den 
Pfarrer Paul Gerhard Braune, der gegen den Massenmord an 
Patienten von Heil- und Pflegeanstalten protestierte, gehört der 
Vortrag von Dr. Boris Böhm. Der Leiter der Gedenkstätte 
Pirna-Sonnenstein spricht am 19. September 2007 über die 
Konzeption und Arbeit seiner Einrichtung, die sich insbesondere 
mit dem Themenfelder der "Euthanasieverbrechen" beschäftigt.

Jüngste Forschungserkenntnisse aus der Villa selbst werden 
Veranstaltungen zum Bereich der Polizeigeschichte bieten. Ansgar 
Burchard hat soeben eine Magisterarbeit über das aktuelle Thema 
der "Auslandseinsätze der deutschen Polizei seit 1994" 
fertiggestellt. Er wird seine Erkenntnisse am 10. Oktober 
vorstellen. Eine Sonderführung von Thomas Köhler thematisiert am 
21. Oktober die "NS-Weltanschauung als Religionsersatz der 
Polizei im Zweiten Weltkrieg" in der Dauerausstellung. Polizist 
und Historiker ist Rainer Stoye Er berichtet über "Die toten 
Kinder von Menden und die Ermittlungen des Landeskriminalamtes". 
Stoyes Vortrag wird durch das Evangelische Forum Münster e.V. 
und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. 
in Kooperation getragen. Im Dezember wird Bettina Blum ihre 
didaktischen Materialien zur Geschichte der Frau in der Polizei 
und der Verwaltung präsentieren.

Der aktuellen Relevanz des Problems "Rechtsextremismus" trägt 
eine kleine Vortragsreihe Rechnung, die mit dem 21. November 
beginnt. Prof. Dr. Karin Priester vom Institut für Soziologie in 
Münster wird dem Publikum einen "Soziologischen Blick auf die 
rechte Szene" eröffnen, während Artur Hertwig abschließend am 
12. Dezember "Aktuelles über den Rechtsextremismus" aus der 
Perspektive Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln berichten 
wird.

Auch die seit 2003 regelmäßig stattfindenden "Tischgespräche" 
mit dem Münsteraner Kabarettisten Andreas Breiing werden 
fortgesetzt. Ab sofort können Karten für die folgenden Termine 
vorbestellt werden: 26. September, 31. Oktober sowie 29. 
November. Rechtzeitige Reservierung wird empfohlen (Eintritt 10 
Euro, keine Abendkasse). Für den 9. November ist die Premiere 
einer szenischen Führung geplant. Das Expeditionstheater wird 
Brechtsche Szenen unter dem Titel "Kreidekreuz" in dem Gebäude 
der Villa inszenieren. Weitere Aufführungen sind geplant.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster 
e. V. organisiert auch in diesem Jahr wieder das Gedenken an die 
Deportationen aus Münster. Nach dem Treffen an der Gedenkstele 
an der Warendorfer Straße wird eine Matinee im Geschichtsort 
Villa ten Hompel veranstaltet. In diesem Jahr wird Prof. Dr. 
Alfons Kenkmann mit seiner Kollegin Elisabeth Kohlhaas aus 
Leipzig über ein Projekt berichten, dass Berichte von Kindern 
über den Holocaust in Warschau 1946 bis 1948 dokumentiert. Diese 
unmittelbar nach der Befreiung von den Überlebenden Zeitzeugen 
einer historischen Kommission berichteten Erlebnisse zeugen von 
großer Nähe zu diesem dramatischen Geschehen.


INFO

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Tel.: 0251 492-71 01
Fax: 0251 492-79 18
E-Mail: tenhomp at stadt-muenster.de 

Eine Veranstaltungsübersicht ist im Geschichtsort Villa ten Hompel 
am Kaiser-Wilhelm-Ring 29 (0251/491-7101) erhältlich oder unter 
www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel.