[WestG] [AKT] Eroeffnung der Geblaesehalle, Hattingen,
26./27.06.2004
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Jun 24 09:59:51 CEST 2004
Von "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 23.06.04 11:43
AKTUELL
LWL feiert am 26. und 27. Juni Eröffnung der Gebläsehalle
Einstige Kraftzentrale der Hütte zum Veranstaltungszentrum ausgebaut
Früher war die Gebläsehalle die Kraftzentrale der Henrichshütte - jetzt
schlägt das historische Herz des Westfälischen Industriemuseums in
Hattingen mit neuer Energie: Am 26. und 27. Juni feiert der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) nach fünf Jahren Bauzeit
die Eröffnung eines Veranstaltungsortes von besonderer Qualität.
"Den Umbau der Gebläsehalle hatten wir schon bei der Übernahme
der Henrichshütte ins Westfälische Industriemuseum vor 15 Jahren im
Auge; jetzt ist das erste Etappenziel erreicht", sagte Helmut
Bönnighausen, Direktor des Westfälischen Industriemuseums heute
(22.6.) vor der Presse in Hattingen.
Bürgermeister Dieter Liebig bezeichnete die Gebläsehalle als
Bereicherung für das Hattinger Kulturleben: "Ein Veranstaltungsort
dieser Größe und Güte hat uns dringend gefehlt." 9,6 Millionen Euro
haben Restaurierung und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes
aus dem Jahr 1906 gekostet; 90 Prozent davon finanzierte das Land
Nordrhein-Westfalen. Knapp eine halbe Millionen Euro steckte der LWL
zusätzlich in die Einrichtung. Fertig sind damit allerdings erst zwei von
drei Arealen des gesamten Komplexes.
"Der Dauerausstellungsbereich ist noch in einem maroden Zustand", so
Bönnighausen. Im historischen Hallenteil will das Museum die Funktion
der ehemaligen Energiezentrale und das Thema Stahlerzeugung und
-verarbeitung anschaulich machen. Immerhin: Vom Restaurant aus
haben die Besucher jetzt einen Balkonblick auf die angestrahlten
Hauptexponate, darunter eine 500 Tonnen schwere Großgasmaschine,
eine Thomasbirne und ein Dampfhammer-Ensemble. Bei Führungen
können Besucher diese Relikte der Stahlzeit auch von Nahem betrachten.
In neuem Glanz erstrahlen die beiden jetzt fertiggestellten Bereiche: als
erstes der Mittelriegel mit dem neuen Museumsfoyer, einer 450
Quadratmeter großen Ausstellungsfläche sowie dem "Henrichs": Die
Gastronomie bietet auf der gläsernen Galerie in der ersten Etage in
Restaurant, Bistro und Lounge insgesamt 120 Sitzplätze. Zwei separate
Glaskuben, die wie "Vogelnester" oberhalb des Restaurants schweben,
stehen für Besprechungen und kleinere Feiern zur Verfügung. Vom
"Henrichs" aus hat der Besucher nicht nur einen freien Blick auf die
historischen Maschinen - ein 17 Meter hoher und 28 Meter breiter
"Glasvorhang" bietet außerdem freie Sicht in den Veranstaltungsbereich.
Bis zu 2.000 Besucher fasst die Halle ohne Bestuhlung. 1.000 Gäste
können bei Konzerten oder Theatervorstellungen von Sitzplätzen aus
das Geschehen auf der Bühne verfolgen. Auch für Firmenpräsentationen
und als Filmpalast bietet sich der 1.000 Quadratmeter große Saal mit
Stahlträgern, sichtbaren Lüftern, weißen Wänden und einem Boden aus
geschliffenem Estrich an. Das zentrale Lichtband im Dachfirst lässt sich
abdunkeln. Die Attraktivität der Halle hat sich offenbar bereits
herumgesprochen. "Schon im nächsten Monat haben wir einige große
Veranstaltungen hier", kündigt LWL-Museumsleiter Robert Laube an.
Am 7. und am 11. Juli spielen die Bochumer Symphoniker in Hattingen,
bei der Nacht der Industriekultur am 10. Juli erlebt die Gebläsehalle
einen Klaviermarathon, die Sparkasse hat den 16. Juli für eine
Firmenveranstaltung vorgemerkt. Auch die nächsten Ausstellungen im
Foyer stehen fest: Nach einer Schau mit technischen "Erfindungen" aus
dem Künstlerdorf Schöppingen zeigt das LWL-Industriemuseum als
Vorgeschmack auf das Aphoristikertreffen in Hattingen Karikaturen
von Robert Gernhardt (22.8.-3.10.2004). Zum 150. Geburtstag der
Henrichshütte ist im Herbst eine Ausstellung über Fir-mengründer
Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode geplant (Eröffnung 15. Oktober).
Eröffnung der Gebläsehalle. Zur Eröffnung am Samstag (26.6.) ab 18 Uhr
erwartet die Besucher unter dem Motto "FeuerWerk" eine Reise durch die
Gebläsehalle in vier Etappen. Zu Beginn flanieren die Besucher durch die
Ausstellung "Dem Ingenieur ist nichts zu schwör" aus dem Künstlerdorf
Schöppingen. Städtebauminister Dr. Michael Vesper enthüllt im Foyer ein
großes Modell des Hattinger Stahlwerks, das der Förderverein erstellt hat.
Angeführt von einer Künstlergruppe bewegt sich der Tross der Gäste
zunächst durch den historischen Hallenteil mit den monumentalen Zeugnissen
der Stahlindustrie.
Der eigentliche Festakt im großen Saal steht unter dem Motto "FeuerFest".
Zu den Eröffnungsrednern gehören neben Minister Vesper auch die Vorsitzende
der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, Maria Seifert, sowie der
Hattinger Bürgermeister Dieter Liebig. Im Restaurant "Henrichs" klingt die
Eröffnung als "FeuerAbend" aus. Der Sonntag (27.6.) steht unter dem
Motto "Soundcheck": 14 Hattinger Chöre und Musikgruppen testen den
neuen Veranstaltungsort und laden von 10 bis 18 Uhr zu öffentlichen Proben
ein. Der Eintritt ist frei! Historisches Im früheren Hüttenbetrieb war die Halle
das Herzstück der Wind- und Energieversorgung.
Hier thronten einst die gewaltigen Großgasmaschinen. Elf dieser Giganten
waren schließlich im Einsatz, um auf der Basis von Hochofengas wahlweise
Strom oder Wind zu erzeugen. Bis in die 1960er Jahre hinein deckten sie
einen Großteil der Energieversorgung ab. Weil die Dinosaurier der
Kraftwirtschaft mit den gestiegenen Leistungsanforderungen im Bereich
der Hüttentechnologie nicht mehr Schritt halten konnten, wurde die
Stromversorgung ab 1962 neu organisiert. Lediglich die Winderzeugung
für die Hochöfen erfolgte noch bis Ende der 1970er Jahre mit Hilfe der
Großgasmaschinen.
Dann reichten auch hierfür die Kapazitäten nicht mehr aus, und die
Henrichshütte stellte vollständig auf Turbinen um. Zwischen 1979
und Mitte der 1980er Jahre ließ der Betrieb die Maschinen nach und
nach verschrotten. Die Halle diente dann als Lager und
Lok-Reparaturwerkstatt. Die heute in der Halle installierten
Großmaschinen und Aggregate zeugen von der historischen
Funktion der ehemaligen Energiezentrale.
Zu den gewichtigen Exponaten zählen eine 500 Tonnen schwere
Großgasmaschine - eine der letzten ihrer Art in Deutschland -, die
1993 aus der Georgsmarienhütte bei Osnabrück nach Hattingen
gebracht wurde, sowie eine Thomasbirne der Thüringer Maxhütte.
Um die Weiterverarbeitung von Eisen und Stahl demonstrieren zu
können, installierte das Industriemuseum außerdem ein historisches
Dampfhammer-Ensemble aus Engelskirchen und das Mittelgerüst eines
Profilwalzwerkes aus Duisburg-Hochfeld.
INFO
Westfälisches Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 25
45527 Hattingen
Telefon: 02324 9247-0
Telefax: 02324 9247-12
E-Mail: birgit.schulz at lwl.org
Geöffnet: Dienstag - Sonntag 10 - 18 Uhr
Fr - 21.30 Uhr