[WestG] [AUS] Barocke Uhren, Stadtmuseum Muenster, 29.02.-28.03.04

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Fre Feb 27 11:03:14 CET 2004


Von: "Ingrid Fisch" <FischI at stadt-muenster.de> 
Datum: 27.02.2004, 09:27


AUSSTELLUNG

"Mit der Zeit... Barocke Uhren aus Münster" - Stadtmuseum Münster präsentiert 
tickende Kostbarkeiten

Münster hat niemals eine große Uhrenproduktion besessen oder besonders viele 
Uhrmacher beherbergt. Trotzdem sind die in Münster entstandenen oder für Münster 
hergestellten Uhren besonders wichtige Beispiele der Uhrengeschichte. Zu sehen 
sind einige von ihnen vom 29. Februar bis zum 28. März in der Reihe "Focus 
Stadtgeschichte" im Stadtmuseum Münster unter dem Titel "Mit der Zeit ... Barocke 
Uhren aus Münster".

Kleineren Tischuhren waren bis um 1850 selten in Westfalen zu finden. Die 
Exemplare, die im Münsterland gebaut worden sind, sehen aus wie verkleinerte Köpfe 
von Bodenstanduhren und sind deutlich englischen Vorbildern verpflichtet. 
Von münsterischen Uhrmachern sind nur zwei Stutzuhren der Barockzeit bekannt. 
Seit kurzem befindet sich eine in Besitz des Stadtmuseums Münster. Die Tischuhr 
ist signiert von Johann Joseph Schwarz, einem Handwerker, über den die 
Quellen bislang schweigen.

Von den wenigen Uhrmachernamen, die vor 1750 in Münster belegt sind, ist 
Johann Albiger einer der wichtigsten. Auch von ihm sind weder Geburtstag noch 
Sterbetag gesichert. Doch ist er in Schriftquellen zwischen 1694 und 1715 urkundlich 
fassbar. Von Johann Albiger haben sich drei Bodenstanduhren erhalten. Diese kleine 
Ausstellung zeigt zwei davon. Ein weiteres Highlight der Präsentation ist eine Uhr 
von Michael Frischauff, eine von zwei Leihgaben aus dem Westfälischen 
Freilichtmuseum Detmold - Landesmuseum für Volkskunde. Das Exemplar hat bereits 
ein eisernes Werk wie viele der späteren Bauernuhren Westfalens zwischen 
1780 und 1840.

Die Gestaltung dieser Uhren wirkt auf uns derartig vertraut, das wir uns kaum 
vorstellen können, dass sie erst um 1680 in London erfunden worden sind. Albiger hat 
sie in fast gleicher Qualität bereits gegen 1700 nachgebaut. Er ist nach unserem 
heutigen Kenntnisstand der erste nachweisbare Uhrmacher, der diese Londoner 
Uhren überhaupt in Deutschland gefertigt hat. Technisch waren diese Uhren 
darüber hinaus die genauesten Zeitmesser der Epoche. Die Uhrwerke profitierten 
von einer Vielzahl an technischen Verbesserungen und auch das Zifferblatt wurde 
neu angeordnet. Zudem wurden Holzgehäuse mit Glasscheibe damals erst entwickelt. 

Klein aber fein sind die Verwandten der großen Standuhren, die den Kreis der 
münsterischen Uhrmacher schließen. Eine Kollektion von Taschenuhren aus 
Privatbesitz zeigt noch einmal höchstes Niveau der hiesigen Uhrmacher. Die 
Anfänge der tragbaren Uhr geht auf den Anfang des 16. Jahrhunderts zurück. 
Aus diesen Dosenuhren entstanden etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts die ersten 
Taschenuhren. Diese tickenden Kostbarkeiten, die ebenfalls erstmals zu sehen sind, 
geben einen Einblick in die Welt von Minuten und Stunde.


INFO

Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Tel.: 0251/492-4503
eMail: museum at stadt-muenster.de 
URL: www.stadt-muenster.de/museum 

Ingrid Fisch
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
D-48143 Münster
Telefon: +49 (0)251/492-4513
Fax: +49 (0)251/492-7726
eMail: FischI at stadt-muenster.de