[WestG] [AKT] Baubeginn im Westfaelischen Museum für Klosterkultur
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Jun 29 11:09:53 CEST 2005
Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 28.06.2005, 15:46
AKTUELL
Minister Wittke bei Grundsteinlegung in Dalheim
Baubeginn im Westfälischen Museum für Klosterkultur
Der neue NRW-Minister für Bauen und Verkehr, Oliver Wittke,
wird an der öffentlichen Grundsteinlegung zum Baubeginn des
Westfälischen Museums für Klosterkultur in Dalheim (Kreis
Paderborn) teilnehmen. Die Umgestaltung des über 550 Jahre
alten Augustiner Chorherrenstiftes zum ersten Landesmuseum
für Klosterkultur beginnt am 29. Juni mit einer feierlichen
Grundsteinlegung, zu der der Landschaftsverband Westfalen-
Lippe (LWL) als Bauherr einlädt.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe freut sich, dass Herr
Minister Wittke als eine seiner ersten Amtshandlungen das
Grußwort des Landes Nordrhein-Westfalen zur Grundsteinlegung
im Kloster Dalheim spricht. "Damit wird für uns deutlich, wie wichtig
es ihm ist, der kulturellen Entwicklung in Westfalen sein besonderes
Augenmerk zu schenken. Wir hoffen, dass das Land auch künftig
dem Fortgang entsprechend den weiteren Ausbau des Klosters
Dalheim fördern wird, so dass unmittelbar anschließend an den
ersten Bauabschnitt im Jahr 2007 der zweite folgen kann", so Maria
Seifert, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe.
Neben Minister Wittke und Maria Seifert werden der Landrat des
Kreises Paderborn, Manfred Müller, und der Vorsitzende des Vereins
der Freunde und Förderer, Fritz Wilhelm Pahl, sprechen.
"Klostergeschichte ist Baugeschichte", erläutert Prof. Dr. Matthias
Wemhoff, Direktor des Westfälischen Museums für Klosterkultur.
Denn schon immer haben sich Veränderungen klösterlicher Lebens-
und Wirtschaftsformen auch in die Klosterarchitektur eingeschrieben.
In Dalheim, dem 1452 gegründeten Augustiner Chorherrenstift,
lassen sich alle Umgestaltungen klar und deutlich erkennen: die
mittelalterliche Klausur der Gründungsphase, die barocke Blütezeit
mit repräsentativem Ehrenhof, die Eingriffe der Säkularisation und
die landwirtschaftliche Nutzung, die Dalheim bis in die 60er Jahre
des vergangenen Jahrhunderts bestimmte. Und jetzt erhält die
jahrhundertealte Architektur des Klosters eine weitere, bedeutende
Facette hinzu: das Westfälische Museum für Klosterkultur findet ab
2007 seinen Platz in der Klosteranlage Dalheim.
"Damit zeigt sich der LWL als sehr innovativ, denn er initiierte bereits
vor drei Jahren dieses erste Landesmuseum für Klosterkultur und ging
damit dem aktuellen Trend voraus, die Wurzeln Europas unter anderem
auch in der Geschichte des Christentums und seiner Klöster zu suchen",
führt LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe aus. "Kultur" sei eben
nicht nur bäuerlich, bürgerlich oder industriell zu verstehen.
Im Westfälischen Museum für Klosterkultur Dalheim wird der LWL nach
Abschluss des letzten Bauabschnittes 2015 das Thema Kloster in seiner
Gesamtheit kritisch erforschen und zeigen. 1200 Jahre europäische
Klostergeschichte bietet eine großflächige und facettenreiche Folie, auf
der nicht nur die innerklösterlichen Lebens- und Arbeitswelten, sondern
auch deren vielfältige Verflechtungen mit der Außenwelt aufgezeigt
werden können. Verflechtungen, die bis heute auf die Nachwelt eine
Wirkung ausüben, die vielen gar nicht mehr bewusst ist, die die moderne
Welt aber nach wie vor prägen.
"Der Kreis Paderborn sieht dieses Engagement des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe mit großer Freude und Dankbarkeit und wird auch weiterhin
bereit sein, das Projekt Klostermuseum' vor allem in Hinblick auf die geplante
Stiftung, finanziell zu unterstützen", erläutert Manfred Müller, Landrat des
Kreises Paderborn.
Mit der Grundsteinlegung am Namenstag des Dalheimer Klosterpatrons,
des Hl. Petrus, beginnt der erste Abschnitt des auf drei Phasen konzipierten
Museumsumbaus. 30 Millionen Euro werden bis 2015 in diese Umgestaltungen
fließen. Der erste Bauabschnitt, der im Frühjahr 2007 mit einer Ausstellung
zur Westfälischen Klosterkultur im Barock eröffnet werden soll, wird acht
Millionen Euro kosten.
Fritz-Wilhelm Pahl, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises, betont,
dass "der Anstoß, das ehemalige Kloster Dalheim wieder mit Leben zu erfüllen
und einer sinnvollen und tragfähigen Nutzung zuzuführen, ganz stark von
bürgerlichem Engagement geprägt war und dass es auch in Zukunft Bürger
und Wirtschaft nicht an tatkräftiger Unterstützung des Museums mangeln
lassen werden."
Für 2010 und 2015 sind zwei weitere Bauabschnitte geplant, die nach der
Wiederherstellung der Ost- und Südflügel der ehemaligen Klausur erst einen
vollständigen Rundgang durch die europäische, vor allem aber durch die
800-jährige westfälische Klosterkultur möglich machen.