[WestG] [AKT] Werther: Restaurierung des 400 Jahre alten Hapkenhofs
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mit Feb 18 14:37:14 CET 2004
Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 18.02.2004, 13:35
AKTUELL
Der Hapkenhof in Werther ist bald wieder unter Dach und Fach
Werther (lwl) . Im November 2001 war das Haupthaus des so genannten Hapkenhofes in Werther so
einsturzgefährdet, dass der Kreis Gütersloh dem Eigentümer verbot, das Gebäude zu nutzen.
Tatsächlich brach ein großer Teil des Daches ein, weil einige Zwischensparren feucht und
damit morsch geworden waren. Bald ist das 1584 errichtete mächtige Fachwerkhaus wieder
unter Dach und Fach. Das ist dem gemeinsamen Engagement des Eigentümers Carsten Steinmann
und der Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu verdanken.
Gemeinsam erarbeiteten sie ein Rettungskonzept für das Haus, die Bezirksregierung Detmold
und das Amt für Agrarordnung stellten schnell die nötigen Zuschüsse für die dringendsten
Reparaturarbeiten zur Verfügung. "Wir konnten dieses Gebäude, das zu den ältesten des
Kreises Gütersloh zählt, nur retten, weil alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben",
sagt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Andrea Pufke über die gelungene Zusammenarbeit, die noch
längst nicht abgeschlossen ist. "Denn ein Denkmal kann man auf Dauer nur erhalten, wenn man
eine sinnvolle Nutzung findet. Gemeinsam mit dem Eigentümer haben wir eine Möglichkeit
gefunden, wie man das Haus wirtschaftlich nutzen kann: Im bisherigen Wohnteil und in der
Deele sollen insgesamt drei Wohneinheiten entstehen", so die Denkmalpflegerin weiter.
Das Besondere am über 400 Jahre alten Hapkenhof ist, dass selbst der Dachstuhl mit seinen
Eichen-sparren noch original erhalten ist. Teile des Hauses wurden zwar im Laufe der Zeit
mehrfach umgebaut und erneuert, "dennoch ist die große Wirtschaftsdeele immer noch in ihrem
ursprünglichen Zustand erhalten", freut sich Pufke. Um das Haupthaus entstand im Laufe der
Jahrhunderte eine große Hofanlage. Dazu gehört unter anderem eine ebenfalls unter
Denkmalschutz stehende Doppelscheune, die 1811 erbaut worden ist. Sie wurde bereits im Jahr
2000 zu Wohnungen umgebaut. Vom Haupthaus wurde zuletzt nur noch der Wohnteil genutzt, das
Dach über der großen Deele war an einigen Stellen undicht geworden. Als die Denkmalpfleger
die Schäden genauer untersuchten, stellte sich heraus, dass einige Teile des Daches wegen
der Feuchtigkeit schon von Pilzen und Schwämmen befallen war.
Die schlimmsten Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten, als vor zwei Jahren große Teile des Daches
einbrachen, als einige morsch gewordenen Weichholz-Zwischensparren die Dachlast nicht
mehr tragen konnten. "Obwohl die Situation sehr dramatisch aussah, musste nur erstaunlich
wenig historische Substanz ausgetauscht werden. Die Feuchtigkeit hat dem eichenen
Kerngerüst des Dachstuhls aus dem 16. Jahrhundert nur sehr wenig geschadet", so Pufke.
INFO
Westfälisches Amt für Denkmalpflege
48133 Münster, Salzstraße 38 (Erbdrostenhof)
Telefon: (0251) 591-4036
Fax: (0251) 591-4024
http://www.lwl.org/wafd/