[WestG] [AKT] Vortragsreihe: Italienische
Zivilarbeiter/Militaerinternierte im Ruhrgebiet, Zeche Hannover
Marcus Weidner
m.weidner at lwl.org
Fre Jul 18 12:52:32 CEST 2003
Von: "LWL-Pressestelle", <presse at lwl.org>
Datum: 18.07.2003, 11.01
VORTRAGSREIHE
Italienische Zivilarbeiter und Militärinternierte im Ruhrgebiet, Zeche Hannover
Mit einem Vortrag des Bochumer Historikers Dr. Hans-Christoph Seidel eröffnet
der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag, dem 22.07.2003, um 19.30 Uhr,
eine Vortragsreihe zur Ausstellung "Neapel - Bochum " Rimini. Arbeiten in Deutschland.
Urlaub in Italien" im Westfälischen Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum-Hordel.
Im Juli 1937 schlossen die beiden faschistischen Regierungen Deutschlands und Italiens ein
Abkommen über die Anwerbung, Verteilung und den Einsatz von italienischen Saisonarbeitern
in der deutschen Landwirtschaft. Dieses Abkommen wurde schon bald auf Arbeitskräfte für die
Rüstungsindustrie ausgeweitet. Von 1938 bis 1943 wurden auf der Basis dieses Abkommens mehr
als 485.000 italienische Arbeiter - vor allem für die Rüstungsindustrie und den Bergbau -
angeworben. Vertraglich wurden ihnen Tariflöhne, angemessene Unterkünfte und Versorgung
mit italienischen Lebensmitteln zugesichert.
Allerdings sah die Realität in Deutschland häufig anders aus: Die Ausstattung der Unterkünfte
und die Versorgung mit Lebensmitteln verschlechterte sich im Zuge der Kriegswirtschaft zunehmend.
Der Status der italienischen Arbeiter in Deutschland änderte sich schlagartig im Sommer 1943: Nach
dem Sturz Mussolinis stellte sich die neue italienische Regierung auf die Seite der Alliierten. Aus den
ehemals Verbündeten wurden Feinde. Über 600.000 italienische Soldaten wurden zur Zwangsarbeit
nach Deutschland deportiert.
Die italienischen Zivilarbeiter, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in Deutschland aufhielten, wurden
ebenfalls zu Zwangsarbeitern. Als "Verräter" beschimpft, waren sie besonders schlechter Behandlung
ausgesetzt und wurden Opfer zahlreicher Übergriffe. Dr. Hans-Christoph Seidel ist wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Forschungsprojekts zur Zwangsarbeit im deutschen Kohlenbergbau am
Institut für Soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets.
Vortragsreihe (Eintritt frei!)
Dienstag, 22.07.2003, 19.30 Uhr
Aus Freunden werden Feinde
Dr. Hans-Christoph Seidel
Dienstag, 05.08.2003, 19.30 Uhr:
Komm ein bisschen mit nach Italien... Deutsche Italiensehnsucht und Italientourismus.
Dietmar Osses
Dienstag, 02.09.2003, 19.30 Uhr:
"Makkaroni" und Amore". Deutsche Italienerbilder in den 1950er/60er Jahren.
Anke Asfur
Dienstag, 16.09.2003, 19.30 Uhr:
"Ein Stück Heimat findet man ja immer". Italienische Einwanderung in die Bundesrepublik.
Dr. Yvonne Rieker
Dienstag, 30.09.2003, 19.30 Uhr:
Als italienischer Sozialbetreuer bei der Caritas.
Dr. Mario de Matteis
Dienstag, 14.10.2003, 19.30 Uhr
Italienische Bergarbeiter auf der Zeche Lothringen.
Jean-Luc Malvache
INFO
Westfälisches Industriemuseum
Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Information: 0231 / 6961 -233
E-Mail: zeche-hannover at lwl.org
URL
www.zeche-hannover.de