[WestG] [LIT] Der Dom zu Münster 793 - 1945 - 1993, Bd. 2: Die Ausstattung
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Mar 9 12:27:55 CET 2005
Von: "LWL-Pressestelle", presse at lwl.org
Datum: 02.03.2005 12:38
LITERATUR
Neues Buch zeigt Ausstattung des alten Domes und
Veränderungen nach dem Wiederaufbau
Wertvolle Ausstattungsstücke des St.-
Paulus-Domes in Münster sind im Zweiten Weltkrieg
zerstört worden. Viele von ihnen lässt der zweite Band
des Buches "Der Dom zu Münster" aber in Texten und
Bildern aufleben. Die Veröffentlichung ist in enger
Zusammenarbeit zwischen dem Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL) und dem Bistum Münster
entstanden. Der Doppelband, dessen erste Exemplare
LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe am Mittwoch
(02.03.) an Bischof Dr. Reinhard Lettmann überreicht
hat, gibt einen Überblick über heutige und frühere
Ausstattungsgegenstände des Domes wie Altäre, Fenster,
Kelche und Bilder. Der 1993 erschienene erste Band hat
sich mit der Baugeschichte des münsterschen Kathedrale
beschäftigt.
"Das insgesamt 823 Seiten umfassende Buch beschreibt
die einzelnen Ausstattungsgegenstände und ordnet sie
kunsthistorisch ein. Außerdem stellen die acht Autoren
detailliert dar, welche Schäden jedes einzelne Objekt
im Laufe der Zeit erlitten hat, wie es restauriert
wurde und ob es seinen Standort im Dom schon
gewechselt hat. So zeichnet das Buch die Spuren der
wechselvollen Domgeschichte für kulturhistorisch
Interessierte nach und ist als exakte Dokumentation
der Restaurierungsgeschichte gleichzeitig für
die Planung weiterer Konservierungs- und
Restaurierungsmaßnahmen unverzichtbar", so Teppe.
Angefangen von der monumentalen Bauskulptur der
Paradiesvorhalle bis hin zu filigranen Werken der
Goldschmiedekunst wie Monstranzen und Weihrauchfässern
dokumentiert das Dombuch den reichen Bestand an Kunst-
und Kultgegenständen aus den vergangenen 700 Jahren.
Das älteste Objekt ist das große geschnitzte Kruzifix
mit Ärmelgewand aus dem 13. Jahrhundert, die
jüngsten sind die in der Zeit von 1986 bis 1989 von
Georg Meistermann geschaffenen Glasgemälde.
Die Autoren rufen auch in Erinnerung, was längst
verloren gegangen ist. So etwa die Ausstattung des
Westchores mit der großen Orgel von Johann Patroklus
Möller aus der Zeit um 1752 - 1755 oder die
vollständige Ausmalung des Kirchenraumes in den 1870er
und 1880er Jahren, die im Zweiten Weltkrieg
vollständig untergegangen ist. "Zahlreiche historische
Fotos und Zeichnungen, die aktuellen Fotos
gegenübergestellt sind, zeigen einen aus heutiger
Sicht völlig fremden Dom. Auch neue Forschungen zu der
Barockorgel und der Ausmalung sind in dem Buch so
zusammengeführt, dass sie dem Leser den früheren und
heutigen Raumeindruck vermitteln", nennt Teppe ein
besonderes Anliegen des Buches.
Einerseits stellt der neue Doppelband die Kunst- und
Kultgegenstände in abgeschlossenen Katalogtexten
einzeln vor, die nach Sachgruppen wie Malerei,
Grabmäler, Gemälde, Sein- und Holzskulptur geordnet
sind. Damit man bei dieser Einzelbetrachtung den
Zusammenhang der Objekte mit dem Kir-chengebäude und
der Einzelstücke als Ensemble im Kirchenraum nicht aus
den Augen verliert, sind dem Katalogteil andererseits
zusammenfassende Kapitel vorangestellt. Diese Kapitel
stellen die Aus-stattung der Kathedrale zu
verschiedenen Epochen als Einheit vor.
Mit ihrem umfangreichen Werk gehen die Autoren weit
über ihren ursprünglichen Auftrag hinaus. Denn
zunächst sollten sie dokumentieren, wie sich der Dom
durch den Wiederaufbau nach den schweren Schäden des
Zweiten Weltkrieges verändert hat und damit auch einen
Rechenschaftsbericht über die verwendeten Landesmittel
abgeben. Sie haben aber auch vorherige und spätere
Veränderungen und alle unbeschädigt gebliebenen
Objekte wie zum Beispiel die Astronomische Uhr
miteinbezogen.
Während der LWL das Wissen seines Westfälischen Amtes
für Denkmalpflege eingebracht hat, hat das Domkapitel
eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für drei
Wissenschaftlerinnen finanziert, die es nach Ende der
Förderung durch das Arbeitsamt auf eigene Kosten um
ein Jahr verlängert hat. Die Stadt Münster hat die
Erforschung ihres wichtigsten Denkmals ebenfalls
finanziell unterstützt, der LWL hat die umfangreichen
Aktualisierungen dieser Vorarbeiten bezahlt, das Land
Nordrhein-Westfalen hat den Druck unterstützt.
INFO
Der Dom zu Münster 793 - 1945 - 1993,
Band 2, Die Ausstattung
Bearbeitet von Simone Epking, Christoph Hellbrügge,
Uwe Lobbedey, Juliane Moser, Kristin Püttmann-Engel,
Ulrike Rülander, Ulrich
Schäfer, Peter Schmitt. zwei Teilbände mit insgesamt
823 Seiten, 751 Abbildungen,
Mainz 2004 (= Denkmalpflege und Forschung in Westfalen
Bd. 26)
ISBN 3-8053-3416-8, 86 Euro