[WestG] [AKT] Neuer Plan für modifiziertes Kulturforum in Muenster
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Mar 22 14:19:52 CET 2004
Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 22.03.2004, 14:12
AKTUELL
LWL-Landesmuseum soll Teil eines "Kulturdreiecks" werden
Neuer Plan für modifiziertes Kulturforum in Münster
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat einen Lösungsvorschlag entwickelt, der den nötigen Umbau seines Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster mit den Plänen für das "Kulturforum Westfalen", eine neue Musikhalle und ein neues Museum, verknüpft.
Nach dem Vorschlag soll das LWL-Landesmuseum (am Domplatz) für 41,8 Millionen Euro saniert und um
fast 5.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche erweitert werden, während sich das angedachte neue Haus für Gegenwartskunst (auf dem Hindenburgplatz) auf die Funktion einer Kunsthalle konzentriert.
Über diesen "vielversprechenden Vorschlag", so LWL-Direktor Wolfgang Schäfer am Montag (22.3.), sollen die Abgeordneten des Kommunalverbandes bis Juni entscheiden. Voraussetzung ist, dass das Land NRW den Vorschlag mit der Förderung, die es bisher allein für das Kulturforum vorgesehen hat (30,7 Mio. Euro), unterstützt und die Stadt die Musikhalle errichtet. Der LWL ist Träger des Westfälischen Landesmuseums und würde Betreiber der geplanten Kunsthalle.
"Wir wollen das kulturelle Angebot für Westfalen in Münster ausbauen, indem wir zusätzlich ein bestehendes Museum aufwerten. Aus dem zweipoligen Kulturforum würde also ein westfälisches Kulturdreieck mit Musikhalle, Ausstellungshalle für Gegenwartskunst und neu ausgebautem Westfälischen Landesmuseum", sagte Schäfer am Montag in Münster. Eine Mehrheit unter den LWL-Abgeordneten für ein Kulturforum ohne diese Modifikation zu finden,
könne dagegen schwer werden, weil das Landesmuseum dringend eine Erweiterung brauche.
Nach Auskunft von LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe soll im neuen Westfälischen Landesmuseum die Gesamtfläche von rund 10.200 auf 18.300 Quadratmeter steigen, allein für die ständige Präsentation von Gegenwartskunst stünden 1.400 Quadratmeter zur Verfügung. Wegen des neuen Raumangebotes im Westfälischen Landesmuseum könne auch das Raumprogramm in der geplanten Kunsthalle bei den Ausstellungs-, Magazin-, Lager- und Werkstattfläche reduziert werden. Teppe: "Die Hauptfunktion der Ausstellungshalle für Gegenwartskunst, nämlich der Ort für wechselnde Ausstellungen zu sein, tritt damit umso stärker hervor. Wir halten diesen neuen Vorschlag für eine sehr attraktive Lösung, weil sie die verschiedenen Interessen miteinander verknüpft. Insbesondere städtebaulich bliebe die Grundidee des Kulturforums erhalten."
Das neue Westfälische Landesmuseum
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL hat in einem Planungsgutachten den Baukomplex des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münsters Innenstadt neu konzipiert. Ein entscheidender Fortschritt für das neue Landesmuseum sei, so LWL-Architekt Heinz-Jürgen Bartel, die klare Orientierung für die Besucher: "Mit dem neuen Eingang in der Pferdegasse wird ein großzügiges Foyer mit einem Glasdach geschaffen, von dem der Altbau am Domplatz und der Neubau entlang der Rothenburg etwa gleich weit entfernt liegen."
Die Ausstellungsfläche insgesamt steigt nach den Plänen von rund 5.700 auf 10.600 Quadratmeter. Der Bereich des Mittelalters zum Beispiel würde 1.200 Quadratmeter gewinnen, die Kunst des 16. bis 19. Jahrhunderts hätte fast 700 Quadratmeter mehr Platz, die Westfälische Landesgeschichte hätte mit 930 Quadratmetern zum ersten Mal einen eigenen Ausstellungsbereich.
An die Stelle des ehemaligen LWL-Archäologiemuseums (an der Rothenburg) soll ein dreigeschossiger
Neubau treten, der zukünftige rechte Flügel des Westfälischen Landesmuseums, den eine Glashaut ummantelt. Erster Bauabschnitt bis Ende 2007 würde der Neubau an der Rothenburg. Der neue Mitteltrakt des Westfälischen Landesmuseums (an der Pferdegasse) könnte bis 2012 stehen.
Der Umbau und Neubau des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte würde insgesamt 41,8 Millionen Euro kosten. Der Neubau (an der Rothenburg) schlüge mit 16 Millionen zu Buche. Der LWL rechnet beim Neubau mit einer 50-prozentigen Förderung durch das Land, hieß es am Montag.