[WestG] [KONF] Inside - Schultenhöfe des Münsterlandes. Detmold, 14.06-30.10.2005
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Jun 15 09:55:37 CEST 2005
Von: "Gefion Apel", <gefion.apel at lwl.org>
Datum: 14.06.2005, 09:08
AUSSTELLUNG
"Inside - Schultenhöfe des Münsterlandes."
Fotokunst Martin Rosswogs im Westfälischen Freilichtmuseum
Detmold
Die Jahresausstellung im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold,
"[Inside] - Schultenhöfe des Münsterlandes. Fotografien von
Martin Rosswog" hat ihre Pforten geöffnet: Ab Dienstag, 14. Juni
werden die Serien der Münsterländer Bilder des Fotokünstlers im
Museum des Landschaftsverbandes Westfalene-Lippe (LWL) zu
sehen sein, die Einblicke in modern genutzte historische Bauernhöfe
des Münsterlandes geben.
Martin Rosswog, (geb. 1950), hat sich nach seiner Ausbildung bei
dem Düsseldorfer Professor und Fotografen Bernd Becher eigene
Wege gesucht: Man kann ihn als künstlerischen Dokumentaristen
bezeichnen, wie es jüngst in einer Publikation eines seiner Fotoprojekte
über ländliche Innenräume Europas geschehen ist. Die Schultenhöfe
des Münsterlandes bilden im Gesamtwerk Rosswogs, das Aufnahmen
aus europäischen Ländern wie Irland, Spanien oder Finnland zeigt, das
wichtigste deutsche Beispiel. Ansatzpunkt für das LWL-Freilichtmuseum
für die Zusammenarbeit mit dem Fotokünstler war der Museumshof
Schulte-Bisping, da zum Thema "Schultenhöfe" bereits seit längerer Zeit
in Forschungsprojekt geplant war.
Im Münsterland, im nördlichen Ruhrgebiet und im Sauerland bezeichnet
"Schulte" oder "Schulze" heute einfach einen reichen Bauern. Häufig
findet sich "Schulte" in zusammengesetzten Namen alter, großer
Bauernhöfe. Das Wort stammt ursprünglich aus dem mittelalterlichen
Wirtschaftssystem der Grundherrschaft. "Schulten" waren im Mittelalter
die vom meist adeligen Grundherrn eingesetzten Besitzer großer
Haupthöfe, und noch heute findet sich der Name häufig in Hofnamen der Region.
Die künstlerische Fotodokumentation der Innenräume von zehn verschiedenen
Schultenhöfen, die Rosswog 1999 bis 2002 gemacht hat, war der erste Schritt
des Forschungsprojektes. Es entstanden insgesamt 500 Aufnahmen, von denen
rund 100 für die Ausstellung, die das LWL-Museum in der Scheune Westendorf
im Paderborner Dorf gezeigt, ausgewählt wurden. Während jede Innenaufnahme
aus volkskundlicher Sicht zunächst als Ergänzung der Forschungsgrundlagen
dient, belässt es der Fotograf nicht dabei: Er arbeitet seriell, fügt Bild für Bild
aneinander und legt genau fest, welche zwei, vier oder fünf Aufnahmen als
Serie gezeigt und ausgestellt werden müssen.
Die optischen Verbindungen der Motive untereinander werden durch Möbel,
Türen oder Fenster hergestellt. Diese finden sich wiederkehrend und aus
verschiedenen Perspektiven abgebildet in den Fotografien. Alle Schwarz-
Weiß-Aufnahmen innerhalb der Ausstellung sind so genannte Barytabzüge,
ein Fotopapier, das Berufsfotografen seit 100 Jahren verwenden. Sie wurden
vom Künstler selbst hergestellt. Die Farbabzüge wurden in Handarbeit vom
Fachlabor Wagner in Rösrath angefertigt.
Sowohl die "kulturelle Insel" Münsterland, die der Künstler mit ihren
Charakteristika dokumentiert hat als auch die eigene Handschrift,
die die Räume in den Fotos mit immer unterschiedlichen Aspekten zeigt,
machen eine ganz eigene Faszination der Präsentation im Detmolder
LWL-Museum aus.
"Lassen Sie sich von diesen Fotografien einfangen, nehmen Sie die inside
- Perspektive ein - die Bilder machen süchtig", empfiehlt Projektleiter
Dr. Jan Carstensen.
INFO
Die Ausstellung ist vom 14. Juni bis zum 30. Oktober 2005 zu sehen,
eine Begleitpublikation ist bei Schirmer/Mosel erschienen unter dem Titel:
Martin Rosswog: Schultenhöfe, (ISBN 3-8296-0206-5 ) und ist für 29,80 €
im Buchhandel erhältlich. Broschierte Ausgabe nur im Museum für 19,80 €.
Internet: www.freilichtmuseum-detmold.de.
[Inside] - Schultenhöfe des Münsterlandes.
Fotografien von Martin Rosswog
Westfälisches Freilichtmuseum Detmold- Landesmuseum für Volkskunde
Krummes Haus- 32760 Detmold
Tel.: 05231/706-0 wfm-detmold at lwl.org
Öffnungszeiten: di - so 9 -18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr.
Pressekontakt:
Gefion Apel, Tel.: 05231 706-140 und Markus Fischer, Tel.: 0251 591-235
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