[WestG] [KONF] Keramik auf Sonderwegen, Herne, 19.-25.09.2004

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fre Sep 17 13:05:27 CEST 2004


Von "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 17.09.2004, 10:


KONGRESS

Keramik auf Sonderwegen:
Internationaler Kongress im Westfälischen Museum für 
Archäologie

Im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne findet 
vom 19. bis 25. September das 37. Internationale Hafnerei-
Symposion statt. Über 100 Keramikkenner aus sieben 
Nationen diskutieren über außergewöhnliche Formen und 
Funktionen in der Keramik in den letzten 1500 Jahren. Dazu 
zeigt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe 
(LWL) bis zum 14. November die Studioausstellung "Keramik 
auf Sonderwegen".

Eine Pfanne mit Augen und Nase am Griff, ein Kochtopf mit 
zwei Standfüßen oder eine aus einem weit entfernten Land 
stammende Kanne: Solche außergewöhnlichen Formen und Waren 
finden Archäologen faszinierend, weil sie sich von dem 
abheben, was sie üblicherweise zu Tage fördern. "Keramik 
auf Sonderwegen" ist das Thema des 37. Internationalen 
Hafnerei-Symposions (Hafner = Töpfer), zu dem sich der 
Arbeitskreis für Keramikforschung auf Einladung des LWL in 
seinem archäologischen Landesmuseum in Herne trifft. 

Über 100 Archäologen, Volkskundler, Kunsthistoriker, 
Numismatiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler 
treffen sich mit Töpfermeistern und anderen Keramik-
Kennern. In rund 40 Vorträgen und Diskussionsforen wollen 
sich Experten aus sieben Nationen, neben Deutschland und 
den Beneluxländern noch Ungarn, Österreich und Italien, 
über außergewöhnliche Formen und Funktionen von Keramik 
austauschen. Die Themen reichen dabei von spätrömischen 
Keramikmasken im Rhein-Mosel-Gebiet über Wärmeabgabe und 
Holzverbrauch mittelalterlicher und neuzeitlicher 
Kachelöfen bis hin zu keramischen Handgranaten sowie 
Westerwälder Steinzeug in Afrika oder Werbeerzeugnissen 
deutscher Porzellanhersteller nach dem Ersten Weltkrieg. 
Exkursionen führen die Teilnehmer nach Düsseldorf ins 
Hetjens-Museum, nach Haltern, wo die römischen Militärs 
eine eigene Töpferei betrieben und nach Münster in das 
Zentralmagazin des Westfälischen Museums für Archäologie. 

Das Hafnerei-Symposion findet seit 1968 jährlich an 
wechselnden Orten in Europa statt, nach 1993 in Soest zum 
zweiten Mal in Westfalen. "Es ist das Treffen mit den 
meisten Teilnehmern in der langjährigen Geschichte dieses 
großen europäischen Arbeitskreises, der seit 1982 von dem 
Chemiker Dr. Werner Endres aus Regensburg geleitet wird," 
erzählt Dr. Hans-Werner Peine, LWL-Mittelalter- und 
Neuzeitarchäologe und langjähriges Mitglied im 
Arbeitskreis. Er richtet - wie schon 1993 - das 
diesjährige Treffen in Kooperation mit dem LWL-
Archäologiemuseum aus.

Anlässlich der Tagung zeigt das archäologische 
Landesmuseum in Herne eine Studioausstellung zum 
Themenkreises des Symposions. Im Foyer ist vom 19. 
September bis zum 14. November eine Art "Schaumagazin" aus 
großen Regalen aufgebaut. Darin wird ein großes Spektrum 
außergewöhnlicher Keramik präsentiert: 
spätmittelalterliche Wächterhörner aus Bocholt (Kreis 
Borken), Höxter und westfälischen Burgen, Andachtsbildchen 
aus Liesborn (Kreis Warendorf), Becher, Schälchen und ein 
kleiner Krug, die zu Reliquienbehältern umfunktioniert 
wurden. Auch einige heimische Produktionszentren stellt 
die kleine Ausstellung vor. So zum Beispiel die Ziegelei 
des Stiftes Cappel bei Lippstadt (Kreis Soest). Dort 
wurden seit dem 16. Jahrhundert Dachziegel und Backsteine 
zum Hausbau aber auch Topfdeckel, Kerzenstände und 
Bratspießhalter hergestellt.

Die Exponate haben die Archäologen aus den Magazinen der 
archäologischen Denkmalpflege, der Stadtarchäologien und 
einigen westfälischen Museen zusammengetragen. "Damit 
möchten wir einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke 
in das große und interessante Spektrum der 
Keramikproduktion geben, die nicht nur westfälische Töpfer 
und Ziegler seit dem frühen Mittelalter geschaffen haben," 
erklärt Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.


INFO

"Keramik auf Sonderwegen"
Studioausstellung
Eintritt: frei
19.9. bis 14.11.2004 im unterirdischen Museumsfoyer
Westfälisches Museum für Archäologie
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel. 02323 94628-0
www.landesmuseum-herne.de. 
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 
Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr