[Alltagskultur] Newsletter Juni/1
Newsletter der Kommission Alltagskulturforschung
alltagskultur at list.lwl.org
Di Jun 4 10:48:55 CEST 2024
Newsletter Juni/1
AKTUELLES
Ein ganzes Jahr lang (bis zum 18. Mai 2025) ist im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur die Ausstellung "Und vergib uns unsere Schuld? Kirchen und Klöster im Nationalsozialismus" zu sehen. Inhaltlich geht es um das Verhältnis der christlichen Kirchen zum Nationalsozialismus. Teil des Begleitprogramms ist ein Vortrag von Olaf Blaschke zum Thema "Kirchlicher Widerstand und kirchliche Kooperation im Nationalsozialismus. Der Vortrag findet am 8. September statt.
Zur Ausstellung gibt es auch einen Begleitband, der im Verlag Schnell erschienen ist. Weitere Informationen unter: www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org
Im historischen Museum Bielefeld wird ab dem 9. Juni 2024 die Ausstellung "Oder kann das weg? Restaurieren - Renovieren - rekonstruieren" gezeigt. Die gemeinsame Ausstellung des Historischen Museums Bielefeld und des Museums Huelsmann geht der Frage nach, was gegenwärtig mit den Gegenständen passiert, wenn sie ihren Gebrauchswert verloren haben. Die Schau ist noch bis zum 31.12.2024 zu sehen. Nähere Informationen unter: www.historisches-museum-bielefeld.de
Am 13. Juni 2024 wird im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund die Sonderausstellung "Das ist kolonial. Westfalens (un-)sichtbares Erbe" eröffnet. Inhaltlich geht es um eine vielgestaltige Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus und seinen Folgen bis in die Gegenwart hinein. Die Schau ist noch bis zum 26. Oktober 2024 zu sehen. Nähere Informationen unter: www.zeche-zollern.lwl.org
ALLTAGSKULTUR _BLOG (neueste Beiträge)
"Diebische Post": Die Hochzeitszeitung für Else Rosenheim und Gustav Maybaum aus dem Jahre 1910 (Teil 2)
Die "Diebische Post zur Vermählungsfeier von Fräulein Else Rosenheim u. Herrn Gustav Maybaum" mit dem Erscheinungsdatum vom 18. September 1910 lehnt sich optisch und inhaltlich an das Vorbild der "Lippischen Post" an. Als "Organ der liberalen Volks- und Fortschrittspartei in Lippe" erschien die "Lippische Post" von 1877 bis 1939, seit den 1890er Jahren als Lemgoer Tageszeitung mit vier bis sechs Seiten. Sie wurde gedruckt und verlegt von der traditionsreichen Druckerei F. L. Wagener. Jede Ausgabe umfasste Berichte zur lippischen und überregionalen Politik, Artikel aus und über Lemgo, ein Feuilleton sowie Vermischtes und zahlreiche Anzeigen.
Zum vollständigen Blogartikel: https://www.alltagskultur.lwl.org/de/blog/diebische-post-teil-2/
"Ein Lohnendes Urlaubsziel für jeden, der für die schönste Zeit des Jahres ein 'Ferien vom Ich' sucht". Was eine Tourismuswerbung der lippischen Gemeinde Barntrup aus den 1960er Jahren verrät
Im Archiv für Alltagskultur werden unter anderem auch Belege der Tourismuswerbung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufbewahrt. Dazu zählen zahlreiche Prospekte und Broschüren, die für Urlaubsaufenthalte in den Städten und Gemeinden Westfalens warben. Bevor das Internet seit Mitte der 1990er Jahre zu einem zentralen Informationsmedium für Reisende wurde, erfolgte die Suche nach einer geeigneten Destination über Reisebüros oder Werbeschriften wie das Werbefaltblatt von Barntrup, das Fotografien, Texte und eine Karte der Stadt und ihrer Umgebung enthielt und dem zudem das "Unterkunftsverzeichnis 1961" beigelegt war.
Zum vollständigen Blogartikel: https://www.alltagskultur.lwl.org/de/blog/ferien-vom-ich/
Anni Topheide und ihr Fahrrad im Fotoalbum. Teil 1
Im Nachlass von Anni Topheide (1894-1974), verheiratete Höing, der 2017 von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster erworben und inzwischen digitalisiert wurde, befinden sich neben Briefen und Tagebüchern auch einige Fotoalben. Die junge Anni Topheide, Tochter eines Buchdruckers und einer Hausfrau, absolvierte ab 1908 eine Ausbildung als Buchhalterin im Textilhaus Kluxen in Münster und war dort, am Prinzipalmarkt, bis 1915 tätig - bevor sie in die Münsteraner Niederlassung der AEG wechselte, 1920 heiratete und zusammen mit ihrem Mann Hubert Höing eine Druckerei aufbaute.
Zum vollständigen Blogartikel: https://www.alltagskultur.lwl.org/de/blog/anni-topheide-und-ihr-fahrrad-im-fotoalbum-teil-1/
Else und Gustav Maybaum: Zwei jüdische Lebensläufe im 20. Jahrhundert ("Diebische Post", Teil 3)
Eine Quelle wie die im Blog vorgestellte Hochzeitszeitung ist auch und vor allem ein Dokument eines sozialen Netzwerks. Freunde/Freundinnen, Bekannte und Familiengehörige von Else und Gustav Maybaum haben zur "Diebischen Post" beigetragen und damit ein Zeugnis dieses Netzwerks hinterlassen. Im Zentrum standen die beiden jüdischen Herkunftsfamilien des Brautpaares. Die regional oft weit verzweigten familiären Verflechtungen der jüdischen Familien dienten der Weitergabe von Traditionen, Mentalitäten und Werthaltungen. Was wissen wir über die Biografien von Else und Gustav Maybaum und ihren Familien? Da die Quellenüberlieferung fragmentarisch ist, bleiben viele Fragen unbeantwortet.
Zum vollständigen Blogartikel: https://www.alltagskultur.lwl.org/de/blog/diebische-post-teil-3/
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 20.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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