[WestG]
[AUS] Stadtmuseum Muenster: Professor Landois, ab 23.11.2004
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Nov 22 08:23:39 CET 2004
Von: Ingrid Fisch, <fischi at stadt-muenster.de>, Stadtmuseum Münster
Datum: 21.11.2004, 16:41
AUSSTELLUNG
Professor Landois - Mit Witz und Wissenschaft
24. November 2004 bis zum 27. Februar 2005
Am 29. Januar 1905 starb mit Hermann Landois eines der bekanntesten
münsterischen Originale. Doch der Begründer von Zoo und Naturkunde-
museum war überdies ein ernstzunehmender Wissenschaftler, der sich
mit seinen Forschungen einen weit über die Grenzen Westfalens hinaus
reichenden Namen geschaffen hat. Das Stadtmuseum Münster zeigt
anlässlich seines 100. Todestags die vielseitigen Fassetten seines
Lebens in einer Sonderausstellung, die am Dienstag, 23. November,
um 17 Uhr eröffnet wird.
Die vielschichtige Persönlichkeit Landois' wird mit der Ausstellung aus
der Ecke der Originale und seltsamen Gestalten geholt. Schließlich
widmete sich der 1835 in Münster geborene Wissenschaftler zunächst
dem Studium der Theologie, forcierte mit zunehmenden Alter immer
intensiver naturkundliche Forschungen und promovierte 1863 in
Zoologie. Sein Priesterstatus wurde dem ebenso bibel- wie trinkfesten
Geistlichen 1876 aberkannt.
Der Wissenschaftler
Genauso wie Zylinder, Pfeife und Gehstock gehörte das Mikroskop zu
Landois. Als Lehrer am münsterischen Gymnasium Paulinum war er einer
der ersten Pädagogen in Europa, der zu Unterrichtszwecken regelmäßig
biologische Prä-parate anfertigte. Großes wie der Riesenammonit aus
Seppenrade, Knochiges wie Gorilla- und Menschenskelett, Faszinierendes
wie ein australischer Ameisenigel, Kurioses wie der "Affe Lehmann", aber
auch Schauriges wie eine Kinderhand und Gedrucktes wie zahlreiche
Lehrbücher belegen seinen anschaulichen Naturkundeunterricht.
Diese und weitere Objekte befinden sich als wissenschaftlicher
Nachlass im Westfälischen Museums für Naturkunde.
Der Zoo
Aus Landois' Interesse am Tierschutz entwickelte sich nach und nach
ein Tierpark. Für die Besucher erstehen die Gehege in Form von
historischen Postkarten auf einem Plan vom alten Zoo wieder vor
den Augen. Die Finanzierung seiner Visionen gestaltete Landois
kreativ indem er etwa eine Aktiengesellschaft gründete. Erkenntnisse
der Tierkunde wurden dabei innerhalb der "Zoologischen Sektion"
gewonnen, die u. a. im Westfälischen Naturwissenschaftlichen
Verein weiterlebt.
Das Original
Auch humoristische Werke gehören untrennbar zur Person des
Professors. Sein plattdeutsches Hauptwerk sind die fünf Prosabände
"Frans Essink". Zudem geht die Abendgesellschaft Zoologischer
Garten auf eine Initiative von Landois aus dem Jahr 1875 zurück.
Einen Einblick in sein Privatleben gewährt ein Bettgestell, das der
Professor in seiner "Tuckesburg" stehen hatte. Notenblätter und
die Violine Landois', die sich noch in Familienbesitz befindet und im
Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich gezeigt wird,
veranschaulichen den Musiker Landois.
Unvergessen
Der Professor ist auch hundert Jahre nach seinem Tod unvergessen.
Der Allwetterzoo und das Naturkundemuseum sind ebenso lebendige
Zeugen seines Wirkens wie die AZG. Das Werk von Hermann Landois
ist untrennbar mit Witz und Wissenschaft verbunden.
Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Preis von 5 Euro erschienen.
INFO
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Salzstraße 28
48143 Münster
Tel.: 0251/492-4503
eMail: museum at stadt-muenster.de
URL: www.stadt-muenster.de/museum
Ingrid Fisch
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