[WestG] [AKT] LWL baut westfalenweite Datenbank für Museumsbestaende auf
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Aug 19 11:50:35 CEST 2004
Von "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 19.08.2004, 09:45
AKTUELL
LWL baut westfalenweite Datenbank für Museumsbestände auf
Die Besucher sehen immer nur die eine Seite des Museums: die
Ausstellung. Doch damit die Museen überhaupt etwas zeigen
können, müssen sie zuerst einmal sammeln. Dabei ist es nicht
nur wichtig, möglichst viele hochkarätige Ausstellungsstücke
zusammenzutragen und sie richtig aufzubewahren, sie müssen
auch erfasst werden. Denn was nützen die schönsten
Museumsschätze, wenn niemand weiß, wo sie liegen und welche
Geschichte sie zu erzählen haben?
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt die
Museen dabei, ihre Bestände systematisch zu inventarisieren und
zu dokumentieren. Dafür stellt der LWL den Museen in diesem
Jahr 62.000 Euro zur Verfügung. Außerdem baut das
LWL-Museumsamt eine westfalenweite Datenbank auf, in der
Interessierte in Zukunft recherchieren können. Bei der
Inventarisierung geht es nicht nur darum, auf jedes Objekt
einfach eine Inventarnummer zu kleben, sondern zukünftige
Exponate müssen nach wissenschaftlichen Kriterien erfasst werden.
Deshalb hat das Westfälische Museumsamt ein Regelwerk
entwickelt, das es als spiralgebundenes Handbuch "Inventarisierung,
Dokumentation, Bestandswahrung" herausgegeben hat. Größere
Museen arbeiten bei der Dokumentation meist mit EDV-gestützten
Datenbanken. Auch diese Museen fördert und unterstützt der LWL
bei der Dokumentation. So haben die Museumsfachleute zum Beispiel
bei der Entwicklung einer speziellen Erfassungssoftware mitgearbeitet,
die die Museen bei der Dokumentation einsetzen. Derzeit unterstützt
das Westfälische Museumsamt mehrere größere Museumsdokumentationen.
Dazu gehört mit dem Lippischen Landesmuseum Detmold das älteste
Museum Ostwestfalen-Lippes, das vom LWL 33.250 Euro als Zuschuss
erhält. Das 1933 von Josef Spiegel gegründete Ruhrtalmuseum in
Schwerte (Kreis Unna) bekommt 6.600 Euro. Die Volkskundlerin
Dr. Christine Schönebeck wird in zweieinhalb Jahren unter anderem die
vielen Funde erfassen, die Spiegel an der Ruhr gemacht hat. Dazu
gehören eine Maulwurffalle ebenso wie Feldpostbriefe. Das
Töpfereimuseum in Ochtrup (Kreis Steinfurt) erhält 5.200 Euro.
Von der digitalen Dokumentation profitiert nicht nur das jeweilige
Museum, das künftig per Tastendruck schnell herausfinden kann,
wo sich ein Museumsstück im Magazin befindet, ob es ausgeliehen
ist oder gerade in der eigenen Ausstellung zu sehen ist. 'Westfalenweit
arbeiten immer mehr Museen mit der elektronischen Dokumentation.
Sobald sie ihre Bestände erfasst haben, schicken sie uns die Daten zu.
Mittlerweile haben wir schon einen sehr guten Überblick über die
Sammlungen in Westfalen. So können wir Museen schnell helfen, die
für eine Ausstellung ein bestimmtes Ausstellungsstück suchen', erklärt
Manfred Hartmann, der im LWL-Museumsamt Ansprechpartner für die
Museumsdokumentation ist. So kann man selbst die unscheinbare
Maulwurfsfalle aus Schwerte schnell finden, wenn sie in das Konzept
einer Ausstellung passt.