[WestG] [AUS] Dortmund: Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit, ab 06.09.2007
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Di Aug 21 09:32:12 CEST 2007
Von: "Forum Geschichtskultur" <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 21.08.2007, 08:49
AUSSTELLUNG
6. September bis 23. September 2007
Ausstellung: "Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft - Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit"
in der Volkshochschule Dortmund
Mit einer Ausstellung und einem facettenreichen Begleitprogramm erinnert die Dortmunder VHS ab 6. September an die Verfolgung von Schwulen in der Zeit des Nationalsozialismus. Die von der Projektgruppe Rosa Winkel des Kulturrings in Berlin e.V. erstellte Ausstellung ist zuvor bereits im Deutschen Bundestag präsentiert worden. Sie bietet einen Überblick über die NS-Politik gegenüber Homosexuellen und die Strukturen des Verfolgungsapparats. Mit zahlreichen Biografien beschreibt sie den Alltag Homosexueller in Deutschland 1933-1945. Ergänzend stellt der Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte Dortmund die Schicksale einiger schwuler Männer aus Dortmund und Umgebung dar.
"Anhand der Verfolgung der Homosexuellen will die Ausstellung eine Facette des NS-Unrechtsregimes vergegenwärtigen und so auch ein Merkzeichen für die Gegenwart sein", begründen die Veranstalter, warum sie die aus über 40 Tafeln bestehende Ausstellung in Dortmund präsentieren wollen. "Denn Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich Vernichtung waren die Instrumente zur Durchsetzung der Nazi-Ideologie. Dabei bediente man sich geschickt jeweils schon vorhandener und stets abrufbarer Vorurteile und Klischees". Auf Anregung der regionalen Arbeitsgruppe des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie" haben sich VHS, Stadtarchiv und der Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte Dortmunds zusammengetan und ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.
Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind ein Gemeinschaftsprojekt der Volkshochschule und des Stadtarchivs Dortmund in Kooperation mit dem Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte und Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.
Die Ausstellung wurde von der Projektgruppe Rosa Winkel des Kulturrings in Berlin e.V. konzipiert.
Eröffnung im Forum der VHS
Mittwoch, 5.9.2007, 19 Uhr
Begrüßung
Heinz Bünger, Kommissarischer Direktor der VHS Dortmund
Dr. Günter Högl, Leiter des Stadtarchivs
Einführung in die Ausstellung
Hans Glasner, Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.
Verfolgt, verschwiegen, vergessen
Schwule Männer aus Dortmund und Umgebung
Dr. Frank Ahland/Stefan Nies, Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte Dortmund
Es singt der schwul-lesbische Chor Sang&Klang:Los, Dortmund
Begleitprogramm (alle Veranstaltungen in der VHS Dortmund)
Dienstag, 11.9.2007, 19 Uhr
Paragraph 175
Dokumentarfilm von Jeffrey Friedman, Rob Epstein
Deutschland/USA 1999, 81 min
In Zusammenarbeit mit dem deutschen Historiker Klaus Müller lassen die Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman Zeitzeugen zu Wort kommen. Fünf schwule Männer und eine lesbische Frau - alle über 90 Jahre alt - berichten von Ausgrenzung und Verfolgung, von KZ-Haft und Tod.
Dienstag, 18.9.2007, 19 Uhr
Flucht ins Leben
Lesung aus Werken von Klaus Mann
Lesung: Hartmut Stanke
Einführung: Hans G. Glasner und Dr. Stefan Mühlhofer, Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V."
Klaus Mann, geb. 1906 als zweites Kind von Thomas Mann, stand schon früh im Rampenlicht - mit Romanen, Theaterstücken und einer ersten Biographie, bis 1932 in schneller Folge veröffentlicht. Doch hinter dem Bohemien, charmant, beliebt und redegewandt, verbarg sich ein melancholischer und unsteter Charakter. Seine Vorliebe für Grenzerfahrungen und seine Homosexualität machten ihn zum Außenseiter. Er emigrierte 1933 und wurde als Feind desFaschismus zu einem Repräsentaten des "Anderen Deutschland".
Donnerstag, 20.9.2007, 19 Uhr
(Homo-)Sexualität in den 1950er Jahren
Der Film "Anders als du und ich" (1957)
Kurzvortrag und Film
Dr. Frank Ahland/Stefan Nies
Nach 1945, insbesondere in den 1950er Jahren, werden viele schwule Männer auf Grund des § 175 verurteilt, oft von den gleichen Richtern wie noch in der NS-Zeit. Diskriminiert und kriminalisiert durch heute absurd anmutende Straftatbestände wie den Kuppeleiparagrafen wird auch Sexualität zwischen nicht verheirateten Männern und Frauen und von Jugendlichen.
Diese repressive Atmosphäre und die Kontinuitäten aus der NS-Zeit spiegeln sich in dem Film "Anders als du und ich" wider, der 1957 produziert worden ist. Regisseur ist ausgerechnet Veit Harlan, der im Dritten Reich unter anderem den antisemitischen Hetz- und Propagandafilm "Jud Süß" gedreht hat.
INFO
Kontakt:
Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte
im Schwul-lesbischen Arbeitskreis Dortmund e.V. (Slado)
c/o KCR, Braunschweiger Str. 22, 44145 Dortmund,
Tel. 0231-58969702, e-mail: geschichte at slado.de
www.verfolgt-verschwiegen-vergessen.de
Ort:
Forum der Volkshochschule
Hansastr. 2-4 | 44137 Dortmund
Tel. 0231 / 50 24 727
vhs at dortmund.de
Öffnungszeiten:
Mo - Do 10 bis 17 Uhr, Fr 10-12 Uhr
Auf Anfrage (Gruppen) können mit der VHS auch andere Termine vereinbart werden.
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