[WestG] [AUS] Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt, 05.03.-14.04.2006, Lippstadt
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Mar 3 12:00:49 CET 2006
Von: "Pressestelle der Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 23.02.2006, 16:16
AUSSTELLUNG
Zwangsarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt - Eine schwierige Spurensuche
Ausstellungseröffnung am 5. März im Stadtarchiv
Ein weiteres düsteres Kapitel der NS-Zeit in Lippstadt soll jetzt in einer
Ausstellung vom 5. März bis 14. April im Stadtarchiv aufbereitet werden.
Nachdem man sich bereits mit einer speziellen Gruppe von
Zwangsarbeiterinnen, den jüdischen Häftlingen der beiden
Außenkommandos des KZ Buchenwald in Lippstadt, beschäftigt hatte,
geht es jetzt um die große Zahl "ziviler" Zwangsarbeiter in Lippstadt.
Von den ca. 5.000 namentlich Bekannten waren etwa zwei Drittel Frauen.
Die meisten von ihnen kamen aus Osteuropa und wurden vorwiegend in
der Rüstungsindustrie, aber auch in kleineren Betrieben, in der
Landwirtschaft und in Privathaushalten eingesetzt. Das Leben der
verschleppten Arbeitskräfte war vor allem in der Industrie oft sehr hart,
viele starben an den Folgen der schlechten Versorgung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Schicksal der
ausländischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die eine
wesentliche Stütze für das kriegführende Deutsche Reich waren,
schnell in Vergessenheit geraten. Erst durch das Entschädigungsgesetz
aus dem Jahre 2000 hat die Aufarbeitung dieses Themas nach langer
Zeit wesentliche Impulse erfahren.
Der im Mai 2003 gegründete Arbeitskreis Frauengeschichte, an dem
auch das Stadtarchiv und die Gleichstellungsstelle der Stadt Lippstadt
beteiligt sind, hat sich auf Spurensuche begeben und sich mit den
Schicksalen der zivilen Zwangarbeiterinnen der NS-Zeit in Lippstadt befasst.
Die Teilnehmerinnen haben Zeitzeugen befragt und in Akten recherchiert.
Das Ergebnis der Spurensuche will der Arbeitskreis in Form einer Ausstellung
der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 5. März, um 11.30 Uhr, im
Stadtarchiv, Soeststraße 8, statt. Die Einführung erfolgt durch
Stadtarchivarin Dr. Claudia Becker. Die Ausstellung ist vom 5. März bis
14. April im Stadtarchiv, montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und
zusätzlich montags bis donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei. Grundsätzlich ist eine Anmeldung nicht erforderlich.
Gruppenbesichtigungen können ab zehn Personen bei Dr. Becker unter
Tel. 02941/980-262 angemeldet werden. Auch außerhalb der Öffnungszeiten
sind Terminvereinbarungen telefonisch möglich, so das städtische Pressereferat.