[WestG] [AKT] Denkmal des Monats, Thomaskirche in Gelsenkirchen-Erle

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Apr 8 16:09:38 CEST 2004


Von "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 08.04.04, 14:14


AKTUELL

LWL kürt die evangelische Thomaskirche in Gelsenkirchen-Erle zum Denkmal des Monats

Obwohl sie noch recht jung ist, gehört die evangelische 
Thomaskirche in Gelsenkirchen-Erle gehört architektur- und 
liturgiegeschichtlich zu den bedeutenden Kirchen Westfalens. 
Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
das Gotteshaus jetzt zum Denkmal des Monats April gekürt. 
Nach dem Wohnungsbau gehörte der Bau von Kirchen im 
Nachkriegsdeutschland zu den wichtigen Aufgaben: Zerstörte 
Kirchen, die zuvor Wahrzeichen ihrer Stadt oder Gemeinde waren,
wurden wieder aufgebaut. 

Außerdem entstanden in den Erweiterungsgebieten der Städte
für die ab 1950 rasch wachsende Bevölkerung viele neue Kirchen.
'Hier ist die in der Zeit von 1963 bis 1965 nach den Plänen der
Architekten Albrecht E. Wittig aus Marl und Fred Janowski aus 
Gelsenkirchen gebaute Thomaskirche mit ihrem bugförmigen Chorturm 
besonders hervorzuheben. Ihre markante Gestalt setzt einen
eindrucksvollen städtebaulichen Akzent', so LWL-Denkmalpflegerin
Dr. Marion Niemeyer-Tewes. 

Die Architekten haben auf die historische Kirchenbauform verzichtet.
'Stattdessen dokumentierten sie mit einer strengen, klaren Geometrie
anschaulich den Bedeutungswandel des Sakralbaus in den 60er Jahren
weg von der 'triumphierenden Kirche' hin zur 'Wohnung für die Gemeinde'.
Das kommt schon dadurch zum Ausdruck, dass die Kirche eine zentrale
Bauform hat, bei der die Gläubigen den Altar an drei Seiten umschließen',
erklärt Niemeyer-Tewes.

Die Grundbedürfnisse der Zeit nach Schutz, Festigkeit, Geborgenheit und
Beständigkeit im Glaube würden in der Kirche vor allem durch den 
Zeltcharakter der Decke und die bugartige Gestalt des Chorturmes
anschaulich ausgedrückt, so die Expertin des Westfälischen Amtes für 
Denkmalpflege weiter. Die Taufe, der Kanzelaltar und das monumentale 
Kreuzrelief der Altarwand, die das liturgische Zentrum des Gotteshauses 
bilden, werden durch die indirekte Oberlichtbeleuchtung wirkungsvoll
hervorgeho-ben. Taufe, Altar und Kanzel sind sehr nah bei einander angeordnet.

 'So dokumentieren sie die Abkehr vom reinen Predigtcharakter der evangelischen
Liturgie, die Wort und Sakramente inzwischen als gleichwertig ansieht', erklärt 
Niemeyer-Tewes die liturgiegeschichtliche Bedeutung der Thomas-Kirche.