[WestG] [AKT] Blaufaerberei des Westf. Freilichtmuseums Hagen
oeffnet wieder, 06.06.2004
Rita Börste
rita.boerste at lwl.org
Don Mai 27 16:52:08 CEST 2004
Von: "Uta Wenning-Kuschel", <Uta.Wenning-Kuschel at lwl.org>
Datum: 27.05.2004, 13:20
AKTUELL
Im Westfälischen Freilichtmuseum Hagen wird wieder "Blau gemacht"
Nach über einem Jahr Renovierungspause in der Blaufärberei des Hagener
Freilichtmuseums öffnen sich am Sonntag, 6. Juni, wieder die Türen zu der bei
den Besuchern sehr geschätzten Werkstatt.
Das Haus, in dem die Blaufärberei untergebracht ist, stammt ursprünglich aus Hohenlimburg,
wo es im 18. Jahrhundert als Wohnhaus erbaut worden ist. Zuletzt als Gaststätte genutzt,
musste es in den 1970er Jahren einer Straßenerweiterung weichen und wurde ins
Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) transloziert.
Das Museum hat die Werkstatt "Blaufärberei" nach alten Vorbildern neu eingebaut.
Auch aus Hohenlimburg stammt die im hinteren Raum befindliche "Perrotine",
eine Maschine, die ähnlich wie der Handdruck funktioniert, nur mehr Stoff schneller färbt.
Der Name "Blaudruck" ist eigentlich falsch, denn dabei wird der Stoff nicht bedruckt
sondern gefärbt. Es erfordert einige aufwändige Arbeitsgänge, um aus weißem Leinenstoff
den traditionellen Blaudruck herzustellen. Beim so genannten "Reservedruckverfahren"
wird mit Holz- oder Metallmodeln der "Papp", eine farbabweisende Masse auf den
hellen, naturfarbenen Leinenstoff aufgetragen. Dann wird der Stoff in eine Indigo-Küpe
getaucht und durch eine chemische Reaktion mit Sauerstoff nach dem Herausziehen
blau gefärbt. Die mit "Papp" bedruckten Stellen werden reserviert (Reservedruck).
Je öfter der Stoff eingetaucht wird, desto dunkelblauer wird die Farbe.
Anschließend wird der gefärbte Stoff in einem leicht sauren Bad durchgespült. Dabei löst
sich der "Papp" aus den Fasern, die ausgesparten Stellen bleiben hell und stechen
als leuchtendes Muster aus dem blauen Tuch hervor.
Nach dem Klarspülen werden die Stoffbahnen getrocknet, gemangelt und zu Ballen gerollt.
Der traditionelle Blaudruck ist fertig und kann als attraktiver Gebrauchsstoff zum
Beispiel zu Wohntextilien wie Tischdecken oder Gardinen verarbeitet werden.
Im Shop des LWL-Freilichtmuseums ist der im Museum hergestellte Blaudruckstoff u.a.
als Ballenware erhältlich.
INFO
Uta Wenning-Kuschel
Westfälisches Freilichtmuseum Hagen
Mäckingerbach
58091 Hagen
Tel.: 02331-7807-113
Fax: 02331-7807-120