[WestG] [AKT] "Im Kino NRW erleben": Schueler konnten Landesgeschichte im Kino mit Gaesten erleben
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Dez 29 11:05:22 CET 2006
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 29.12.2006, 10:07
AKTUELL
"Im Kino NRW erleben": Schüler konnten Landesgeschichte im Kino
mit Gästen erleben
Schauspieler Peter Lohmeyer mit "Das Wunder von Bern" in
Marsberg (Hochsauerlandkreis), Drehbuchautorin Ulrike Hund mit
"Swetlana" in Hilden, Regisseurin Bettina Braun mit "Was lebst
Du?" in Aachen, Bonn und Münster: Das sind nur einige der
Filmschaffenden, die im Rahmen des Projektes "Im Kino NRW
erleben" nach der Vorführung ihrer Filme mit Schülern des Landes
ins Gespräch kamen. In über 70 Kinos in 52 Städten hat dieses
Projekt Jugendliche in der Zeit von September bis Dezember mit
Spiel- und Dokumentarfilmen 60 Jahre Landesgeschichte näher
gebracht. Getragen wurde das Schulkinoprojekt von Vision Kino
(Netzwerk für Film- und Medienkompetenz) sowie der
Medienberatung NRW, in der die beiden Landschaftsverbände
Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland mit dem NRW-Schulministerium
zusammenarbeiten.
Das gemeinsame Kinoerlebnis und die erzählfreudigen Gäste führte
fast immer zu lebhaften Diskussionen über die Geschichte(n), die
die Filme erzählen und darüber, wie man Filme macht. Manche
Lehrer erkannten ihre Klassen nicht wieder: "Diese Ruhe und
Konzentration auf ein Thema - und das bei einem Dokumentarfilm -
über eine Zeit von 90 Minuten ist für unsere Schüler sehr
ungewöhnlich", begeisterte sich ein Förderschul-Lehrer aus Bonn
nach der Projektion des Films "Was lebst Du?" und der Diskussion
mit Regisseurin Bettina Braun. Seine Schüler aus der 9. und 10.
Klasse erkundigten sich sehr detailliert bei den beiden
Protagonisten Ali und Alban, wie diese denn ihr Leben, das in
Teilen vielleicht dem ihren gleicht, seit den Filmaufnahmen in
den Griff bekommen haben. Ganz andere Fragen hatten die
Viertklässler aus Steinfurt, als die heute über 60-jährigen
Darsteller Willi Reitz und Siegfried Börger aus dem
Ruhrpott-Kinderfilm "Ein Platz an der Halde" von 1954 nach der
Filmvorführung vor ihnen standen und behaupteten, sie seien die
damals 10-jährigen Jungs in den kurzen Lederhosen.
Insgesamt 40 Spiel- und Dokumentarfilme aus sechs Jahrzehnten,
alle mit einem NRW-Bezug, hatten die Vision Kino und die
Filmexperten der beiden Landschaftsverbände zusammengestellt.
Schulministerin Barbara Sommer übernahm die Schirmherrschaft für
das Projekt. Das anspruchsvolle Programm aus aktuellen,
bekannten Filmen und solchen, die erst wieder entdeckt werden
mussten, wurde den Schulen sozusagen als Unterrichtsmaterial für
den alternativen "Lernort Kino" an Vormittagen angeboten. Das
bereitgestellte Begleitmaterial half ihnen, diese speziellen
Filme für die richtigen Altersstufen und die passenden
Fächerinhalte zu erschließen und zu nutzen.
Über 13.000 Schüler beteiligten sich von September bis zum
Beginn der Weihnachtsferien an diesem Projekt. Ihre Lehrer
hatten die Möglichkeit, sich in Informationsveranstaltungen zum
Thema Filmarbeit in der Schule vorzubereiten. Trotzdem ist noch
Überzeugungsarbeit zu leisten, wie LWL-Projektleiterin Marlies
Baak-Witjes berichtet: "Für viele Schulleiter zählt ein
Kinobesuch noch immer als 'Unterrichtsausfall' oder als reine
Unterhaltung, die auch in den Nachmittag verlegt werden kann.
Die Erkenntnis, dass Film, genauso wie Literatur, ein wichtiger
Bestandteil unserer Kultur * und damit unterrichtsrelevant * ist,
muss sich noch mehr durchsetzen." Das Schulkinoprojekt "Im Kino
NRW erleben" habe die dafür nötigen Strukturen gestärkt, indem
es Kontakte zwischen Schulen, Medienzentren, Filmschaffenden und
Kinos neu hergestellt und bereits bestehende gefestigt habe.
Landespartner waren die Filmstiftung NRW, die Landeszentrale für
politische Bildung NRW, der WDR, die Kunsthochschule für Medien
Köln, der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und die filmothek der
jugend nrw.