[WestG]
[AKT] Tagung: Vom "Mittelpunkt der Welt" in der Wewelsburg,
Bueren, 17.07.04
Rita Börste
rita.boerste at lwl.org
Mon Apr 5 12:19:16 CEST 2004
Von: "Dr. Barbara Stambolis", <BarbaraStambolis at aol.com>
Datum: 03.04.2004, 10:51
AKTUELL
Tagung:
PD. Dr. Barbara Stambolis, Universität Siegen,
Prof. Dr. Arnold Vogt für den KGB-Arbeitskreis Museumspädagogik:
VOM "MITTELPUNKT DER WELT" IN DER WEWELSBURG:
AKTUELLE HERAUSFORDERUNG UND GESCHICHTSDIDAKTISCHE PERSPEKTIVEN
Samstag, 17. Juli 2004, Kreismuseum Wewelsburg, Am Burgwall 19, 33142 Büren-Wewelsburg/
Universität Paderborn, Warburger Straße 100, Ebene B0, Hörsaal B1
33095 Paderborn
Veranstalter: Konferenz für Geschichtsdidaktik - Verband der Geschichtsdidaktikerinnen
und Geschichtsdidaktiker Deutschlands e.V., KGD-Arbeitskreis Museumspädagogik,
ICOM / IC Memo International Committee of Memorial Museums for the Remembrance of
Victims of Public Crimes, ARBEITSKREIS MUSEUMSPÄDAGOGIK Rheinland und Westfalen e.V.,
Kreismuseum Wewelsburg, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Universität
Paderborn, Universität Siegen
Wie kein zweiter Ort, spiegelt die Wewelsburg heute "Glanz" und Schatten, Faszination und
Terror des NS-Regimes. Das Kreismuseum Wewelsburg erinnert an die nationalsozialistische
Vergangenheit.
Den "Mittelpunkt der Welt", das ideologische Zentrum der SS, hatte Heinrich Himmler in
der Wewelsburg geplant. Für die SS sollten dort eine repräsentative neue Burg- und
Stadtanlage entstehen. Einerseits erschienen die Pläne absurd und fragwürdig; dennoch
waren sie ernst zu nehmen; denn für die Baumaßnahmen wurde ein Konzentrationslager,
das KZ Niederhagen, errichtet, wo etwa 1300 Insassen Opfer der "Vernichtung durch Arbeit"
wurden. Wo Bauernhöfe des Dorfes Wewelsburg den Bauplänen der SS im Weg standen,
wurden sie unter Druck verkauft. Die Eigentümer erhielten Höfe in Schlesien. Von dort
kehrten sie nach dem 2. Weltkrieg als "Vertriebene" in ihre ursprüngliche Heimat zurück.
Die Rücksichtslosigkeit der SS-Pläne machte auch vor der historischen Bausubstanz nicht halt,
so u. a. dass der Nordturm der historischen Wewelsburg, ehemals Residenz der Paderborner
Fürstbischöfe, nach Himmlers Befehlen abgerissen wurde.
Auch heute, Jahrzehnte danach, übt der Nationalsozialismus noch eine starke Anziehungskraft
auf esoterische und rechte Kreise aus. Dies stellt eine aktuelle, geschichtsdidaktische
Herausforderung dar, für Schul-, Gedenkstätten- und Museumspädagogik. Dazu drängen sich
zahlreiche Fragen auf:
Welche Zugänge empfehlen sich zur Geschichte? Welche Formen individueller Erinnerung
sind wirksam? Welche didaktischen Anforderungen sollte die Neukonzeption der
Dauerausstellung in Wewelsburg erfüllen? Welche Anknüpfungspunkte bieten Gedenkstätte
und Museumsausstellung für den schulischen Umgang mit Geschichte? Welche Chancen
haben Initiativen zu Toleranz und Demokratie gegen Rechtsradikalismus,
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus?
Siegen und Leipzig, März 2004
Programm:
10 bis 12 Uhr
Besichtigung Kreismuseum Wewelsburg
Wulff E. Brebeck, Museumsleiter
Treffpunkt vor dem Wachgebäude (Burgwall 19)
12 bis 14 Uhr
Gelegenheit zum Mittagessen
und Transfer zum Tagungsort,
Universität Paderborn
14 bis 19 Uhr
Vorträge und Impulse
"Willkommen!" am Tagungsort
Wulff E. Brebeck, Dietmar Klenke,
Barbara Stambolis und Arnold Vogt
Wider die Sprachlosigkeit!
Grenzgänge zwischen Schul-, Gedenkstätten- und Museumspädagogik
Arnold Vogt, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig,
KGD-Arbeitskreis Museumspädagogik
Die Wewelsburg 1933 - 1945
- Ansätze und Perspektiven zur
Neukonzeption der Dauerausstellung
Wulff E. Brebeck, Kreismuseum Wewelsburg, Präsident des ICOM-Komitees für
Gedenkstätten (IC Memo)
Die Wewelsburg - Brennpunkt
einer "Politischen Religion". Anforderungen
moderner Geschichtswerkstätten
- Herausforderung öffentlicher Erinnerung?
Barbara Stambolis, Universität Siegen,
KGD-Arbeitskreis Museumspädagogik
Esoterik und Rechtsradikalismus,
ihre Anziehungskraft unter Jugendlichen heute.
Grundzüge aktueller Gedenkstättenentwicklung
aus geschichtsdidaktischer Sicht
Susanne Popp, Universität Siegen
Personengeschichtliche Aspekte
der NS-Propaganda - museumsdidaktische
Annäherungen an Musikschaffende der NS-Zeit
Dietmar Klenke, Universität Paderborn,
KGD-Arbeitskreis Museumspädagogik
Anforderungen für die Gedenkstättenarbeit
Astrid Wolters, Mahn? u. Gedenkstätte Düsseldorf,
Arbeitskreis Museumspädagogik Rheinland und Westfalen e.V.
Chancen und Grenzen,
Gedenkstätten durch Lernwerkstätten
und Rahmenprogramme zu erschließen.
Waltraud Schreiber, Universität Eichstätt-Ingolstadt, KGD-Arbeitskreis Museumspädagogik
Antisemitismus ? Herausforderung heute
Léontine Meijer, Jüdisches Museum Berlin,
Europa Universität Viadrina Frankfurt/Oder
INFO
Info-Hotline / Tagungsbüro:
Kreismuseum Wewelsburg
Frau Beate Meier
Am Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
Telefon: (0 29 55) 76 22 19
Telefax: (0 29 55) 76 22 22
E-Mail: meierb at kreis-paderborn.de
Anmeldung bis 30.06. erbeten