[WestG] [AUS] 20+1 Jahr - Glaskunst aus Belgien, 24.09.2006-14.01.2007, Petershagen

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Sep 22 09:37:27 CEST 2006


Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 21.09.2006, 09:50


AUSSTELLUNG

20+1 Jahr - Glaskunst aus Belgien
Ausstellungseröffnung in der Glashütte Gernheim

Belgische Glaskunst aus den vergangenen 21 Jahren des 
"Instituut voor Kunst en Ambacht" (IKA) präsentiert der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 
24. September 2006 in seinem Westfälischen Industrie-
museum Glashütte Gernheim.

Schon vor einem Jahr bot das IKA im Kulturzentrum von 
Mechelen zu seinem zwanzigjährigen Jubiläum eine große 
Retrospektive, dessen kleinere Fassung unter dem Titel 
"20+1 Jahr - Glaskunst aus Belgien" nun - nach dem Gorcum 
Museum in den Niederlanden - auch in Petershagen zu sehen 
ist. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Arbeiten 
heutiger und früherer Lehrer, Studenten und Absolventen 
seit der Entwicklung des Studiengangs "Glaskunst in Flandern". 

Das IKA wurde im Jahr 1958 gegründet. Es verfügt heute
über Abteilungen für Schmuckgestaltung, Buchbindertechnik, 
Keramik, Glas, Photographie sowie Film und Video. Die Glas-
abteilung, der jüngste Zweig, wurde 1985 auf Initiative des
damaligen Direktors des IKA, Georges Beckers, in Zusammen-
arbeit mit Jan Lenssens vom Ministerium für Soziales, Wasser-
verwaltung und Erziehung gegründet. Die tschechisch-belgische 
Glaskünstlerin Miloslava Svobodova (1936-2005) wurde als 
Dozentin mit dem Auftrag verpflichtet, den neuen Studiengang 
aufzubauen. Svobodovas pädagogischer Ansatz konzentrierte 
sich auf die Entwicklung des künstlerischen Potentials jedes 
einzelnen Studenten. Über die Jahre lud sie zudem zahlreiche
anerkannte Gastdozenten ein, die über besondere Fähigkeiten 
und Erfahrungen verfügten, darunter Sybren Valkema, Edward 
Leibovitz, Giampaolo Amoruso, Willem und Bernhard Heesen. 
Sie sollten den Studenten so viele Aspekte wie eben möglich 
aus der Welt des Glases nahe bringen. 

Als Miloslava Svobodova 2001 in den Ruhestand ging, hatte sie
einen vollgültigen Studiengang "Glaskunst in Flandern" aufgebaut. 
Ihr Nachfolger Koen Van der Stukken (*1964) war von 1986 bis 
1992 zunächst Student an der Glasabteilung, von 1992 bis 2000
und von 2002 bis 2004 lehrte er selbst dort. Seine Gusstechniken 
wurden von vielen Studenten für die eigenen Arbeiten übernommen.
Nach der Pensionierung Svobodovas war Jelena Popadic (*1964) 
bis 2002 künstlerische Direktorin. Sie machte sich sehr um den 
internationalen Austausch der Abteilung verdient. Ihr folgte Sandra 
de Clerck (*1966), die sich heute die künstlerische Leitung mit Eric 
Pipien (*1965) teilt, der dort seit zehn Jahren lehrt. Die Anregung 
und Entwicklung des je einzigartigen Potentials jedes Studenten 
stehen nach wie vor im Mittelpunkt der pädagogischen Bemühungen.

Das IKA ist eine Einrichtung, die Teilzeit-Ausbildung anbietet, die 
jedem über achtzehn Jahren offen steht, selbst wenn sie/er über 
keine Vorbildung verfügt. Nach fünf Jahren macht man einen 
Abschluss, dem noch zwei Jahre der Spezialisierung folgen. Die 
Ausbildung besteht aus praktischen, theoretischen, technischen
und ästhetischen Elementen, die alle Bereiche des Themas Glas 
berühren. Unterricht findet nur am Abend oder an Samstagen statt.

Derzeit gibt es in der Glasabteilung rund siebzig Studenten, 
hauptsächlich aus den flämischen oder französischsprachigen 
Landesteilen Belgiens, aus Luxemburg, den Niederlanden und 
Deutschland. Die Auswahl der Studenten erfolgt auf der Grundlage
einer schriftlichen Bewerbung, die Zahl der Plätze ist begrenzt.

In langfristiger Perspektive möchte sich das IKA zu dem Glaszentrum 
Belgiens mit internationaler Strahlkraft entwickeln. Betrachtet man 
das vorhandene Potential, so erscheint dieses Ziel keine eitle 
Hoffnung zu sein. Das Niveau der Absolventen wurde über Jahre 
hinaus als hoch bewertet, aber das Ansehen des Instituts, der 
Dozenten und der Künstler reicht noch darüber hinaus. "Das Fehlen 
einer hochentwickelten Glastradition oder einer Studioglas-Bewegung 
in Flandern erlaubte den Künstlern einen freieren  und souveräneren
Umgang mit Glas als künstlerischem Material", so Koen Vanderstukken 
(damals Dozent) anlässlich des zehnjährigen Jubiläums 1995. Und 
das gilt im Grunde auch noch heute.

Die überaus vielseitige Ausstellung des LWL-Museum, bei der 36 
verschiedene Künstler vertreten sind, wird am Sonntag den 24.9.06 
um 11 Uhr im LWL-Museum Glashütte Gernheim eröffnet.


INFO

20+1 Jahr Glaskunst aus Belgien
24.9.2006 bis 14.1.2007
Westfälisches Industriemuseum Glashütte Gernheim
Gernheim 12, 32469 Petershagen
www.glashuette-gernheim.de 
Geöffnet dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr