[WestG] [AUS] Vier neue Kreuzweg-Stationen von etwa 1530 im Sandsteinmuseum, Havixbeck

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Jul 27 10:48:20 CEST 2006


Von: "Dr. Joachim Eichler" <sandsteinmuseum at havixbeck.de>
Datum: 26.07.2006, 13:41 


AUSSTELLUNG

Kreuzwege oder Bildstöcke aus dem Mittelalter gibt es in Westfalen 
(fast) gar nicht mehr. Der Grund: In den kriegerischen Auseinander-
setzungen des spanisch-niederländischen Kriegs ab 1568 und des
folgenden 30jährigen Kriegs - in Holland nennt man das Ganze den 
80jährigen Krieg - wurden religiöse Darstellungen im Außenbereich
zerstört. Man wollte den Gegner auch in seinen Symbolen treffen.

Eine ausgesprochene Rarität sind also die vier Kreuzweg-Stationen 
von etwa 1530, die das Sandsteinmuseum nun in seiner Dauer-
ausstellung zeigt. Gefunden wurden sie vermauert im Wasserschloss 
Haus Havixbeck. Museumsleiter Dr. Joachim Eichler vermutet, dass 
der Sinn des Einmauerns der Schutz der sakralen Kunst vor der 
Zerstörung war: "Ehe protestantische Truppen den Kreuzweg 
zerstörten, baute man ihn lieber ab und sicherte ihn eingemauert im 
Schloss." Bereits in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts 
waren sieben dieser Reliefs entdeckt worden, diese befinden sich in 
der Schlosskapelle.

Die vier neuen Funde wurden im vergangenen Jahr erstmals in der 
Brabender-Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum für Kunst 
und Kulturgeschichte in Münster präsentiert. Die beteiligten Kunst-
historiker schrieben den Kreuzweg einem jüngeren Brabender zu:
Lüdeke Brabender war womöglich ein Bruder des bekannten Heinrich 
Brabender. Einen ganz ähnlichen Kreuzweg stellt das Museum Het 
Catharijneconvent in Utrecht aus, dieser hat 22 Stationen. Dass auch 
der Havixbecker Kreuzweg mehr als die üblichen 14 Stationen aufwies 
und thematisch über die Grablegung hinausging, ist klar: Auch ein
Relief mit dem Motiv der Auferstehung hängt im Havixbecker Museum.

Der Eigentümer der Reliefs ist der Hausherr auf Haus Havixbeck
Clemens Freiherr von Twickel, der gleichzeitig seit Gründung des 
Fördervereins für das Sandsteinmuseum auch dessen Vorsitzender ist. 
Die nun im Obergeschoss des Museums montierten Reliefs übergab er 
dem Baumberger-Sandstein-Museum als Leihgabe.

Die Reliefs sind im Panorama auf der Startseite von 
www.sandsteinmuseum.de zu besichtigen.


INFO

Kontakt:
Dr. Joachim Eichler
Baumberger-Sandstein-Museum
Gennerich 9
48329  Havixbeck
Tel.: 02507-33175
Fax: 02507-1598
E-Mail: sandsteinmuseum at havixbeck.de 
URL: www.sandsteinmuseum.de