[WestG] [AUS] Zinngiesserhandwerk in Muenster, Stadtmuseum
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Die Jul 6 11:48:59 CEST 2004
Von: "FischI at stadt-muenster.de", Ingrid Fisch, Stadtmuseum Münster
Datum: 05.07.2004, 1529
PRÄSENTATION
Für Tafel und Altar - Zinngießerhandwerk in Münster
Neue Präsentation im Stadtmuseum Münster
Teller, Humpen, Kannen, aber auch Leuchter und Kelche - das Formenspektrum der als Serienprodukte in Gussformen hergestellten Zinnobjekte war reichhaltig und wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte. Das Stadtmuseum Münster zeigt vom 3. Juli bis zum 15. August in der Jubiläumsreihe "Focus Stadtgeschichte" eine Auswahl von typischen Produkten aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Unter dem Titel "Für Tafel und Altar - Zinngießerhandwerk in Münster" werden Objekte aus eigenem Bestand sowie Leihgaben aus anderen Museen und aus Privatbesitz zu sehen sein.
Zur Ausstattung von Kirchen wurden Kelche, Leuchter, Wasser- und Weinkännchen aus Zinn gefertigt, für Zünfte oder Bruderschaften aufwändige, oft mit gravierten Inschriften und Dekoren versehene "Willkommen" Humpen oder Schinkenschüsseln. Im Haushalt sowohl des Adels als auch der Bürgerschaft waren die preiswerten Zinngefäße im Vergleich zu Objekten aus Silber in großer Zahl vertreten.
Die Zunft der Kannengießer, wie die Zinngießer in Münster genannt wurden, gehört mit zu den ältesten Gilden der Stadt. Die Erwähnung eines Conrad Kanneghetere im Jahre 1348 ist bisher der älteste Nachweis für dieses Handwerk in Münster. Wann jedoch eine eigene Zunft eingerichtet wurde, ist unbekannt. Sein Ende fand das Handwerk als die Zinngießerei der Familie Albinger ihren Betrieb in Münster im Zweiten Weltkrieg schloss.
Unterschieden sich die Formen der Zinngegenstände in der Regel von jenen aus Keramik, Glas, Messing, Bronze oder Silber sonst sehr deutlich, wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts versucht, kostbare Silbergefäße zu imitieren. In der Präsentation findet sich beispielsweise eine Dreikranenkanne von Meister Friedrich Christian Fillerfang aus Münster, die um 1780 entstand. Diese Kaffeekanne mit drei Kränen bot den besonderen Komfort, dass sich jeder bei Tisch bequem von seinem Platz aus einschenken konnte.
Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte das Zinngießerhandwerk im Biedermeier noch einmal eine Blütezeit, Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängten jedoch das immer preiswerter gewordene und praktischere Steingut und Porzellan das Zinn bei Tisch. Ein Wasserkessel von Meister Gerhard Henrich Albinger - um 1850 entstanden - steht beispielhaft für diese Phase des Zinngießerhandwerks in Münster.
INFO
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Salzstraße 28
48143 Münster
Tel.: 0251/492-4503
eMail: museum at stadt-muenster.de
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Salzstraße 28
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