[WestG] [AUS] Pferdestriegel aus dem12./13. Jahrhundert im Westfaelischen Pferdemuseum
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Okt 6 11:47:17 CEST 2006
Von: "Christoph Esch" <esch at hippomaxx-muenster.de>
Datum: 04.10.2006, 10:57
AUSSTELLUNG
Pferdestriegel aus dem12./13. Jahrhundert im Westfälischen
Pferdemuseum.
Mit dem "Exponat des Monats" gewährt das Westfälische Pferdemuseum
seinen Besuchern Einblicke in seine seit über zehn Jahren aufgebaute
Sammlung. Zu Beginn eines jeden Monats werden ausgesuchte Stücke in
einer Vitrine im Museumsshop präsentiert.
Das Exponat des Monats Oktober 2006 ist ein Pferdestriegel aus dem
12./13. Jahrhundert.
In der freien Natur scheuern sich Pferde an Felsen und Bäumen, um ihr
Fell zu säubern. Im Reitstall übernimmt der Mensch mit kleinen
technischen
Hilfsmitteln diese Aufgabe. Seit der Antike wird der grobe Schutz mit
einem Striegel aus dem Pferdefell gekratzt, bevor es mit der weicheren
Bürste (Kardätsche) gesäubert und geglättet wird. Der Striegel ist
ursprünglich ein eiserner Kamm, der mit zwei oder mehreren Reihen
kurzer Zähne versehen ist. Früher wurde er von einem Sporer
angefertigt, einem spezialisierten Handwerker, der auch Kinnketten,
Kutschstangen, Steigbügel, Sporen und Gebisse herstellte. Während
die Zähne bei feineren Striegeln für die betuchtere Kundschaft aus
den Eisenblechen gefeilt wurden, benutzte der Sporer bei der Ware
fürs einfache Volk das "Striegelhaueisen". Mit diesem Werkzeug ließen
sich die Zähne in gleicher Größe und regelmäßigem Abstand aus dem
Material herausstanzen, ohne das die Abstände vorher ausgemessen
werden mussten.
Das Wort Striegel leitet sich ab vom lateinischen "strigilis", einem
schmalen gekrümmten Instrument der täglichen Körperpflege, mit
dem sich die Römer in der Antike den Schweiß und Dreck von ihrem
vorher eingeölten Körper schaben ließen.
Der ausgestellte Striegel besteht aus einem gebogenen Blech mit
zwei Zahnreihen, das auf einen kurzen Stiehl genietet ist. Er stammt
aus dem 12./13. Jahrhundert und wurde in Thüringen gefunden.
Der hölzerne Griff war nicht erhalten geblieben und wurde aktuell
zur Vervollständigung angepasst.
INFO
Weitere Informationen: www.pferdemuseum.de