[WestG]
[AKT] Forum Geschichtskultur: 5. Geschichtswettbewerb, "Eile
und Weile"
Marcus Weidner
m.weidner at lwl.org
Don Sep 18 15:27:21 CEST 2003
Von: "Susanne Abeck", <forum at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 18.09.2003, 13:08
EILE UND WEILE
5. Geschichtswettbewerb
Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher / Kommunalverband Ruhrgebiet /
Förderer: Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des
Landes NRW / Unterstützer: Stiftung Industriedenkmalpflege und
Geschichtskultur
12. September 2003 bis 29. Mai 2004
Das Thema des Wettbewerbs ist nicht das bekannte Oxymoron 'Eile mit
Weile', denn dies könnte missverstanden werden, so als ob es mit
dem Ruhrgebiet und seinem Wandel nicht pressieren würde. Eher das
Gegenteil ist der Fall und der Titel Eile und Weile ist als
Anregung zu verstehen, sich mit den ganz unterschiedlichen
Geschwindigkeiten der politischen, ökonomischen, ökologischen, sozialen,
technischen und kulturellen Veränderungen im Ruhrgebiet zu beschäftigen.
Denn betrachtet man die Jahrhunderte vor der Industrialisierung, so ist es eine
Geschichte von langer Dauer: Eine Zeitlang, zwischen dem 12. und ausgehenden
18. Jahrhundert (nicht vorher, als die Christianisierung und Besiedlung eigene
Dynamiken entfalteten), schien an der Ruhr die Zeit beinahe still zu stehen.
Einige Kundige haben gemeint, das Mittelalter habe bis dahin angedauert, und
erst die Industrialisierung hätte das Ruhrland aus dem Schlaf geholt.
Ein Film, wenn es ihn denn gäbe, der die Erdoberfläche des Ruhrgebietes im
19. und 20. Jahrhundert im Zeitraffer zeigte, könnte die dann einsetzende
überfallartige Geschwindigkeit der Ausdehnung und des Zusammenwachsens der
Städte zu Siedlungshaufen und das Emporschießen der Zechentürme, Schornsteine
und Fabriken zeigen. Und gar die Zunahme der Geschwindigkeit in diesen Gebäuden
und auf den Wegen und Schienen, atemberaubend.
Und wenn man in die Köpfe der Menschen schauen könnte, würde man auch heute noch
neben hohen Anpassungsleistungen der Beteiligten und Betroffenen, manchen
Geistesblitz und Erfindungsgenialitäten auch die langsamen Rhythmen der
Wahrnehmung und Verarbeitung der Umstände, das gemächliche Reifen von Gedanken
und Verhaltensmustern sehen, wie sie Menschen nun einmal zu eigen sind. Diese
Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten, die lange Dauer und die kurzen
Momente soll der 5. Geschichtswettbewerb zur Betrachtung und zur Verarbeitung zu
Beiträgen anregen. Die Themen des Wettbewerbs sind keineswegs auf das
Industriezeitalter begrenzt, sondern können weit in die Geschichte der Region
zwischen Ruhr und Lippe zurück reichen.
Veranstalter des 5. Geschichtswettbewerbs Eile und Weile sind das Forum
Geschichtskultur an Ruhr und Emscher und der Kommunalverband Ruhrgebiet,
Förderer ist das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des
Landes NRW und Unterstützer die Stiftung Industriedenkmalpflege und
Geschichtskultur. Der Wettbewerb startete am 12. September
2003 und ist bis zum 29. Mai 2004 ausgeschrieben.
Das Thema ist mit Absicht in produktiver Unschärfe gehalten, damit sich
möglichst viele Arbeiten in diesem Rahmen wiederfinden können, und niemand
sich als Person oder mit seiner Arbeit ausgegrenzt fühlt.
Beteiligen können sich daher alle, die sich für die Geschichte dieser Region
interessieren, die sich hauptberuflich oder neben-/ehrenamtlich, täglich,
sporadisch oder erstmalig mit historischen Abläufen und Ereignissen
beschäftigen. Der Wettbewerb richtet sich auch an Schüler und Schülerinnen.
Die Beiträge müssen nicht extra für den Wettbewerb erstellt werden, dürfen
aber nicht älter als drei Jahre sein. Eingereicht werden können Publikationen,
Fotoserien, Filme/Videos, Drehbücher, CD-ROMs, Theaterstücke, Aufsätze und
anderes als Einzel-, Gruppen- oder Klassenbeiträge.
Es wird ein Sonderpreis für Arbeiten über interkulturelle Beziehungen und
Zu- und Einwanderung ins Ruhrgebiet ausgelobt. Das Thema der Interkulturalität
ist für das Ruhrgebiet historisch nichts Neues, weil hierhin seit dem
19. Jahrhundert bis heute Menschen in großer Zahl eingewandert sind.
Neu aber sind zum Beispiel die Phänomene der globalen Streuung der
Herkunftsländer, der nicht nur ökonomisch zu umreißenden Motive und Art und
Ausmaß der Kulturdifferenz der Migranten. Der relativ hohe Ausländeranteil von
10 Prozent der etwa 5 Millionen im Ruhrgebiet lebenden Menschen legt eine
Beschäftigung mit diesen Themen nahe.
Die unter allen Beiträgen herausragenden Arbeiten werden mit einer Summe von
30.000 EURO durch eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury ausgezeichnet.
Der letzte Wettbewerb "... kein Thema. Bild und Gestalt des Ruhrgebietes" von
1999 bis 2000 konnte 320 Personen zu einer (vielfach) kritischen
Auseinandersetzung und intensiven Beschäftigung mit Aspekten der
Ruhrgebietsgeschichte bewegen. Auch dieses Mal werden die Beiträge wieder in
Kategorien unterteilt: in die von Schülerinnen und Schülern, von historisch
interessierten Laien und von wissenschaftlich und journalistisch professionell
Arbeitenden.
Informationen zum Geschichtswettbewerb Eile und Weile enthält ein Faltblatt, das
auf telefonische Anfrage gerne zugeschickt wird, sowie das Internet unter
www.eileundweile.de.
Organisationsbüro:
Susanne Abeck
Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V.
Emscherallee 11, 44369 Dortmund
fon 0231/931122-90
fax 0231/931122-10
email info at eileundweile.de
URL: www.eileundweile.de