[WestG] [AUS] Denkmal aus Stahl und Glas, 03.06.-27.08.2006, Dortmund
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Jun 14 10:54:41 CEST 2006
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 13.06.2006, 12:13
AUSSTELLUNG
Denkmal aus Stahl und Glas
Ausstellung zur Jugendstil-Verglasung in der Maschinenhalle
Als Mitarbeiter des Westfälischen Industriemuseums beim
"Großreinemachen"
in der Maschinenhalle im Februar vergangenen Jahres Reste von farbigem
Glas fanden, war das eine kleine Sensation. Die Funde haben neue
Forschungen angestoßen zur ursprünglichen Buntverglasung des
Industrie-
denkmals, die weit über das berühmte Jugendstilportal hinausging. In
einer
kleinen Ausstellung mit dem Titel "Denkmal aus Stahl und Glas"
(13.6.-27.8.06)
vermittelt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit Fotos,
Grafiken,
historischem Bildmaterial und den gefundenen Glasresten jetzt Eindrücke
vom
früheren Aussehen der 1889 bis 1902 gebauten Maschinenhalle und ordnet
sie in
das Gesamtwerk des Architekten Bruno Möhring ein.
Für das LWL-Museum bilden die Ergebnisse eine wichtige Grundlage für
die
anstehende Restaurierung ab Frühjahr nächsten Jahres. "Im Zuge der
Sanierung,
die vor allem das rostige Stahlskelett der Halle betrifft, erwägen wir
die
farbige Verglasung wiederherzustellen", so Museumsdirektor Dirk Zache.
Auch das
Vordach des Portals soll rekonstruiert werden.
Wichtigeste Grundlage für die skizzierte Rekonstruktion sind neben den
farbigen
Glasresten historische Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Halle. Markus Kleine,
Restaurator der Glasmalerei Peters in Paderborn, nahm eine sogenannte
"Graustufenanalyse" vor, ordnete die farbigen Glasreste den Feldern auf
den
Fotografien zu und arbeitet derzeit an einer detaillierten
Computergrafik, die
die originalen Farben der braunen, gelben, blauen und grünen Ornamente
zeigt.
Die Ausstellung liefert auch neue Hintergründe zur
Architekturgeschichte der
Maschinenhalle, die das Westfälische Industriemuseum in der kleinen
Ausstellung
als modernes "Gesamtkunstwerk" vorstellt. Die Kombination von
Stahlfachwerk und
Kunstverglasungen war damals noch sehr ungewöhnlich. "Brücken,
Bahnhofs- oder
Industriehallen zählten um 1900 nicht zu den Baugattungen, mit denen
sich
üblicherweise ein künstlerisch ambitionierter Architekt befasste. Erst
nach und
nach entwickelten sich Funktionsbauten in dieser Hinsicht zum
Experimentierfeld",
erläutert Dr. Katrin Holthaus.
Die Kunsthistorikerin hat sich in den vergangenen Monaten im Auftrag
des
LWL-Industriemuseums intensiv auch mit anderen Arbeiten Möhrings
beschäftigt und
dabei deutliche Parallelen zur Architektur der Maschinenhalle entdeckt.
Ob
Schmiedearbeiten an der Swinemünder Brücke in der Berlin, ein
verziertes
Brückengeländer am Hochbahnhof Bülowstraße oder ein Jugendstil-Fenster
im Hotel
Clauss-Feist (heute Belvue) in Traben-Trarbach - die Parallelen zu
Details in
Dortmund sind verblüffend. Holthaus: "Bestimmte Ornamente dienten
Möhring
offenbar als Signatur, mit der er seine Bauten gewissermaßen
unterzeichnete."
INFO
Denkmal aus Stahl und Glas
Neue Forschungen zur Jugendstil-Verglasung in der Maschinenhalle
3.6.-27.8.2006
Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5
Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet Di - So 10-18 Uhr