[WestG] [KONF] Vom Umgang mit Katastrophen und Risiken vor Ort, 19.01.2007, Witten

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Dez 6 11:26:46 CET 2006


Von: "Stefan Nies" <nies at dudde-nies.de> 
Datum: 05.12.2006, 17:38


TAGUNG

"Gott sei Dank ist Dortmund noch eben verschont geblieben ..." 
Vom Umgang mit Katastrophen und Risiken vor Ort

Eine Tagung des Vereins "Historikerinnen und Historiker vor Ort 
e.V." im Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in 
Witten

Katastrophen verändern nicht nur das Leben einzelner Menschen, 
sondern haben einschneidende Auswirkungen auf eine ganze 
Gemeinde, Stadt oder Region. So betont der US-amerikanische 
Soziologe Enrico L. Quarantelli, dass bei einer Katastrophe "die 
gesamte Gemeinde betroffen" sei, "so dass sich nahezu alle in 
einer ähnlichen Situation befinden" und "die meisten der 
Alltagsfunktionen ... gleichzeitig und scharf unterbrochen"
sind. In der Industriegesellschaft haben Katastrophen zumeist 
technische Ursachen und provozieren eine Auseinandersetzung 
darüber, welche Risiken eine Gesellschaft bei der Nutzung 
bestimmter Technologien einzugehen bereit ist. Die kollektive 
Verarbeitung der Katastrophenfolgen kann so den Umgang mit 
technischen Risiken beeinflussen.

Kernfragen der Tagung sind, wie sich Katastrophen "vor Ort" 
auswirken, wie sie verarbeitet werden, welche Lehren gezogen 
werden und wie sich das innere Gefüge der lokalen Gesellschaft 
und ihr Verhältnis zu technischen Risiken verändert. Dabei 
werden sowohl historische als auch ein aktuelles Beispiel 
herangezogen. Am Schluss steht die Frage, wie örtliche 
Katastrophen in die Geschichtsarbeit vor Ort einbezogen werden 
und welche Rolle Archive und Museen dabei spielen können.

Anlass der Tagung ist die Explosion der 
Roburit-Sprengstofffabrik in Witten vor 100 Jahren, bei der 
Teile von Annen und Witten zerstört wurden. Das Westfälische 
Industriemuseum Zeche Nachtigall, in dem die Tagung stattfindet, 
widmet dieser industriellen Katastrophe eine Ausstellung (bis 
28.1.2007).

Der Verein Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V. ist ein 
Zusammenschluss von historisch Arbeitenden, die sich mit der 
Erforschung und Vermittlung von Geschichte auf lokaler Ebene 
beschäftigen. Entstanden aus dem Vorhaben, kulturelle 
Geschichtsarbeit in Städten und Gemeinden zu etablieren, gehören 
"StadthistorikerInnen" heute zum festen Bestandteil beinahe 
jeder Kommune. Die Mitglieder des Vereins stammen mehrheitlich 
aus Nordrhein-Westfalen. Viele von ihnen arbeiten hier vor allem 
in den städtischen Archiven und Museen. Daneben zählt 
mittlerweile eine Vielzahl junger Forschender, die freiberuflich 
tätig sind, zum festen Stamm des Vereins.

Es wird eine Tagungsgebühr in Höhe von 20 Euro erhoben 
(Vereinsmitglieder und Studierende: 15 Euro), darin sind 
Getränke und Kuchen enthalten.

Anmeldung: per e-mail an tagung at historiker-vor-ort.de oder per 
Post an: Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V. c/o Dr. 
Frank Ahland Humboldtstraße 12 58452 Witten Fon: 0 23 02 / 203 
59 05 Fax: 0 23 02 / 203 59 06

Tagungsprogramm

10.00 Uhr s.t. Eröffnung/Begrüßung Dr. Frank Ahland, 
Vorsitzender des Vereins "Historikerinnen und Historiker vor 
Ort"

10.15 Uhr Zwischen "Fewersnoth" und "Wassersnoth". Stadtbrände 
und Sturmfluten als "normale Ausnahmefälle" der 
frühneuzeitlichen Gesellschaft Dr. Marie Luisa Allemeyer, 
Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen

10.45 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Solidarität und Konflikt in der Katastrophe. Witten 
und Annen nach der Explosion der Roburit-Sprengstofffabrik 1906 
Dr. Frank Ahland, Historiker u. Publizist, Witten

11.20 Uhr Die Katastrophe als Sensation. Zur 
Presseberichterstattung über das Wittener Roburit-Unglück 1906 
Jens Wietschorke, Kulturwissenschaftler, Berlin

11.40 Uhr Protest nach der Katastrophe. Anwohner gegen die 
Castroper Sicherheitssprengstofffabrik 1907 Andreas Göbel, 
Historiker, Castrop-Rauxel

12.00 Uhr Diskussion 12.30 Uhr Mittagessen 13.15 Uhr Führungen 
durch die Ausstellung "Sprengstoff. Die Explosion der Wittener 
Roburit-Fabrik 1906" und durch das Besucherbergwerk 
Nachtigallstollen

14.30 Uhr Die Katastrophe bewältigen. Nach der Explosion in 
Enschede (NL) im Jahr 2000 Jan Bron, Stadsdeelmanagement Noord 
der Gemeente Enschede

15.00 Uhr Inszenierte Katastrophen? Technische Risiken und 
Katastrophen als Ausstellungsthema Dr. Stefan Poser, Zentrum 
Technik u. Gesellschaft an der Technischen Universität Berlin

15.30 Uhr Diskussion 15.45 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Was bleibt? Risiko und Katastrophe in der 
Geschichtsarbeit vor Ort (Impulsvortrag mit offener Diskussion) 
Stefan Nies, Dudde u. Nies Geschichtsagentur, Dortmund

16.30 Uhr Abschlussdiskussion 17.00 Uhr Schluss der 
Veranstaltung


INFO

Veranstaltungsdaten: "Gott sei Dank ist Dortmund noch eben 
verschont geblieben ..." Vom Umgang mit Katastrophen und Risiken 
vor Ort Datum: Freitag, 19.1.2007, 10 bis 17 Uhr Eine Tagung des 
Vereins "Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V." im 
Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten

Kontakt: Anmeldung: per e-mail an tagung at historiker-vor-ort.de 
oder per Post an: Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V. 
c/o Dr. Frank Ahland Humboldtstraße 12 58452 Witten Fon: 0 23 02 
/ 203 59 05 Fax: 0 23 02 / 203 59 06

Westfälisches Industriemuseum
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35
58452 Witten-Bommern
Telefon: 02302 93664-0
Telefax: 02302 93664-22
E-Mail: Zeche-Nachtigall at lwl.org