[WestG] [AUS] Juedisches Museum Westfalen (Dorsten) mit neuer Dauerausstellung

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Die Jan 13 11:52:49 CET 2004


Übernahme aus der "geschichtskultur-ruhr - Mailingliste"
Von: "gk-mail (Abeck)" <mailing at geschichtskultur-ruhr.de> 
Datum: 13.01.2004, 11:11

AUSSTELLUNG

WAZ vom 12.01.04

Mit der neuen Dauerausstellung sind auch die alten Friedhofs-Fotos
abgehängt. 14 Lebenswege westfälischer Juden zeigt das Jüdische Museum
Westfalen in Dorsten und wird damit - zwölf Jahre nach der Eröffnung des
Lehrhauses durch Johannes Rau - dem Anspruch seines Namens gerecht.

Die Ausstellung aus großformatigen Porträts zu kurzgefassten Texten und
Exponaten vom mittelalterlichen Münzschatz bis zur 70er Jahre-Jeans aus
Marler Fabrikation erzählt rund 700 Jahre jüdischer Regionalgeschichte in
14 Biografien. Die früheste Station gilt dem Bankier Leo von Münster, der
außer einem Münzschatz am Münsteraner Prinzipalmarkt und 22
Geschäftsbriefen keine Lebensspuren hinterließ. Für die aktuellste Station
half Rolf Abrahamsohn aus Marl selbst bei der Auswahl der Exponate für
seinen "Lebensweg".

Der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Recklinghausens steht
für den Neuanfang nach dem Holocaust. Der Kaufmannssohn überlebte mit
knapper Not als Jugendlicher "neun Monate Arbeitslager und dreieinhalb
Jahre KZ". In den 90er Jahren begrüßte er bewegt "die jüdischen Leute aus
Russland": ein zweiter Neuanfang nach dem Nachkriegs-Wiederaufbau seiner
Gemeinde.

Schwester Johanna Eichmann, die Museumsleiterin und Oberin des Dorstener
Ursulinenklosters, betonte in ihrer Eröffnungsrede vor über hundert
geladenen Gästen den Rückhalt der jüdischen Gemeinden Westfalens für das
von Christen geführte Lehrhaus, das seit zwölf Jahren neben Dauer- und
Wechsel-Ausstellungen ein hochkarätiges Programm aus Vorträgen, Lesungen,
Musik und Film fährt.

Ganz vollständig ist die Ausstellung in einigen Wochen. Dann sind im Neubau
in der Dorstener Innenstadt auch 45-minütige Audio-Guides erhältlich.
Bilder und Exponate ergänzen dann O-Töne der SPD-Politikerin Jeanette
Wolff, des Regisseurs Imo Moszkowicz oder des Zeitzeugen Rolf Abrahamsohn.


INFO

Jüdisches Museum Westfalen 
Julius-Ambrunn-Straße 1 in Dorsten
Tel: 02362/45279

geöffnet di - fr. von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr; 
sa. und so. von 14 bis 17 Uhr.