[WestG] [AUS] Zeitzeugen, Erinnerungsstücke und Fotos gesucht (Bergbau)

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Die Okt 25 09:16:26 CEST 2005


Von: "Pressemitteilung Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 25.10.2005, 8:13


AUSSTELLUNG

Zeitzeugen, Erinnerungsstücke und Fotos gesucht
Hamaland-Museum des Kreises Borken plant Ausstellung zum Thema Bergbau

Wer heute eine Arbeitsstelle sucht, von dem wird Flexibilität, Teamfähigkeit und Mobilität gefordert. Was da heute propagiert wird, war für die Menschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges selbstverständlich: Man ging dorthin, wo Arbeit war. So pendelten viele Männer aus dem Westmünsterland zum Arbeiten in die Zechen und die dazugehörigen Werkstätten im Ruhrgebiet. Das Hamaland-Museum des Kreises Borken in Vreden sucht nun für eine Sonderausstellung zum Thema Bergbau im kommenden Jahr Zeitzeugen sowie Erinnerungsstücke und Fotos.

Hauptanliegen des Museums ist die Frage, wie sich das Leben in der Heimat durch die lange Abwesenheit veränderte. Was wurde aus Freundschaften und alten Bindungen wie Nachbarschaft und Stammtisch? Was konnte man sich von dem relativ hohen Arbeitslohn alles leisten und wie reagierte das Umfeld auf diese Entwicklung, zum Beispiel auf die Anschaffung eines Fernsehgerätes oder gar eines Autos? Was übernahm man von den neuen Kollegen, die aus halb Europa ins Revier strömten? Gab es auch private Kontakte zu den Arbeitskräften, die aus Süd- und Osteuropa stammten? Hatte das Arbeitsumfeld Einfluss auf politisches oder gewerkschaftliches Engagement?

Die Antworten auf diese Fragen sowie Erzählungen aus dem Arbeitsalltag werden in die Ausstellung einfließen. Die geplante Präsentation soll dabei laut Dr. Annette Menke, Leiterin des Hamaland-Museums, eine andere Konzeption verfolgen als die des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum: "Ziel des Projektes ist es", so Dr. Menke, "nicht nur die Arbeit unter Tage zu zeigen, sondern die sozialen Zusammenhänge darzustellen und aus dem Alltagsleben der Arbeiter zu berichten, die aus dem ländlichen Umfeld in diese für sie völlig fremde Arbeitskultur kamen." Von Interesse seien dazu auch Berichte von Vorgesetzten, die über den Aspekt der Integration der Pendler in die Gesamtbelegschaft erzählen könnten.

Wer bereit ist, etwas über diese und andere Themen zu erzählen und vielleicht noch Erinnerungsstücke und Fotos aus dieser Zeit besitzt, wird gebeten, sich mit Dr. Annette Menke im Hamaland-Museum Vreden, Kreismuseum Borken, in Verbindung zu setzen. Sie ist telefonisch unter der Nummer 02564 / 391 80, per Fax unter der Nummer 02564 / 39 18 29 sowie per E-Mail an hamaland-museum at t-online.de zu erreichen.