[WestG] [AUS] Fotoausstellung "Ignaz Boeckenhoff-Menschen vom Lande", Muenster, 28.10.2005-15.01.2005

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mon Okt 17 13:09:40 CEST 2005


Von "Wibke Becker", <BeckerW at stadt-muenster.de>
Datum: 17.10.2005, 12:44


AUSSTELLUNG

Vom 28. Oktober 2005 bis zum 15. Januar 2006 zeigt das Stadtmuseum 
Müntser die Fotoausstellung "Ignaz Böckenhoff - Menschen vom Lande", 
eine Wanderausstellung des Westfälischen Museumsamtes.

Ignaz Böckenhoff (1911-1994) war ein großartiger Fotograf. Über 50 
Jahre lang hat er als Amateurfotograf die Menschen seines Heimatdorfes
Raesfeld im Westmünsterland liebevoll und einfühlsam porträtiert. Seine 
Bilder führen zurück in die ländliche Lebenswelt in der ersten Hälfte des 
20. Jahrhunderts und sind ein faszinierendes Dokument der historischen 
und sozialen Veränderungen dieser Zeit. Die 40 schönsten Aufnahmen 
aus dem über 80.000 Negative umfassenden Nachlass präsentiert das 
Westfälische Landesmedienzentrum und das Westfälische Museumsamt 
jetzt in der Wanderausstellung *Ignaz Böckenhoff * Menschen vom Lande". 

Ab dem 28. Oktober 2005 sind die eindrucksvollen Schwarzweißfotografien 
im Stadtmuseum Münster zu sehen. Münster ist die letzte Station der 
Wanderausstellung; dies ist daher die letzte Gelegenheit, den Fotoschatz 
Böckenhoffs zu bewundern.

Böckenhoff, 1911 als Sohn eines Bauern geboren, war fotografisch gesehen 
ein Autodidakt. Seine erste Kamera kaufte der 15-jährige im Jahr 1926, 
einer Zeit, in der die Beschäftigung mit ländlichen und bäuerlichen Themen 
im Zuge der populären Heimatfotografie einen ersten Aufschwung erlebte. 
"Seine Bilder spiegeln mehr als jede andere Quelle das Leben auf dem Land 
und seine traditionelle Gesellschaftsordnung vor und nach dem Zweiten 
Weltkrieg wider", betont Dr. Volker Jakob, der Kurator der Ausstellung. 

Ignaz Böckenhoff fand seine Sujets auf den Höfen der großen wie der 
kleinen Bauern, in den Werkstätten der Handwerker und den Läden der 
Gewerbetreibenden. Er fotografierte die Alten ebenso wie die Jungen, die 
einfachen Leute und Außenseiter ebenso wie die Honoratioren, den Pastor 
und den Fabrikanten. Er widmete sich alltäglichen und außergewöhnlichen 
Themen; Familienfeiern fanden in gleichem Maße sein Interesse wie 
Dorf- und Schützenfeste oder kirchliche und politische Manifestationen im 
öffentlichen Raum. 

Die zweite Hälfte der 1930er und die 1940er Jahre waren für ihn in 
fotografischer Sicht besonders fruchtbar. Er dokumentierte mit seinen 
Kameras die schleichenden politischen Veränderungen, die zunehmende 
Ideologisierung und Militarisierung des dörflichen Lebens und den Aufbau 
der nationalsozialistischen Gliederungen im Ort. Aus dieser Zeit stammen 
seine stärksten und überzeugendsten Aufnahmen. 

Böckenhoff verstand es, den sozialen und historischen Kontext der Menschen
in seinen Bildern einzufangen. Er besaß ein sicheres ästhetisches Gespür für 
den richtigen, unwiederbringlichen Augenblick einer Aufnahme. Weil die 
Fotografierten den "Dorfchronisten"  kannten, verstellten sie sich nicht und 
ließen ihn nah an sich herankommen. Die Bilder überraschen immer wieder 
durch ihre Natürlichkeit und Ungezwungenheit und sind ein intimes, 
persönliches Zeugnis einer vergangenen Welt.

Vom 28. Oktober 2005 bis zum 15. Januar 2006 ist die Ausstellung "Ignaz 
Böckenhoff Menschen vom Lande" im Stadtmuseum Münster zu sehen. 
Der gleichnamige Begeleitband zur Ausstellung mit über 200 Duotone-Abbildungen 
(19,90 Euro) und eine Edition mit fünf Fotografien (150,00 Euro) sind im 
Museumsshop erhältlich.


INFO

Dr. Wibke Becker
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Telefon: +49(0)251/492-4514
Telefax: +49(0)251/492-7726
eMail: BeckerW at stadt-muenster.de 
Web: http://www.muenster.de/stadt/museum