[WestG] [AKT] Arnhold neuer Leiter des Westf. Landesmuseums fuer Kunst u. Kulturgeschichte, Muenster

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Don Jul 15 15:27:12 CEST 2004


Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 15.07.2004, 14:52


AKTUELL

Dr. Hermann Arnhold ist neuer Leiter des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und
Kulturgeschichte

Dr. Hermann Arnhold ist der neue Leiter des Westfälischen Landesmuseums für
Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Das hat der Landschaftsausschuss des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Träger des Museums, am Donnerstag (15.07.)
in Münster einstimmig beschlossen. Arnhold tritt am 1. August die Nachfolge von Prof. Dr.
Klaus Bußmann an, der am 30. Juni in den Ruhestand gegangen war. Bisher ist Arnhold Leiter der
Mittelaltersammlung und Kurator der Forschungsstelle 'Westfälischer Friede' im
Westfälischen Landesmuseum. Als Projektleiter war er 1998 maßgeblich am Erfolg der
Ausstellung zum 'Westfälischen Frieden' beteiligt und ist als Kurator mehrerer
Ausstellungen im LWL-Museum hervorgetreten. Der 42-jährige Kunsthistoriker, gebürtig
aus Rheine (Kreis Steinfurt), hat in Freiburg/Breisgau und an der Pariser Sorbonne
Kunstgeschichte, Romanistik und Katholische Theologie studiert. 

Arnhold habe die Abgeordneten mit seinem Konzept überzeugt, berichtete LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl
Teppe aus der entscheidenden Sitzung am Donnerstag. 'Unser Westfälisches Landesmuseum ist
ein Mehrspartenhaus mit mittelalterlicher Kunst ebenso wie der Kunst des 16. und 17.
Jahrhunderts, klassischer Moderne oder Gegenwartskunst. Dr. Arnhold wird diese
Bandbreite des Museums deutlich machen.' Als erfolgreicher Projektleiter und als Kurator
habe er zudem in der Führung von Mitarbeitern die Erfahrung, die für die Leitung eines solchen
Hauses mit rund 70 Beschäftigten nötig sei. Arnhold skizzierte seine Vorstellungen
angesichts des geplanten Museumsumbaus und des Neubaus einer Kunsthalle in Münster
('Kulturforum Westfalen'): 'Erneuerung nach außen bedeutet bei aller Kontinuität auch
Erneuerung nach innen. Wir haben eine so breite und vielschichtige Sammlung, die noch zu sehr
im Verborgenen schimmert.'

Er setze zum Beispiel verstärkt auch auf thematische
Ausstellungen etwa zur Porträtkunst oder zur Stilleben-Malerei. Außerdem plane er
Ausstellungen zur aktuellen Kunst Osteuropas (Polen, Tschechien und Ungarn) und zum Thema
der kulturellen Identitäten in der zeitgenössischen Moderne. Der neue Museumsleiter
kündigte an, dass die beiden freien Referenten-Stellen für Gegenwartskunst und für
mittelalterliche Kunst so schnell wie möglich wieder besetzt würden. Das Museum müsse sich
auch weiter öffnen. 'Die jetzige Eingangshalle ist nicht sehr einladend. Ich will, dass
neben dem klassischen Museumsbetrieb wieder Musikfeste, dass Themenabende, Konzerte und
Lesungen das Haus zu einem lebendigen Museum machen', sagte Arnhold.

Die jüngere Generation solle sich wieder stärker für das Westfälische Landesmuseum interessieren. Als ein erster
Schritt seien die 'Junge Freunde des Museums' gegründet worden, die ein besonderes Programm
entwickeln. Museumspädagogik und gruppenfreundliche Angebote würden verstärkt.
Arnhold: 'In anderen deutschen Städten machen Sportvereine ihren Ausflug ins Kunstmuseum,
warum soll das in Westfalen nicht möglich sein?' Schon jetzt käme fast jeder zweite Besucher
in einer Gruppe ins Westfälische Landesmuseum. Der designierte neue Chef des Museum
bekräftigte, dass LWL und Museum an der Skulptur-Ausstellung 2007 festhielten. 'Ich werde
in Kürze gemeinsam mit Kasper König einen weiteren renommierten Kurator für das Team der
Skulptur.Projekte engagieren', so Arnhold. Die Arbeit an den Projekten der nächsten Jahre
werde insgesamt von Teamarbeit geprägt sein. Kurzbiographie Arnhold Dr. Hermann Arnhold
(Jahrgang 1962) studierte von 1983 bis 1992 Kunstgeschichte, Romanistik und Theologie in
Freiburg im Breisgau und an der Sorbonne in Paris. Er wurde 1993 mit dem Thema 'Die Skulptur in
Troyes und in der südlichen Champagne zwischen 1480 und 1530' in Freiburg/Br. promoviert.

Nach dem wissenschaftlichen Volontariat am Westfälischen Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte in Münster (1993-1995) kuratierte er als erstes eigenes Projekt
1994/1995 die Ausstellung 'Lebendiges Licht * Pierre Soulages. Malerei und die Fenster von
Conques', ein monographisches Projekt zu einem Künstler der zeitgenössischen Moderne
Frankreichs, das in enger Zusammenarbeit mit Pierre Soulages entstand. Von 1995 bis 1999
arbeitete er als Projektleiter der Europaratsausstellung '1648 * Krieg und Frieden in
Europa'. Neben der Leitung des wissenschaftlichen Ausstellungssekretariates, das die
Ausstellungsteile in Münster und Osnabrück vorbereitete, gelang es ihm, führende
europäische Museen und Spezialisten für die Ausstellung zu gewinnen. Am Collège de France in
Paris war er 1996 für acht Monate wissenschaftlicher Assistent des Kunsthistorikers
Jacques Thuillier und arbeitete in dieser Zeit an Themen der Ausstellung. Von 1994 bis 1997
lehrte er als Dozent für Kunstgeschichte am Fachbereich Architektur der Fachhochschule
Münster. 

Mit mehreren internationalen kunsthistorischen Kolloquien * 1994 'Im Lichte
Rembrandts', 1998 'Westfälischer Friede. Die Kunst zwischen Krieg und Frieden' in Paris und
Münster/Osnabrück, schließlich Ende 2002 über das Soester Antependium - beteiligte er sich
an der wissenschaftlichen Diskussion zu aktuellen Ausstellungsthemen sowie zu Aspekten
der Sammlung des Westfälischen Landesmuseums. Seit Oktober 1999 arbeitet er als Kurator für
die Kunst des Mittelalters im LWL-Museum und ist zugleich verantwortlich für die
Forschungsstelle 'Westfälischer Friede'. 2001 gelang ihm mit der Unterstützung mehrerer
öffentlicher und privater Geldgeber die Erwerbung eines wiederentdeckten Tafelbildes des
niederrheinischen Malers Derick Baegert, von dem das Westfälische Landesmuseum mehrere
Werke besitzt. 2002 war er führend beteiligt an der Ausstellung 'Sammlerlust. Europäische
Kunst aus fünf Jahrhunderten', die erstmals eine der wichtigsten Sammlungen aus
westfälischem Privatbesitz zeigte. Zuletzt bereitete er die beiden Ausstellungen 'Wege
des Mittelalters', eine kulturhistorische Einführung ins Mittelalter (Eröffnung im
Oktober 2004) und 'Die Brabender. Skulptur am Übergang vom Spätmittelalter zur
Renaissance' (geplant für März 2005), eine monographische Ausstellung zu einem
bedeutenden Münsteraner Künstler, vor.