[WestG] [AUS] "Verlockungen. Die Kultur der Frisur", Hagen, 13.05.-31.10.2006
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Mai 10 10:53:23 CEST 2006
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 09.05.2006, 11:40
AUSSTELLUNG
LWL-Freilichtmuseum präsentiert mit verlockender Ausstellung
die Kulturgeschichte der Frisur und des Friseurhandwerks
Sie gelten als Symbole von Schönheit, Macht und Status. Von
"Körperhandwerkern" in Form gebracht, verlocken und verführen
sie * in jedem Fall sind sie eine "Hauptsache" und viel mehr als
nur Bedeckung der Haut: die Haare. Mit der Sonderausstellung
"Verlockungen. Die Kultur der Frisur" (13. Mai bis 31. Oktober)
präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in
seinem Westfälischen Freilichtmuseum Hagen nicht nur einen
Überblick über die Kulturgeschichte der Frisur und des Friseur-
handwerks, die Ausstellung erklärt auch, wie Menschen mit ihrer
Frisur zeigen, wer sie sind und wie sie sich mit Kamm und Bürste
selbst inszenieren.
"Körperhandwerker" werden Friseure oft genannt. Doch die
Arbeit der Friseure und Friseurinnen ist mehr als bloß "Körperpflege".
In allen Kulturen, zu allen Zeiten, waren Haare mehr als Bedeckung
der Haut: Symbole von Schönheit, Macht und Status, Verlockungen,
Verführungen. Kunstvoll frisiert, dienten sie der Selbstdarstellung
und Selbstinszenierung ihrer Träger. "Haarmoden erzählen von den
Vorstellungen der Menschen, was schön sei * und davon, wie sich
Schönheitsideale in der Zeit gewandelt haben. Haare und Frisuren
geben Auskunft über den sozialen Status ihrer Träger. Haare reizen
die Phantasie, um Haare ranken sich Geschichten: Rapunzel mit dem
blonden Haar, die betörende Loreley auf ihrem Felsen * Haar ist ein
starkes, erotisches Symbol. Und mit Haaren verbinden sich Stereo-
typen, die ihre Träger einordnen sollen: Blondes Gift, Rote Hexe",
so die Ausstellungsmacher Sonja Zimmer und Lutz Engelskirchen.
All das thematisiert die Ausstellung auf 140 Quadratmetern Aus-
stellungsfläche in elf Räumen. Anhand von 300 Objekten, Bildern
und Inszenierungen erzählt die Schau Geschichten und wirft Fragen
auf, "die die Besucher dazu anregen sollen, das Gesehene in einen
Zusammenhang zu ihrem eigenen Leben zu stellen", so Zimmer. Die
Ausstellung beginnt mit einem Raum im Stil des so genannten "musée
sentimental". Hier erzählen in einem verdunkelten Raum wie in einer
kleinen Schatzkammer ausgewählte Objekte Geschichten, die auf
das Ausstellungsthema einstimmen.
Die mit "Waschen", "Schneiden" und "Legen" betitelten folgenden
Ausstellungsbereiche berichten darüber, wie sich die Körperpflege
und die Friseursalons von der mittelalterlichen Badestube bis zu
modernen "Wellnesstempeln" entwickelt haben. Dabei stehen die
Veränderungen des Friseurhandwerks und der zugehörigen Technik
sowie die Formen und der Schmuck in der Frisurenmode im Mittelpunk.
Angefangen beim 2500 Jahre alten Rasiermesser bis hin zu aktuellen
Pflegeprodukten machen verschiedene Objekte diese Entwicklung
deutlich.
Im Obergeschoss des Ausstellungsbebäudes "Haus Sümmern"
beschäftigt sich die Ausstellung intensiv mit der Symbolik des
"Haartragens". Dieser Ausstellungsbereich beginnt mit einem
verspiegelten Eingangsraum, der mit dem Schriftzug "create yourself"
zur bewussten Wahrnehmung der eigenen Selbstgestaltung einlädt.
Im Rundgang beleuchten die Räume "Föhnen", "Rasieren" und
"Färben" die symbolische Funktion von Haar- und Barttracht, von
Frisur und Haarfarbe. Abschließend geben die beiden Räume
"Flechten" und "Locken" Ausblicke in besondere Be- und
Verarbeitung von Haar in vergangenen Zeiten und in fremden
Kulturen. Hier geht es um das Haar als Material in Kunst und
Handwerk. Außerdem geht es hier darum, welche Funktion und
Ausdrucksweisen das Haar in anderen Kulturkreisen, beispielsweise
im asiatischen und afrikanischen Raum hat.
Zur Ausstellung bietet das LWL-Museum für Kinder, Jugendliche
und Schulklassen regelmäßig thematische Workshops an. Ein
Begleitbuch zur Ausstellung komplettiert im Sommer das Angebot
rund um die Kultur der Frisur.
INFO
Westfälisches Freilichtmuseum Hagen
Mäckingerbach
58091 Hagen
E-Mail: freilichtmuseum-hagen at lwl.org
Tel.: 02331 7807-0
Fax: 02331 7807-120