[WestG] [AUS] "Ein wunderherrliches Werk", bis zum 28.01.2007, Muenster

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Okt 13 12:33:38 CEST 2006


Von: "Presse-Info" <info at presse-service.de>
Datum: 13.10.2006, 11:04


AUSSTELLUNG

"Ein wunderherrliches Werk"
Stadtmuseum Münster erinnert mit Fotoausstellung an die Wiedereröffnung 
des Domes vor 50 Jahren

"Er ist wiedererstanden in seiner alten Pracht". Dichtgedrängt lauschen 
zehntausende Gläubige aus dem ganzen Bistum den anerkennenden 
Worten von Kardinal Joseph Frings. Am 14. Oktober 1956 zelebriert der 
Kölner Erzbischof das Pontifikalamt zur feierlichen Wiedereröffnung des 
St.-Paulus-Doms in Münster - zehn Jahre nachdem der Bombenkrieg die 
Kathedrale bis auf die Außenmauern  verwüstet hatte.

Die Feierlichkeiten mit  über 50 000 Katholiken erregten weit über die 
Grenzen Münsters hinaus Aufmerksamkeit. Mit einer Ausstellung von 
bisher unveröffentlichten 60 Fotografien aus dem Nachlass des Presse-
fotografen Willi Hänscheid erinnert das Stadtmuseum Münster an die 
bewegenden Tage vor 50 Jahren. Im Mittelpunkt der Fotoschau steht 
die Domfestwoche vom 13. bis 21. Oktober.

Bischof Michael Keller hilft beim Glockenguss

Wochen zuvor hatte Münsters Bischof bereits die Weihe von zehn neuen
Glocken vollzogen. Der Würdenträger ließ es sich nicht nehmen, an dem
Guss der nach Graf von Galen benannten Kardinalsglocke mitzuwirken.
"Das Foto zeigt Bischof Keller, als er unter  Assistenz des  Dompropstes 
das für den Guss erhitzte Metall - die so genannte Glockenspeise - segnet", 
erläutert Dr. Axel Schollmeier, stellvertretender Leiter des Stadtmuseums.
Minuten voller Spannung verstrichen damals, ehe der  Glockengießermeister 
verkündete: "Wir können Gott danken; der Guss dürfte gelungen sein".

Den Auftakt zur Festwoche bildete die Weihe der drei  Altäre am 
13. Oktober 1956. Nach einer ergreifenden Predigt von Bischof Michael 
Keller setzten die Domglocken mit ihrem kraftvollen Geläut ein, begleitet 
von allen Kirchenglocken der Innenstadt.

Pilger mit Sonderzügen nach Münster

Gläubige aus allen Dekanaten der Diözese strömten, oftmals in Begleitung 
ihrer Ortsgeistlichen, zu den Feierlichkeiten nach Münster. Fotos zeigen die 
Ankunft mit Sonderzügen am Bahnhof und ihren Empfang von Geistlichen, 
angehenden Priestern und Ministranten der Stadt.  Wie schon am Tag der 
Altarweihe vermochte der Dom beim Pontifikalamt am Sonntag, 14. Oktober, 
die  Menschen nicht zu fassen. Tausende müssen den Gottesdienst über 
Lautsprecher auf dem Domplatz verfolgen.

Tag für Tag pilgern in der Festwoche  Katholiken aus allen Teilen des
Bistums nach Münster.  Das Pontifikalamt durch Bischof Johannes Pohl-
schneider aus Aachen, ehemals Generalvikar von Bischof Keller, bildet den
krönenden Abschluss. "Der Andrang der Gläubigen war so groß, dass der
Bischof nicht zur Kanzel durchdringen konnte und seine Predigt von der 
Vierung aus halten musste", erinnert Dr. Edda Baußmann vom
Stadtmuseum.

Einen glanzvollen Nachhall fand die Domfestwoche am 28. Oktober mit 
dem  Besuch des Apostolischen Nuntius in Deutschland,  Erzbischof
Aloysius Muench. Dessen Ausspruch beim Anblick des wieder aufgebauten 
Domes gibt der Ausstellung in Münster ihren Titel: "Ein wunderherrliches 
Werk".


INFO

Bis 28. Januar 2007 im Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
Bildband (9.80 Euro)
Eintritt frei.