[WestG] [LIT] Nachdruck Generalkarte Fuerstbistum Osnabrueck, 1774
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Die Dez 7 16:37:28 CET 2004
Von: "Kehne, Birgit" <Birgit.Kehne at staatsarchiv-os.niedersachsen.de>
Datum: 07.12.2004, 14:44
LITERATUR
Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück gibt Nachdruck der
Generalkarte des Fürstbistums Osnabrück von 1774 heraus.
Ein Meisterwerk der Osnabrücker Kartographie liegt jetzt reproduziert vor:
die Karte des Osnabrücker Fürstbistums von 1774.
Ziel dieser topographischen Landesaufnahme war eine Bestandsaufnahme für den
englischen König Georg III., als Kurfürst von Hannover auch Regent des
Osnabrücker Fürstbistums für seinen minderjährigen Sohn Friedrich von York.
Die Generalkarte wurde neben zahlreichen Spezialkarten erstmals nach einer
exakten Vermessung des Hochstifts Osnabrück durch zwei hannoversche
Offiziere, Georg Wilhelm von dem Bussche, Obristleutnant der Infanterie, und
Franz Christian de Benoit, Capitaine-Leutnant, erstellt. Mit der Ermittlung
der Längen- und Breitengrade der Stadt Osnabrück wurde der Göttinger
Professor Georg Christoph Lichtenberg beauftragt. Zu diesem Zweck wurden auf
einem zur Sternwarte umfunktionierten Stadtturm mittels Quadrant, Fernrohr
und Pendeluhr astronomische Messungen durchgeführt.
Es entstand eine Landesaufnahme mit einer noch nicht gekannten
kartographischen Genauigkeit im Maßstab 1:144 000, abgeleitet aus den damals
gebräuchlichen Calenberger Maßen Zoll, Fuß, Rute und Meile. Für den Druck in
einer Auflage von 300 Exemplaren wurde die Karte 1774 vom Hamburger
Kupferstecher Pingeling in Kupfer gestochen.
Dargestellt ist das Hochstift Osnabrück mit seinen Ämtern Fürstenau, Vörden,
Wittlage, Hunteburg, Grönenberg, Iburg und der Exklave Amt Reckenberg
(Nebenkarte unten links). Benoit kennzeichnete 1774 eigenhändig auf jeder
Karte Landesgrenze und Grenzen der Ämter farbig. Die flächige Kolorierung
wurde vermutlich später durchgeführt, da sie die erst 1814/16 erfolgte
Teilung der großen Ämter Fürstenau und Iburg erkennen lässt. Desgleichen
wurden die Kirchspielsgrenzen in brauner Strichelung nachgetragen.
In der Legende unten rechts sind die Signaturen angegeben für Städte,
Ortschaften, Stifter und Klöster, evangelische und katholische Kirchdörfer
und Bauerschaften, adelige Güter, Höfe, Warten, Wasser- und Windmühlen,
Straßen und Dämme. Flüsse, Bäche, Moore, Wälder, Heerstraßen und Berge
(nahezu plastisch) sind ebenfalls vollständig und lagerichtig dargestellt.
Herausgeber des Nachdrucks ist der Verein für Geschichte und Landeskunde von
Osnabrück e.V. in Zusammenarbeit mit dem Katasteramt Osnabrück und dem
Staatsarchiv Osnabrück.
INFO
Das farbige Kartenblatt im Format von 47 x 58 cm,
gedruckt von der LGN Hannover, ist zum Preis von
10 EUR zu erwerben beim Historischen Verein,
Schloßstraße 29, 49074 Osnabrück,
und
beim Katasteramt,
Mercatorstraße 4, 49080 Osnabrück.