[WestG] [KONF] Kommunale Gebietsreform in den 1960/70er Jahren, Muenster, 5.12.03

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Mon Okt 20 11:27:07 CEST 2003


Von: Dr. Sabine Mecking, <sabine.mecking at lwl.org>, Westf. Institut für Regionalgeschichte
Datum: 17.10.2003, 9:52

Workshop "Kommunale Gebietsreform in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er und 1970er Jahren"

Workshop des Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe und der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft am 05.12.2003 im Westfälischen Institut für Regionalgeschichte, Warendorfer Str. 14, 48145 Münster

Zum Thema:

Die kommunale Gebietsreform war eines der zentralen, von großer Planungsbegeisterung getragenes, aber auch mit Schwierigkeiten verbundenes und von Widerständen begleitetes Reformvorhaben in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er und 1970er Jahre. Planung hieß das Zauberwort, mit dem wirtschaftliche und strukturelle Probleme der Zeit begegnet werden sollten. 

Mittels einer gezielten Landesplanung, also durch raumordnende und raumgestaltende Maßnahmen, sollten räumlich und gesellschaftlich optimale Bedingungen für Lebensqualität und Industrieansiedlung geschaffen werden. Durch die Herstellung eines ausgewogenen Verhältnisses von Fläche und Einwohnerzahl hoffte man seitens der Landespolitik und Ministerialbürokratie neben der Hebung der Verwaltungskraft und der Stärkung der Selbstverwaltung auch Anstöße für das Wirtschaftswachstum und den Ausbau der öffentlichen wie privaten Daseinsvorsorge zu geben. Zwischen 1965 und 1975 (1978) wurden in allen Flächenländern der (alten) Bundesrepublik räumliche Neuordnungsmaßnahmen ergriffen. Fast alle kommunalen Grenzen wurden in Frage gestellt und viele von Ihnen unter funktionalen Gesichtspunkten neu gezogen.

Das von der Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft initiierte zeithistorische Projekt wird in Kooperation mit dem Westfälischen Institut für Regionalgeschichte (Münster), den Universitäten Münster und Siegen sowie dem Institut für Schleswig-Holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (Schleswig) bearbeitet. Am Beispiel Schleswig-Holsteins, Nordrhein-Westfalens, Hessens und Rheinland-Pfalz werden Ausgangslagen, Ziele bei Beginn der Reform, ihre Umsetzung sowie Folgen von Eingemeindungen und Zusammenschlüssen von Kreisen und Gemeinden betrachtet.

In den Einzelprojekten des Forschungsverbundes sollen anhand von Fallbeispielen verwaltungs-, politik-, sozial- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte der Neugliederung in den Blick genommen werden. In vergleichender Perspektive werden neben den Veränderungen auf der administrativen und politischen Ebene, dem Verhältnis von Staat und Selbstverwaltung auch die Auswirkungen auf die Identität(en) der alten und neuen Gebietskörperschaften sowie der dort lebenden Bürger und Bürgerinnen untersucht. So sind Wandlungsprozesse im Bereich der politischen Kultur, des bürgerlichen Engagements, der Planung und Partizipation zwischen 1960 und 1980 aufzuspüren.


Programm:

10.00-10.30 Uhr: Prof. Dr. Karl Teppe/Prof. Dr. Bernd Walter:
Begrüßung und Einführung ins Thema

10.30-12.00 Uhr: Projektvorstellungen I (jeweils 25 Min. + 5 Min.)

Dr. Sabine Mecking:
Gebietsreform und Bürgerwille. Die kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen in den 1960er/70er Jahren (unter besonderer Berücksichtigung von kreisfreien Städten)

Christian Kerper:
Die kommunale Gebietsreform im Kreis Paderborn am 1. Januar 1975 unter besonderer Berücksichtigung der Stadt-Umland-Problematik

Jan Dicke:
Zum Verhältnis von Politik, Verwaltung und Gesellschaft in den 1960er und 70er Jahren, dargestellt am Beispiel der Gebiets- und Verwaltungsreform im neuen Kreis Borken


12.00-13.00 Uhr: Mittagspause

13.00-14.00 Uhr: Projektvorstellungen II (jeweils 25 Min. + 5 Min.)

Axel Bernstein M.A.:
Die kommunale Gebietsreform in Schleswig-Holstein während der 1960er und 1970er Jahre. Vorgeschichte, Durchführung und Nachwirkungen in vergleichender Perspektive

Johannes Koenig M.A.:
Planer, Planungsziele und Planungsstrategien um 1970 am Beispiel des Landes Hessen

14.00-14.15 Uhr: Kaffeepause

14.15-16.00 Uhr: Diskussion über die inhaltliche Vernetzung der Einzelprojekte

- Leitende Fragestellungen und ihre Umsetzbarkeit (Quellenlage)- Ansätze, Methoden, Hypothesen
- Kompatibilität und Vergleichbarkeit der Einzelstudien

16.00-16.15 Uhr: Abstimmung des weiteren Vorgehens  und Verabschiedung


INFO

Kontakt:
Dr. Sabine Mecking
Westfälisches Institut für Regionalgeschichte
Warendorfer Str. 14
48145 Münster
Tel: 0251/591-4659
E-Mail: sabine.mecking at lwl.org